Knack im Kurztest

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Was passiert, wenn Kobolde eine Menschensiedlung mit Panzern angreifen? Ganz richtig! Eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern tüftelt an einer Geheimwaffe. Das Ergebnis: Knack. Eine Art Golem, welcher durch Aufnahme von Relikten einer unbekannten, uralten Zivilisation wächst und somit immer stärker wird. Diese Relikte dienen in der bunten und verspielten Welt von Knack, die sehr linear und schlauchartig aufgebaut ist, als eine Art Treibstoff für alle möglichen Maschinen.

Lassen wir es KNACK-en…

Das Actionspiel von Marc Cerny, dem Leadarchitekten der PS4, macht zwar gelegentlich Anspielungen, als Jump‘ n Run durchgehen zu wollen, doch halten sich die Hüpfpassagen, Plattform- und Schalterrätsel sehr in Grenzen. Der Löwenteil des Games liegt eher im Kampf gegen bewaffnete Kobolde, explodierende Käfer,  Spinnen, Vögel und Golems.

http://www.youtube.com/watch?v=q59tHyhDMkI

Dabei fühlt sich die Steuerung insbesondere während der Kampfeinlagen oft ungenau an. So schlägt man um gefühlte Zentimeter daneben, was in den meisten Fällen den alles entscheidenden Konterangriff bedeuten kann. Generell reicht es schon, sich 3-4 mal treffen zu lassen, um die Lebensleiste auf 0 zu setzen und von einem weit entfernten Checkpoint aufs Neue sein Glück versuchen zu müssen. Durch das Sammeln von Sonnenkristallen kann Knack die Energie bündeln, um so z. B. eine Wirbelsturmsturmattacke auszuführen oder Gegnern Relikte abzuschießen.

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„Und wer setzt mich wieder zusammen?“

Für welches System nochmal…

Wirkliche Next-Gen (Anm. d. Red. Mittlerweile streng genommen Current-Gen) Grafikpracht sucht man bei Knack allerdings vergebens. An vielen Stellen sieht das Game so aus, als hätte es genauso gut ein PS3-Titel sein können. Nur wenn man genau hinschaut, z.B. bei der Weitsicht der bunten Welt oder an Knacks Körper, der immerhin aus vielen detaillierten Einzelteilen besteht, kann man eine höhere Rechenleistung der Hardware zumindest in Ansätzen als Voraussetzung vermuten. Etwas verwunderlich, dass dies ausgerechnet bei einem Titel von Marc Cerny der Fall ist, aus dessen Feder u.a. Marble Madness stammt, und welcher bereits bei Games wie Crash Bandicoot oder Uncharted mitgewirkt hat. Vom Leadarchitekten der Konsole hätte man jedenfalls etwas mehr erwarten können, was die technischen Möglichkeiten anbelangt.

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Vorsicht: Ein paar Mal nicht aufgepasst, schon geht die Lebensanzeige in die Knie!

Was man Knack allerdings zu Gute halten muss, ist die herausragende deutsche Sprachausgabe. Die Synchroniserung glänzt mit bekannten Stimmen aus TV sowie anderen Games und passt optimal zu den Charakteren. Auch die Bildschirmtexte sind fehlerfrei übersetzt. Einen richtigen Multiplayer Modus gibt es bei Knack nicht, lediglich einen 2-Player-Ko-op-Modus und einer Verbundmöglichkeit zur PS-Vita. Knack kostet ca. 50€ und ist ab 12 Jahren freigegeben.

Fazit:

Knack kommt zwar mit einem sympathischen Hauptakteur und grundsolider Unterhaltung daher. Dies rechtfertigt den saftigen Preis von ca. 50€ dafür keinesfalls. Für Zwischendurch ist Knack nichts, da das Spiel an und für sich etwas längere Spielabschnitte voraussetzt. Leider entsteht diese hinausgezogene Spielzeit durch unvorteilhaft gesetzte Rücksetzpunkte , die das Spiel künstlich in die Länge ziehen.  Handlung und Grafik sind soweit ganz okay, obwohl man sich von einem PS4-Game einfach mehr versprochen hätte.

     

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