Strider im Kurztest

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Bild Strider

Hiryu gehört zu den Stridern, einer Organisation von High-Tech-Ninjas, die es mit einem Diktator in einer dystopischen Zukunft aufnehmen. Dabei erkämpft Hiryu mit mehr als 20 Jahren Erfahrung als Videospielcharakter einen wohl verdienten Platz im aktuellen Spielejahr. Capcom und Double Helix Games haben damit erfolgreich eine der ältesten Spielserien neubelebt! Entgegen vieler Neuauflagen klassischer Spiele sind die drei verfügbaren Schwierigkeitsgrad so gut ausbalanciert, dass auch Serienneulinge nicht aus Frust den Spielspaß verlieren, während Veteranen ab dem mittleren Schwierigkeitsgrad die alte Härte erleben können.

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Erwecke den Ninja in Dir!

Bei einem Test zu den meisten anderen Spielen würde man an dieser Stelle Informationen über die Handlung des Spiels lesen. Das ist jedoch ziemlich schwer, wenn es im Grunde kaum eine Handlung gibt und leider auch ein Intro schmerzlich vermisst wird. Ein Einstieg in die Story ist für Serienneulinge tatsächlich schwierig, aber dafür auch schnell abgehandelt: als High-Tech-Ninja Hiryu kämpft man sich durch die Level und die Armee eines bösen Diktators, den es zu stürzen gilt. Nicht nur ein Intro vermisst der Spieler, auch auf ein Tutorial wurde verzichtet. Letzteres ist aber gar nicht so schlimm, da das Spielprinzip ab der ersten Minute sofort ins Blut übergeht: rennen, springen, schlagen – mehr ist am Anfang nicht möglich und auch nicht notwendig, um die ersten Hindernisse in Form von Gegnern und Sprungeinlagen erfolgreich zu überwinden. Wer doch Fragen zur Steuerung hat, kann sich diese im Menü des Spiels anzeigen lassen.

Ähnlich wie in der God of War Reihe erhält man für das Erledigen von Gegnern verlorene Lebenspunkte zurück, kann sich aber auch über das Zerstören von entsprechenden Gefäßen heilen. Neben dem Kampf geht es vor allem um das Springen und Klettern. Hiryu kann an allen Oberflächen, inklusive Decken, mit seinen Haken entlang klettern. Dies ist auch dringend notwendig, da die als Ziel markierten Stellen der Spielwelt nur durch geschicktes klettern und dem damit verbundenen Überwinden von z. B. Laserzäunen erreicht werden können.

Strider bereit zum Angriff!

Die ultimative Waffe

Da es nicht nur von links nach rechts, sondern auch gerne mal anders herum sowie nach oben und unten geht, ist die angezeigte Karte seht hilfreich. Über einen Pfeil zeigt die Karte in welcher Richtung das nächste Ziel liegt und durch viele verschiedene farbige Markierungen werden nach etwas Eingewöhnung viele Informationen zur Spielwelt mitgeteilt. Dabei sollte man auch abseits der direkten Wege zum Ziel immer einen Blick in die anderen Richtungen werfen. So trifft man zwar immer wieder auf Türen und dergleichen, die man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht öffnen kann. Aber auch wertvollere Dinge lassen sich finden: neben Konzeptzeichnungen und Informationen zu den Szenarien lassen sich in vielen Winkeln der Spielwelt neue Spielmodi und Upgrades für den Lebensbalken von Hiryu finden.  Hiryu lernt aber nicht nur mehr einzustecken, sondern auch mehr auszuteilen. Ähnlich wie zuletzt in Darksiders oder Castlevania: Lords of Shadows erhält er nach den Bosskämpfen neue Fertigkeiten. Diese lassen sich sowohl im Kampf als auch bei der Erkundung der Umgebung nutzen. Der erste neue Angriff wird nach einem Bossgegner freigeschaltet. Dabei kann das Schwert durch das anhaltende Drücken der entsprechenden Taste für einen besonders mächtigen Angriff aufgeladen werden. Dieser Angriff zerstört nicht nur Schilde der Soldaten sondern aktiviert auch bestimmte Türmechanismen. Nur so werden die dahinterliegenden Areale der Spielwelt betretbar.  Mit dem Pantherlauf lassen sich bereits besuchte Spielabschnitte erneut betreten, um mit Hilfe neuer Fähigkeiten bislang verschlossene Bereiche zu erkunden.

 Stillstand ist des Ninja Tod!

Die angesprochenen Upgrades der  Lebenspunkte sind auch dringend notwendig, denn auch wenn die Standardgegner in Form von Soldaten anfangs noch keine größere Gefahr darstellen, so wächst mit der Anzahl an Gegnervarianten auch die Häufigkeit der Bildschirmtode. Grundsätzlich gilt es, immer in Bewegung zu bleiben, da man vom Boden oder aus der Luft angegriffen wird, den Geschossen ausweichen, Gegner erledigen und parallel dazu auch noch Hindernisse überwinden muss. Neben den angesprochenen Soldaten wird man auch mit fliegenden Robotern und größeren Kampfrobotern konfrontiert. Oftmals werden auch schwächere Varianten von Bossgegnern auf einen gehetzt. Das Gleiche Prinzip gilt dabei auch für die zahlreichen und abwechslungsreichen Bosskämpfe, in den alle Gegner andere Herangehensweisen brauchen. So klettern wir einmal an einem riesigen fliegenden Roboterdrachen nach oben und müssen seine Schwachstelle erreichen, während wir ein anderes mal von einem Kopfgeldjäger namens Solo (Vorname Han?) angegriffen w erden, der durch sein Jetpack die meiste Zeit außer Reichweite unseres Schwertes ist. Hier kommt in Verbindung mit dem leider nur zweckmäßigen Soundtrack und den sehr ansehnlichen Lichteffekten ein echtes Actionfeuerwerk auf. Schade nur, dass das Spiel insgesamt etwas detailarm ist. Zwar wird durch das Wechseln der Schauplätze, Tag- und Nacht-Abschnitt sowie Wettereffekte schon einiges an optischer Abwechslung geboten, aber dennoch bleibt die Technik insgesamt hinter dem Zurück, was möglich gewesen wäre. Dafür entschädigt aber das verdammt schnelle Gameplay, bei dem es ständig irgendwo blitzt und funkelt, während Hiryu sich durch rennen, springen, rutschen und unter Einsatz seines Schwertes einen Weg durch die feindlichen Linien bahnt.  Dabei hat man ohnehin nur in den wenigen ruhigeren Kletterpassagen wirklich Zeit, sich die Umgebung genauer anzusehen. Screenshots werden dem Spiel kaum gerecht, da es das Effektfeuerwerk nur in Bewegung und in den Actionreichenkämpfen entfachen kann.

 Fazit:

Striders Comeback ist ein gelungenes Actionfeuerwerk, das abseits der grafischen Schwächen durch die spannenden Kämpfe und fordernden Kletterpassagen begeistert. Die Bosskämpfe runden das Gesamtkonzept dabei in Verbindung mit der steigenden Anzahl an Fertigkeiten ab. Nichts macht mehr Spaß, als neue Waffen an den ersten Gegner zu testen oder einen überheblichen Bossgegner zu besiegen. Ob es dabei darum geht die Steuererklärung zum Amt zu bringen oder einen Diktator zu stürzen, spielt bei der Präsentation der flachen Story faktisch keine Rolle. Hauptsache es blitzt und knallt an allen Ecken, während Hiryu sich, so wie man es von einem Ninja erwartet, blitzschnell in alle Himmelsrichtung metzeln darf. Das letzte Mal, dass ich so viel Spaß mit einem Spiel in diesem Genre hatte, war Shadow Complex im Jahr 2009! Fans dieses Titels sollten sofort zugreifen.

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