Final Fantasy XIII – Lightning Returns im Test

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FFLR

13 Tage, 5 Missionen, 1 Held. Final Fantasy ist zurück um die Reihe um Lightning und Serah abzuschließen. Ihr nehmt es mit Göttern auf, trefft alte Freunde und helft ihnen in eine neue Welt – hoffentlich. Ob Lightning Returns ein würdiger Abschluss oder ein erwarteter Absturz wird, lest ihr in unserem Test.

Schon nach wenigen Minuten trefft ihr einen alten Bekannten, Snow der jedoch etwas fremd scheint und eine Fremde, die jedoch irgendwie bekannt zu sein scheint, Lumina. Und doch sind 500 Jahre vergangen, bis Lightning, eure Protagonistin aus dem Kristallschlaf erwacht.

500 Jahre? Ja, trotz allem haben sich eure Bekannten kaum verändert, doch dafür werdet ihr sehr schnell erste Erklärungen erhalten. So wenig sich eure Bekannten verändert haben, so sehr hat sich alles Andere verändert.

Serah hat durch ihre Korrektur der Zeitlinie die Welt von Nova Chrysalia ins Chaos gestürzt. Jetzt, 500 Jahre später soll Lightning alles in Ordnung bringen und hat dafür genau 13 Tage Zeit. Und um ganz sicher zu gehen, dass ihr das bloß nicht vergesst, tickt gut sichtbar eine Uhr in der rechten oberen Ecke. Diese hat jedoch nur 6 Tage in ihrer Anzeige, für den Rest müsst ihr einiges tun.

Dabei hilft euch Hope, ein alter Bekannter der als Sprachrohr Gottes fungiert, Lightning mit Rat und Tat zur Seite steht und natürlich auch in die andere Richtung, an den Auftraggeber, Gott Bhunivelze, Bericht erstattet. Das alles tut er von eurer Operationsbasis aus, der Arche.

Lightning ist zurück und bereit für das Finale!

Hat die Arche einst Tiere vor der Sintflut gerettet, sowie Noah und seine Familie beherbergt, ist es nun Lightnings Aufgabe Seelen zu sammeln, um diese in eine neue Welt zu bringen. Als Seelensammlerin, Erlöserin und brave Dienerin Gottes lauft ihr los, die Zeit im Nacken um euren Auftrag zu erfüllen. Euren Fortschritt bei der Seelensammlung seht ihr an Yggdrasil, dem Weltenbaum, den ihr jederzeit auf der Arche betrachten könnt. Hier werdet ihr jeden Morgen 6 Uhr hinteleportiert, um euren Fortschritt zu berichten und euch von Hope neue Kleidung und Tipps abzuholen.

Selbstlos ist Lightning dabei keinesfalls, steht doch ein gewisser Druck hinter ihrem Vorhaben, nur wenn ihr genug Seelen sammelt, genug Leben „rettet“ steht ihr am Ende, hoffentlich, Serah gegenüber, Lightnings kleiner Schwester.

In 5 Hauptmissionen erlebt ihr ein Meet & Greet mit alten Bekannten wie Noel, Snow oder Sazh. Aber auch neben den Hauptmissionen könnt ihr bekannte Gesichter entdecken. Außerdem wäre da noch Lumina, die große Unbekannte die Lightning abwechselnd Steine in den Weg wirft oder ihr mit Rat und Tat zur Seite steht, doch auch ihre Rolle wird klarer im Verlauf des Spiels. Die Story führt euch über 4 Kontinente, die Stadt Yusnaan, eine Vergnügungsstadt, die Stadt Luxerion, ein Ort des Glaubens, die klagenden Dünen und die Wildlande. Jedes Gebiet hat einen ganz eigenen Charakter und ihr habt die freie Wahl.

Schon nach der Einführung und den ersten Spielmomenten steht euch eine Zugverbindung zu allen Gebieten zur Verfügung, die Spielwelt ist nahezu komplett offen und es gibt endlich die Freiheiten, die in den Vorgängern so schmerzlich vermisst wurden.

Nebenquests ersetzen das Grinden und versorgen euch mit Trefferpunkten, Angriffs- und Magiepunkten

Das kann aber auch zur Folge haben, dass man sich etwas allein gelassen fühlt und ein Storyfluss nicht so wirklich in Gang kommen mag. Die Uhr tickt unerbittlich und zu jeder Tages- und Nachtzeit scheint irgendwo etwas los zu sein. Das kann zur Folge haben, dass ihr zwischen den Gebieten hin und her springt, um zu gewissen Tages- oder Nachtzeiten eine Nebenquest zu erledigen oder eine Mission fortzusetzen. Hierbei wird die Zeitkomponente auch gut auf Tageszeiten übertragen, so dass ihr nachts häufig andere Aufgaben erledigen könnt als tagsüber, oder ihr einige Wege nur zu bestimmten Zeiten betreten könnt.

Langweilig wird euch dabei nie, doch die Hauptmissionen scheinen keinen direkten Zusammenhang zu haben. Ihr versucht die losen Enden der alten Spiele zu verweben und erfahrt recht oberflächlich wie es den einzelnen Wegbegleitern in der Zwischenzeit erging, was jedoch oft in einem Bosskampf endet.

Das ist doch nicht? Doch! Unzählige Kostüme lassen das Final-Fantasy-Herz höher schlagen

Auch die Kämpfe wurden grundlegend überarbeitet. Die Rollen sind gewichen, ebenso wie das grinden um Erfahrungspunkte zu erhalten. Lightning wechselt die Rollen, indem sie ihre Kleider wechselt. Ein System was vielleicht etwas an Final Fantasy X-2 erinnert, in dem sich Yuna bereits in den verschiedensten Outfits präsentieren durfte. Ihr habt 3 Slots für Kleidungssets zur Verfügung, die ihr im Kampf nutzen dürft. Die Kleidung wird fliegend über die Schultertasten gewechselt, so das Lightning, die als Einzelkämpferin unterwegs ist, sich jeder Situation anpassen kann.

Die Sets, bestehend aus Kleidung, Schild und Schwert sind dabei wunderschön und detailverliebt ausgearbeitet und es macht durchaus Freude einfach alle zu sammeln.

Auch das grinden nach Erfahrungspunkten entfällt, ihr müsst also nicht scharenweise Gegner töten. Ihr sammelt Statusverbesserungen indem ihr Nebenaufgaben sowie Wunschtafelaufträge erledigt.

Was ihr jetzt bei den Gegnern erbeuten dürft sind Fähigkeiten, die ihr  zu stärkeren Fähigkeiten verschmelzen könnt. Die Fertigkeitensynthese lässt euch 2 Fertigkeiten des gleichen Typs zu Einer verschmelzen, die dann erhöhte Werte hat, wodurch ihr mehr Schaden austeilt. Die verschiedenen Fertigkeiten sind auf die Gegnertypen verteilt. Auch eure Gegner halten sich dabei an einen Tag-Nacht-Rhythmus und ihr solltet jedes Gebiet zu allen Zeiten besuchen, um alle Gegnertypen zu treffen und euch eure Fertigkeitensets zu vervollständigen.

Die Monster sind wieder einmal gewaltig!

Diese Kombination von Fertigkeiten sammeln und Lightning aufstufen macht jedes Entwicklungsbrett oder Sphärensystem überflüssig, nimmt euch aber auch die Entscheidung ab, was ihr verbessern möchtet. Einzig und allein die Fertigkeiten dürft ihr noch gezielt sammeln.

So detailverliebt Lightning und ihre Kleidungssets ausgearbeitet sind, so durchschnittlich ist der Rest der Welt, der keine großen Sprünge zu den Vorgängern Final Fantasy XIII und XIII-2 macht. Die Welten sind hübsch dargestellt, weisen aber zum Beispiel bei NPCs deutliche Schwächen auf. Hier sehen die Haare oft wie Tapete aus. Trotz allem ist die Spielwelt nett, mehr jedoch nicht. Ein grafisches Finale hätte anders ausgesehen.

Fazit:

Ein mutiger Abschluss einer Liebhaberserie. Jeder Teil der Final Fantasy Reihe wird heiß diskutiert und entweder mit Final Fantasy VI, VII oder VIII verglichen. Wir sind jetzt bei Final Fantasy XIII, bzw. bei Lightning Returns, dem Abschluss der Serie. Dieser Abschluss traut sich wieder an Innovationen, traut sich neu und anders zu sein und bringt neue Herausforderungen für den Spieler. Es bewegt sich irgendwo zwischen Rollenspiel und Zeitmanagement, zwischen Taktik und Forscherdrang. Aber, wenn man sich darauf einlässt, macht es einfach Spaß. Ich kann mir die Zähne an Gegnern ausbeißen, meinen Sammlerdrang bezüglich Klamotten ausleben und alles wiederfinden, was ich an Final Fantasy so lieb gewonnen habe wie etwa Kaktoren oder Chocobos. Ich finde, es ist eine gelungene Mischung und ein guter Abschluss, der grafisch jedoch schwächelt. Hier fehlt es leider am Feinschliff, der etwa die Nebenfiguren starr wirken lässt und der Welt nicht ganz so viel Leben einhaucht. Trotz allem ein Spiel, auf welches sich das Warten gelohnt hat und ein Spiel, was mich hoffnungsfroh zu Final Fantasy XV blicken lässt.

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