Titanfall – Die Kampfkolosse im Test

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Bild Titanfall

Der bereits vorab mit Preisen ausgestattete Action-Shooter Titanfall, aus der Feder von Respawn Entertainment, hat im Vorfeld ziemlich von sich Reden gemacht. Fans früherer Spiele wie MechWarrior, die schon damals viel Freude an dem Ausbau einer eigenen mechanischen Kampfmaschine hatten, blickten mit Vorfreude dem Spiel entgegen. Auch ich war gespannt, was EAs neue Technik-Kolosse auf dem Kasten haben.

Wer braucht schon eine Story, wenn er Kampfroboter hat?

In einem kurzen Video wird die ganze Geschichte grob abgeschnitten. Wobei schon zu Beginn deutlich wird, dass die Storyline im temporeichen Shooter ganz klar im Hintergrund  steht. Zumindest habe ich erfahren, dass wir uns in der Zukunft befinden und Kämpfe von nun an mit Hilfe riesiger, stark gepanzerter Roboter ausgetragen werden. Das reicht auch fürs erste. In einem kurzen und einsteigerfreundlichen Tutorial wird der Spieler in das Spiel eingeführt und lernt  alle wichtigen Bewegungsabläufe. Danach wird auch nicht lange gefackelt und der Spieler ins Grenzgebiet entlassen.

Ein vielseitiges Duo: Der Pilot und sein Titan.

Man beginnt mit einer Standard-Ausrüstung und muss sich erst einige Minuten mit dem gewöhnlichen Fußvolk und gegebenenfalls feindlichen Titans herumschlagen, ehe man in seine eigene Kampfmaschine springen kann. Ob man nun mit der Kampagne, oder dem klassischen Multiplayer beginnt, macht keinen großen Unterschied. Im Menü steht zwar „Kampagne“, man kann den Schriftzug auch anklicken, gelangt in ein Lademenü und sieht ein Video, welches eine Story einleitet, landet letztlich aber dennoch in einem Online-Gemetzel, dass sich nicht sonderlich von dem gewöhnlichen Multiplayer-Modus unterscheidet.

Zwar setzen sich die einzelnen Missionen aus unterschiedlichen Modi, wie Materialschlacht oder Hardpoint-Herrschaft, zusammen, letztlich wird aber doch immer ein Death-Match (Materialschlacht) gespielt und ich sitze immer mal wieder an einzelnen Hardpoints alleine rum und fühle mich wie ein Camper. Also laufe ich einfach wieder aufs Schlachtfeld und schließe mich der allgemeinen Schlacht an. Trotz der Einführung habe ich den Eindruck noch nicht alle Kniffe zu kennen und stelle zum Beispiel im Kampf mit einem gegnerischen Titan schnell fest, dass diese auch über Nahkampf-Techniken verfügen oder dass mein Titan nach einiger Zeit auch alleine den Kampf aufnimmt, wenn ich mich nicht ins Cockpit schwinge.

 Binnen Sekunden zum Pro-Gamer

In den ersten Minuten des ersten Spiels halte ich mich für ein Naturtalent. Ich metzel zig Gegner ab, die mich, obwohl sie seit etwa einer halben Stunde hinter mir stehen, höchstens mit einem Streifschuss tangieren. Irgendwann stelle ich fest, dass es sich dabei nur um Bots handelt, die schlechter nicht sein könnten. Trotz riesiger Karten spielen maximal nur 12 menschliche Spieler mit- und gegeneinander in zwei 6er Teams, was in meinen Augen viel zu wenige sind.

Das Spiel ist sehr schnell und dynamisch. Durch den Einsatz von Wandläufen oder den Turbo-Schüben bei Sprüngen kann ein großer Teil der Umwelt erkundet und nahezu jedes Dach erklommen werden. Allerdings gibt es auch hier  einige Grenzen, deren Überschreitung mit Warnungen, zum Spielfeld zurückzukehren, einhergeht. Durch das Sammeln von Erfahrungspunkten, etwa durch Kills, Verteidigung von verschiedenen Posten, gewonnene Spiele oder das erfolgreiche Einsteigen in das Evakuationsschiff, können eigener Pilot und Titan zunehmend aufgerüstet und verbessert werden. Das Prinzip erinnert  ein wenig an Call of Duty, denn auch in Titanfall können neben den üblichen Waffenverbesserungen (größere Magazine, andere Zielvorrichtungen) auch Perks ausgewählt werden, die dem Spieler verschiedene Vorteile gewähren. Durch den Einsatz so genannter Burn-Cards können für die Dauer eines Lebens weitere Vorteile ausgespielt werden.

Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter! In Titanfall können Spieler nahezu jede Ecke und jedes Ende der Karte erreichen.

Auf diese Weise werden Geschwindigkeit und Dynamik des Spiels noch weiter ausgebaut. Allerdings auch das Gefühl verstärkt, aufgrund des Ermangelns einer Offline-Kampagne, zu Beginn ins kalte Wasser geworfen zu werden. Man muss sich erst etwas in das Spiel einarbeiten. Ist das geschafft, bereiten die epochalen Kämpfe auf den industriellen Schauplätzen jede Menge Spaß und das nicht nur als Titan! Manchmal erwische ich mich sogar dabei, wie ich das Anfordern meines Titans einige Minuten hinauszögere, weil der agile Pilotenkampf mir so viel Freude bereitet.

Hierbei stört mich jedoch, dass man zu wenig mit der Umwelt agieren kann. Zwar kann ich nahezu jedes Hindernis überwinden und zum Beispiel Geschütze hacken, allerdings sind Fahrzeuge nur Dekoration und halten auch dem hartnäckigsten Kugelhagel stand. Auch die Explosionen der Mechs tangieren die Umwelt reichlich wenig. So bleibt einem beispielsweise die Freude verwährt, einem besonders flinken und wendigen Kontrahenten etwa durch ein explodierendes Fass den Garaus zu machen.

 Fazit:

Alles in allem bereitet Titanfall viel Freude und ist für Fans schneller und agiler Shooter auf jeden Fall empfehlenswert. Die dynamischen Bewegungselemente, sowie die überraschend beweglichen Titans machen den feinen Unterschied zu vielen anderen aktuellen Shootern auf dem Markt. Einige Kleinigkeiten fallen jedoch auch negativ auf, wie das Fehlen einer richtigen Kampagne, die zu wenigen Interaktionsmöglichkeiten mit der Umwelt oder die vergleichsmäßig geringe Anzahl an Mitspielern, sowie die in diesem Zusammenhang, die zu schwachen Bots.

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