The Last of Us – Left Behind im Test

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Beitragsbild LoU_LeftBehind

Wie kein zweites Spiel im letzten Jahr, hat „The Last of Us“ die Gamer fasziniert, gefesselt und berührt – so auch uns. Nach postapokalyptischen 20 Stunden und vielen emotionalen Höhen und Tiefen, verabschiedet sich das Spiel mit einem Gänsehaut-Epilog, der subtil andeutete: „Es wird weitergehen!“ Gut acht Monate später ist es endlich soweit. Naughty Dog spendiert „The Last of Us“ die erste und vorerst einzige Einzelspielererweiterung – genannt „Left Behind“. Erschienen ist das Ganze am 14. Februar, kostet 15 Euro und es dreht sich alles um Ellie und ihre Vergangenheit. Endlich wieder „The Last of Us“!

Was bisher geschah… Joel und Ellie untersuchen das Forschungsgebäude der Universität, auf der Suche nach den Fireflies. Nachdem dies erfolglos bleibt, stürmen Hunter das Gebäude und die Konsequenzen sind fatal: Joel wird schwer verletzt und Ellie ist auf sich allein gestellt. Hier startet die Rahmenhandlung des DLCs. Ellie muss Nähutensilien finden, um Joels Wunde zu versorgen; um jeden Preis will sie ihn retten und fühlt sich an ihre Vergangenheit erinnert, als anstelle von Joel, ihre Freundin Riley an ihrer Seite war. Während ihrer Suche, schwirren Ellie diese Erinnerungen als weitere spielbare Rahmenhandlung  im Kopf herum – so erfahrt ihr beispielsweise, wie es zu ihrer „Infektion“ kam.

Ellies beste Freundin, Riley
Einfach Kind sein Es ist früh am Morgen, als Riley, Ellie mit einem Überraschungsbesuch aus den Federn holt. Lange haben sich die Beiden nicht mehr gesehen. Früher waren sie zusammen auf dem Internat und wie Pech und Schwefel unzertrennlich – jetzt ist Riley bei den Feinden, den Fireflies. Politik interessiert aber keine der Beiden und so brechen sie zu einem  Ausflug auf… einem, der viel Schönes bieten wird, aber auch Ellies Welt auf den Kopf stellen wird. Ohne viel vorwegnehmen zu wollen: Die Passagen aus Ellies Vergangenheit sind fantastisch! Viele mögen „richtiges“ Gameplay erwartet haben mit noch mehr Stealth-Elementen – anbieten würde sich das ja. Umso mutiger ist das, was Naughty Dog daraus gemacht hat: Einen ruhigen Ausflug in das Leben eines Kindes, das das Leben eines Kindes nicht mehr führen kann. Der Spieler ist „nur“ stiller Beobachter und darf Ellie und Riley quer durch ein Einkaufszentrum voller Überraschungen begleiten. Gewalt, Angst und Tod werden kurzerhand durch Maskerade, Karussell und Videospiele ausgetauscht. Einmal kann man Ellie so erleben, wie man es ihr während des Hauptspiels immer gewünscht hat: unbekümmert und sorglos.
Die Kulisse ist großartig und lässt Kinderträume wahr werden
Das Ganze ist grandios inszeniert und füttert mit Anspielungen auf das Hauptspiel und unsere Gegenwart – inkl. optionaler Facebook-Einbindung. Abgesehen von der immer noch fantastischen Kulisse, tragen die hervorragenden Dialoge viel zur Atmosphäre bei, die von authentischer Mimik und Gestik unterstützt werden. An dieser Stelle sei die deutsche Synchronisation ganz besonders positiv erwähnt. Nicht, weil sie besonders gut ist (das ist sie zweifellos), sondern, weil es sie überhaupt gibt – für DLCs ist das nicht selbstverständlich! Des Weiteren fühlt man sich etwas freier als im Hauptspiel – warum  genau, soll aber jeder für sich selbst erfahren. Einfach Mensch sein Ja, die Spritztour durch das Einkaufszentrum ist großartig, aber da war doch noch was? Stimmt. Joel braucht unsere Hilfe! Ganz ohne „The Last of Us“-Gameplay soll es dann doch nicht sein und das es auch gut so. Wer Clicker und Hunter meucheln oder sich einfach nur durchschleichen möchte, kann das in den Gegenwartspassagen tun. Hier heißt es wieder: „Messer, Bogen und Nagelbomben.“ Spielerisch hat sich nicht viel verändert, aber eine tolle Sache gibt es dann doch. Im Hauptspiel gab es immer dieses „Entweder-Oder“-Szenario. Entweder hat man es mit Infizierten zu tun, oder es sind die Hunter, die einem Ärger bereiten. In „Left Behind“ trifft man auf beide Gruppen gleichzeitig; und das ist deswegen spannend, weil es einem strategisch neue Möglichkeiten bietet. Stellt man sich clever an, erzeugt man aus sicherer Entfernung mit Flaschen oder Ziegelsteinen Lärm und hetzt so die Infizierten auf die Hunter. Das ist nicht nur effizient, sondern bereitet – in all dem Horror – auch eine diabolische Freude, so sehr einen das auch selbst beunruhigen mag.
Wie das ausgehen wird, wissen wir…

Sergej:

Lange mussten Spieler darauf warten – und es hat sich gelohnt! „The Last of Us – Left Behind“ ist einer der besten DLCs, die ich bisher spielen durfte. Man genießt jede Sekunde mit Ellie und obwohl man weiß, wie es ausgeht, ist man emotional total gefesselt. Man erlebt es einfach, lauscht den Dialogen und erwischt sich selbst beim freudigen Grinsen. Auch so können Spiele sein – ruhig. Und obwohl ich die Qualität nicht abstreiten kann, ist der Preis von 15 Euro (für etwa zwei Stunden Spielzeit) für meine Begriffe etwas zu hoch ausgefallen. Ich beziehe mich da auf „The Walking Dead“, dessen Episoden gerade mal 5 Euro kosten (bei ähnlicher Spielzeit). Nichtsdestotrotz sollte hier jeder reinschauen, den „The Last of Us“ in seinen Bann gezogen hat. Zu bereuen wird es hier nichts geben!

Alex:

Ich stimme Sergej in fast jedem Punkt zu, nur finde ich den Preis im Verhältnis zum Hauptspiel absolut angemessen! Besonders vor dem Hintergrund, dass das Hauptspiel (was natürlich vorausgesetzt wird) aktuell fairerweise auf unter 30 Euro reduziert im PSN Shop zum Download bereit steht. Vorausgesetzt dieses Juwel war an euch bislang vorbeigegangen und ihr verfügt über die entsprechende Bandbreite gibt es da überhaupt nichts zu überlegen! Die ca. drei Stunden des DLCs entsprechen in etwa fünf Euro pro Stunde…und sind m.E. absolut gerechtfertigt. Denn das sind noch einmal wunderbare drei Stunden! Die Szene wie Ellie mit Rileys Unterstützung in Gedanken ein Arcade-Videospiel meistert?? GÄNSEHAUT pur! Überhaupt: Das dramatische Ende der „Riley-Episoden“ … ich musste mir eine Träne verdrücken…Weltklasse! Doch auch wer Action mag, kommt voll auf seine Kosten, der „letzte Stand“ am Ende der Gegenwarts-Story hat es nochmal richtig in sich, ist fordernd, bleibt aber immer fair! So muss das sein. Ellie war mir bereits im Hauptspiel ans Herz gewachsen, jetzt mag ich das tapfere kleine Mädchen noch mehr! Der (vielleicht etwas verfrühte) Kauf meiner PS4 wird genau durch die Aussicht eines zweiten Teils dieses grandiosen Spiels gerechtfertigt. Ich sagte es bereits und ich sage es nochmal: Naughty Dog ist ein Entwicklerstudio aus einer anderen Dimension! Danke nach Santa Monica, please keep it up! Eine Komplettlösung zu „The Last of Us – Left Behind“ findet ihr HIER.

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