Metal Gear Solid V: Ground Zeroes im Test

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Die „Metal Gear Solid“-Reihe ist absoluter Kult und jeder, der bisher nicht ein einziges dieser Prachtstücke gespielt hat, hat einiges an Videospiel-Geschichte verpasst. Bereits 1987 ging es im zweidimensionalen Raum los, 1998 kam der Durchbruch mit Metal Gear Solid und 16 Jahre später bringt der Kopf des Ganzen, Hideo Kojima, bereits den fünften Teil seiner Spielereihe heraus. Dabei lassen wir mal die zahlreichen Varianten auf tragbaren Konsolen außen vor.

Hideo Kojima hat für eben diesen fünften Teil allerdings wieder eine ausgefuchste Idee. So veröffentlicht er am 20. März diesen Jahres nicht gar den gesamten fünften Teil namens „Metal Gear Solid V – The Phantom Pain“, sondern schickt dem Ganzen einen Prolog voraus, um die wartenden Fans bei Laune zu halten und nebenbei etwas Zubrot für die weitere Arbeit einzuheimsen. Und dieser Prolog nennt sich „Metal Gear Solid V – Ground Zeroes“! Ob es eher Demo-Charakter hat oder bereits ein vollwertiges Spiel (schließlich kostet es zum Start 29,99€) geworden ist, lest ihr hier!

Skull Face! Wer könnte er sein?

Es ist finster im Camp Omega auf Kuba. Der Regen peitscht über die Felsen, die Umhänge flattern im Sturm der karibischen See. Vor dem Gitterkäfig steht einer der vielleicht härtesten Widersacher von Snake. Im Prolog findet ihr dies nicht heraus, erhascht aber einen kurzen Blick auf euren Feind, der Skull Face gerufen wird.

Im Käfig sitzt Chico, ein 13jähriger Junge, der Fans der Serie aus Metal Gear Solid: Peace Walker bekannt sein dürfte. Chico floh von der Mother Base, dem Hauptquartier eingerichtet von Snake und seinem Mitstreiter Kaz, um seine Freundin Paz zu retten, die ebenfalls in Camp Omega festgehalten wird. Bei dem Versuch wurde er allerdings selber gefangen genommen.

Nun ist es an Snake, die beiden lebend aus dem Lager des Feindes zu befreien…

Beeindruckende Licht- und Wettereffekte!

In der Kürze liegt die Würze….naja..

So oder so ähnlich könnte man die Geschichte zusammenfassen, um die es in Ground Zeroes geht. Wie gewohnt bekommt man aus dem Hause Hideo Kojima nur feinste Zwischensequenzen geboten, die durch nahezu perfektes Motion Capturing eher an einen Spielfilm erinnern, als an ein Element aus einem Videospiel.

Aber was erwartet man eigentlich von einem Videospiel, das bei Internethändlern sowie im Laden um die Ecke um die 30€ kostet? Man erwartet ein vollwertiges Spiel mit einer befriedigenden Spieldauer! Hideo Kojima allerdings scheint die Wortkombination „Preis & Leistungsverhältnis“ nicht ganz verinnerlicht zu haben, denn für 30€ bekommt ihr hier eine, die Betonung liegt auf EINE Storymission serviert. Früher nannte man so etwas Demo!

Es sogar möglich, die gesamte Mission in 10 Minuten! durchzuspielen, man hätte also 3€ pro Minute in das Spiel investiert!

Zwar gibt es neben der Storymission auch noch einige Nebenmissionen, aber Camp Omega bleibt der einzige Schauplatz und außer der Zielvorgabe und geänderten Tageszeiten bleibt alles ständig so wie in der Ausgangsmission. Was man hier geboten bekommt, ist für den Preis also viel zu wenig!

 

Geduckt bahnt sich Snake seinen Weg durch das Lager!
  Ground Zeroes kann auch Gutes…

Ein Glück für Ground Zeroes, dass dieses schwerwiegende Manko beinahe das einzige Negative am Spieleerlebnis bleibt, sieht man mal von der nervigen Inventarführung ab.

Obwohl das Spiel so kurz ist, vollbringt das Spiel die Meisterleistung, zu fesseln. Neben den Zwischensequenzen kann auch das Gameplay überzeugen und kombiniert mit der intensiven Story bietet Ground Zeroes hier einen wunderbaren Prolog zum Hauptspiel The Phantom Pain, welches 2015 erscheinen soll.

Selbst in diesem kleinen Lager führen mehrere Wege zum Ziel, die K.I. ist bis auf einige Aussetzer außerordentlich intelligent und die Stealth-Action ist wie gewöhnlich vom Feinsten. Ihr könnt töten, betäuben, umhauen, befragen oder einfach im Schatten bleiben und die Wachen umgehen. Je nachdem wie lange ihr braucht, wie viele Wachen ihr getötet und wie viele Alarme ihr ausgelöst habt, bekommt ihr eine eher gute oder eine eher schlechte Abschlusswertung.

Findet ihr alle XOF-Badges, erwartet euch zusätzlich noch eine plattformabhängige Mission. Das streckt das Spiel ein wenig, und bis man 100% erreicht hat, vergeht einiges an Zeit. Dies tröstet aber keinesfalls über die viel zu magere Spielzeit hinweg, die Ground Zeroes bietet.

 

Fazit:

Metal Gear Solid V: Ground Zeroes bietet dem Spieler für sein Geld zu wenig. Auch wenn ein Mann wie Hideo Kojima weiß, dass Fans der Serie auch diesen Preis für ein Stück Metal Gear zahlen werden, ist dieser nüchtern betrachtet einfach zu überteuert! Eine Anrechnungsoption auf das eigentliche Hauptspiel wäre in diesem Fall nett gewesen!

 

Trotz alledem hat das Spiel  wenige Schwachstellen, die Bewegungen sind geschmeidig, das Gameplay Metal Gear typisch vom Spieler abhängig und die Grafik ist dank der neuen Fox Engine fantastisch, aber all dies tröstet nicht über den Fakt hinweg, dass man dieses Spiel auch gut kostenfrei als Demo zur Verfügung hätte stellen können.

 

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