Transformers: Rise of the Dark Spark im Test

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Seit dem 17. Juli diesen Jahres können sich begeisterte Transformers-Anhänger wieder an einem neuen Streifen von CGI-Experte Michael Bay ergötzen. Der vierte Teil der sich in Autos und andere Fahrzeuge verwandelnden Roboter hat vor dem Start in Deutschland bereits 700 Millionen US-Doller eingespielt. Was viele bei dem ganzen Spektakel vergessen ist, dass Transformers eine ältere Vergangenheit hat, als Michael Bays erster Kassenschlager im Jahr 2007.

Bereits 1984 ballerten sich die ersten Transformers über die Bildschirme. Damals war der Zuschauer sicher keinen übermäßigen optischen Reizen ausgesetzt, aber trotzdem fand die Serie „The Transformers“ schnell eine große Fanbase.

Wenig mit den meist sinnfreien Explosionsszenarien zu tun hatten auch die beiden Videospiel-Umsetzungen „Transformers – Kampf um Cybertron“ und „Transformers – Untergang von Cybertron“. In diesen grundsoliden Materialschlachten ging es optisch zwar ebenfalls heiß her, aber gepaart mit einer gegenüber den Michael Bay-Verhältnissen anständigen Geschichte und dem Charme der alten Serien konnten beide Spiele solide Wertungen einfahren.

Mit Transformers: Rise of the Dark Spark ist nun eine Videospiel-Umsetzung auf den Markt gekommen, die sich am neuen Actionblockbuster orientiert, also nicht komplett autark agiert.

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Hintergrund und Gebiete wiederholen sich zu oft und wirken eintönig

Erzählerische Schwächen…

Eingefleischte Transformers-Fans werden sich sofort mit der schnell erklärten Geschichte wohl fühlen können: Die Decepticons sind auf der Suche nach dem namensgebenden Dunkelspark. Dieser bildet das Gegenstück zum Allspark, der Fans sicherlich aus den Filmen oder den Serien bekannt sein dürfte. Da der Allspark das Leben schenkt, ist der Dunkelspark vermutlich dafür verantwortlich, das Leben aller Transformers zu nehmen, genaueres erfahren wir aber leider nicht im Spiel.

Das riecht anfangs nach einer 0815-Story, aber die Erfahrung mit den beiden Vorgängern hat gezeigt, dass sich einiges mehr aus der Geschichte entwickeln kann. Leider werden wir enttäuscht, aber dazu später…

Routine mit Fehlern…

Spielerisch wie gewohnt: Wir schauen den unzähligen Robotern (insgesamt könnt ihr 40 Blechbüchsen freischalten) über die Schulter und verfeuern dabei unzählig viel Munition aus einer üppigen Auswahl an futuristischen Waffen. Dazu kommt eine Rollenspiel-Komponente, die es erlaubt, eure Transformers und deren Waffen zu verbessern. Zusätzlich besitzen wir Schilde, die wir aufladen können und Heilungspakete.

Und mit diesem ganzen Arsenal stürzen wir uns in den Kampf. Ganze 14 Kapitel warten darauf, von uns durchgespielt zu werden und das ist keinesfalls angenehm, denn „Transformers: Rise of the Dark Spark“ macht einige Dinge anders, als die Vorgänger….und das im Negativen!

Während man noch über das eintönige Missionsdesign hinwegsehen kann, welches hauptsächlich in der Anzahl der zu tötenden Feinde variiert, kann man das Verständnis bei anderen Spielelementen nicht aufbringen. Warum zum Beispiel kann ich von gegnerischen Scharfschützen getroffen werden, und das nicht zu knapp, kann aber gleichzeitig nicht zurückschlagen, weil mein Feuer die Gegner nicht erreicht?

Haben wir es dann weniger mit Feinden aus dem Hinterhalt und mehr mit ganzen Horden von feindlichen Robotern zu tun, ist es häufig auch nur dem Glück geschuldet, dass man den Kampf heil und ohne Löcher im Metall übersteht. Grund dafür ist das fehlerhafte Deckungssystem. Nicht nur einmal wurde ich hinter einer Deckung getötet, durch Kugeln, die mich eigentlich unmöglich erreichen konnten. Direkt mit im Paket sind dann auch direkt die Checkpoints, die wie in den Vorgänger-Teilen häufig sehr ungünstig platziert sind.

Ob wir uns nun übrigens als Transformer oder als verhasster Decepticon in den Kampf werfen, wird uns von der Geschichte vorgegeben. Leider passen die Übergange, wenn es denn welche gibt, meist nicht ins Spielgeschehen. Viel zu häufig und unerwartet wechseln wir in einem Kapitel den Charakter und können uns häufig auch gar nicht darauf einstellen.

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Grafisch mehr Rück- als Fortschritt…

Grafischer Rückschritt…

Dazu kommt die verwirrende, unlogische Geschichte, deren Decepticons-Teil auch gar nicht richtig zu Ende erzählt wird. Am Ende sind wir nur auf der Seite der Autobots, und ein Gefühl der Bedrohung kommt im Spielverlauf nur selten auf.

Bedroht fühlt man sich allerdings von der Grafik des Vollpreis-Spiels. Da das Spiel auch noch für die Old-Gen-Konsolen entwickelt worden ist, konnte man keine revolutionäre Grafik erwarten, aber das ein solcher Unterschied zu den Vorgängern sichtbar ist, damit hätte ich für meinen Teil nicht gerechnet.

Während die Texturen im All und auf den Raumschiffe noch einigermaßen aussehen, enttäuschen die Levels auf der Erde auf ganzer Linie. Es ist schier ein reiner Texturenbrei, den man hier serviert bekommt, die Städte und Überreste von Städten sehen alle gleich aus und lassen allesamt hohen Detailgrad vermissen. Leider hat die Umgebung auch auf die eigentlichen Stars des Spiels abgefärbt. Häufig kann man einen Autobot nicht von einem Decepticon unterscheiden, außer über das kleinen Symbol auf der Brust, außerdem haben die Charaktermodelle im Vergleich zum Vorgänger ebenfalls einen Rückschritt gemacht.

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Besonders auffällig sind die zum Teil sehr verwaschenen Texturen…

Zwei Dinge spenden trotzdem minimal Trost: Die Level mit den… Verzeihung… DEM – denn es ist nur einer -angepriesenen Dinobot lösten zumindest kurzzeitig ekstatische Zerstörungswut in mir aus. Auch der Multiplayer-Modus „Ekstase“ bringt kurzzeitig Spaß, was bietet sich für ein Transformers-Spiel auch mehr an, als actiongeladene Multiplayer-Gefechte. Leider bietet das Spiel euch nur einen einzigen Modus, weshalb der Reiz auch schnell wieder verloren ist.

Fazit:

Transformers: Rise of the Dark Spark kann den durchschnittlichen Standard der Vorgänger nicht halten. Der Grund dafür ist offensichtlich: Das Spiel erzählt keine vom Film unabhängige Geschichte, lässt sich zu stark vom Bombast-Kino von Michael Bay inspirieren. Der Vergleich mit den Vorgängerteilen ist notwendig und fällt eindeutig nicht zu Gunsten der aktuellen Videospiel-Umsetzung der Autobots aus.

Dafür hat das Spiel zu viele Fehler, ob es die Logischen sind, bei denen ich hinter der Deckung von Kugeln getroffen werde, oder ob es die Narrativen sind, wo ganze Erzählstränge im Nichts enden.

Der Vertriebsstart des Spiels Ende Juni war ein ökonomischer Schachzug, eine Vorbereitung auf den großen Bruder im Kino. Vielleicht ist das mit ein Grund, warum vieles einfach noch nicht fertig erscheint – allen voran die Grafik, die vollständig enttäuscht.

 

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