Modern Combat 5 im Test

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Bild 5_MC5

Schon längst hat sich die Modern Combat- Reihe auf den mobilen Geräten etabliert und sorgt für einen akkuraten Ersatz für seine Genrekollegen auf den großen Brüdern. Ersatz ist dabei natürlich das falsche Wort, denn nicht ohne Grund ist Modern Combat das Zugpferd für den französischen Spieleentwickler Gameloft geworden und muss den Vergleich mit großen Namen wie Call of Duty nicht scheuen. Das Ganze halt nur für unterwegs. Was der neue Teil Blackout so zu bieten hat und ob sich die zwei Jahre Entwicklungszeit gelohnt haben, lest ihr hier im Test!

 

Licht und Wasserreflexionen sorgen für prächtige Kulissen!

Verdammt schön…

Blackout ist der fünfte Teil der Serie. Wer die Vorgänger kennt, weiß, womit man es in diesem Spiel zu tun bekommt: Viel Blei, Blut und Bumms! Und sowohl Blei, als auch Blut und Bumms sind im neuen Ableger der Reihe eine Augenweide. Schon im vierten Teil der Serie setzte die Grafik Maßstäbe auf mobilen Geräten, aber Gameloft hat dieses Jahr noch einen draufgesetzt. Im umkämpften Venedig spiegelt sich das Licht auf der ruhigen Wasseroberfläche, in Tokio sorgt die Explosion eines Fasses nicht nur für Tote, sondern auch für lodernde Flammen, die tanzende Schatten auf die Wände werfen. Haben wir immer die Maßstäbe im Hinterkopf, können wir das als visuellen Genuss bezeichnen. Selbst die Umgebung ist teilweise zerstörbar. So haben wir die Chance auf einen taktischen Vorteil, wenn wir einige Feinde schon hinter Wänden ausschalten können. Auch der Sound des Spiels braucht sich nicht hinter der Grafik zu verstecken. Sowohl die bereits angesprochenen Feuerwerke, als auch die futuristischen Wummen in unseren Armen klingen durchdringend, jede anders als die andere, aber alle realistisch und nicht überspitzt oder zu lasch.

Eine der futuristischen Waffen im Einsatz!
 

Routinearbeit mit K.I.-Problemen…

Wie seine Genrekollegen setzt sich Modern Combat 5 aus einem Singleplayer und einem Multiplayer zusammen, wobei üblicherweise das Hauptaugenmerk auf den Partien Spieler gegen Spieler liegt. Die Solo-Missionen haben wir in unter 6 kurzen Stunden erfolgreich abgeschlossen. Egal ob Gefechte gegen eine Überzahl von Gegnern, Fahrzeugabschnitte oder neue Spezialmissionen, in denen wir z.B. Scharfschützenaufträge übernehmen, für Abwechslung ist gesorgt. Dabei stehen uns unsere Kameraden tatkräftig zur Seite und lichten die Reihen der Feinde, anstatt nur Dekoration zu spielen. Eure Kameraden sind übrigens ebenso wie ihr Teil einer Sicherheitsfirma, die sich auf globale Bedrohungen spezialisiert hat. In Blackout gehen diese Bedrohungen von der Terroristengruppe WLA (World Liberation Army) aus, die sich auf die Fahne geschrieben hat, den Kapitalismus ein für alle Mal auszumerzen. Und das mit allen Mitteln… Leider sind die Mittel der WLA beschränkt, zumindest die der künstlichen Intelligenz. Häufig reicht es aus, wenn wir einfach mit gezückter Waffe durch die Reihen der Feinde brechen und Deckungsmöglichkeiten links liegen lassen. Letzteres führt bei den Terroristen sogar häufig zur vollständigen Hilflosigkeit. Meist reicht uns eine kniehohe Deckung, um uns von allen Kugeln abzuschirmen, obwohl unser Oberkörper eigentlich ein perfektes Ziel bieten müsste. Also macht euch sowohl Deckung, als auch die Brecheisen-Methode beinahe unverwundbar. Wenn wir die Klasse „Schwere Einheit“ freigeschaltet haben, wird die Brecheisen-Methode sogar noch gefördert. Auch mit den anderen Klassen ist die Singplayer-Kampagne zu einfach, aber mit ihr wird sie zum Spaziergang.  

Im Multiplayer braucht sich MC5 nicht zu verstecken!

Gemeinsam macht’s mehr Spaß….

Im Multiplayer sieht das Ganze natürlich anders aus. Die vier Klassen Sturmeinheit, Aufklärer, Scharfschütze und schwere Einheit finden hier jede ihren Abnehmer. Motivierend: Jede Klasse kann separat von den anderen entwickelt und verbessert werden. Auch die Waffe in unserer Hand kann mit allem möglichen Schnickschnack aufgerüstet werden, einem Zielfernrohr, einem anderen Magazin, Schalldämpfer oder neuen Griffen. Wir schalten die Verbesserungen aber erst frei, wenn wir unsere Waffe im Kampfgetümmel einsetzen und Punkte mit ihr erzielen. Bis wir dann endlich eine Verbesserung mit einer Waffe freigespielt haben, verfliegt schon mal etwas Zeit. Zuviel Zeit, wie ich finde! Eure individualisierten Wummen lassen sich in fünf Spielmodi und auf vier verschiedenen Karten austesten. Die Spielmodi reichen von Jeder gegen Jeden, Capture the Flag bis hin zu dem Trupp-Modus, bei dem ihr in einem Squad bestehend aus sechs Leuten gegen den Gegner anlauft. Die Spielmodi bieten keine revolutionären Neuerungen, nur klassische Multiplayer-Shooter-Kost. Das es hingegen nur vier Karten gibt, ist neu. In MC4 gab es zum Ende elf verschiedene Karten, die bespielt werden konnten, da sind vier schon ein Rückschritt. Glücklicherweise sind die vier Karten aber riesig und spielen sich abwechslungsreich, was die Enttäuschung hemmt. Außerdem kann Gameloft mit Updates ja noch nachhelfen.  

Einfache Handhabung und ein Beispiel für andere…

Nun noch ein kurzer Blick auf die Steuerung, ein wichtiges Thema auf Smartphones und Tablets: Wir steuern unseren Charakter mit dem linken Knopf auf dem Display. Für alle Neueinsteiger ist eine Eingewöhnungszeit unumgänglich. Wir stellen aber schnell fest, dass die Steuerung schon bald sehr leicht und vor allem präzise von der Hand geht. Zudem können wir sie uns auf unsere persönlichen Präferenzen und Daumen anpassen. Vor allem der rechte Bereich bestehend aus Buttons für das Zielen und Schießen kann anden Daumen angepasst werden. Während wir uns noch Gedanken über die Steuerung machen oder ob wir die richtige Waffe ausgewählt haben, sind wir schon verbunden. Die Ladezeit eines neuen Spiels beträgt nur wenige Sekunden. Leider verlangt MC5 eine aktive Internet-Verbindung, wer also Offline auf Terroristen-Jagd gegen will, wird enttäuscht sein. Trost: Es gibt keine In-App-Käufe mehr. Jeder Spieler fängt bei 0 an und kann sich nicht durch Echtgeld-Investitionen einen Vorteil erspielen. Das Gameloft diesen Schritt geht, zeigt, wie überzeugt die Entwickler von ihrem Produkt sind.  

Fazit:

Modern Combat 5: Blackout führt das fort, was Modern Combat 4 schon zwei Jahre vorher angefangen hat: Es legt die Latte für andere Shooter auf mobilen Geräten immens hoch. Grafisch eine Augenweide, kann MC5 auch spielerisch überzeugen. Hier kommt es nicht auf eine tiefgründige Geschichte an, sondern auf die Action, auf die Inszenierung, auf die Explosionen, auf den Sound. Und das ist vollkommen okay so! Nicht der Singleplayer steht im Vordergrund, sondern der Multiplayer, das merkt man auch an einen Schwächen der Einzelspielerkampagne. Für 5,99€ bekommen wir hier einen Shooter serviert, der nahezu konkurrenzlos auf seinem Medium ist. Es gibt momentan auch nicht viel Konkurrenz, umso mehr ein  Grund,  Lob für die Entwickler auszusprechen. Gameloft hat sein Zugpferd mit fehlenden In-App-Käufen genau in die richtige Richtung gelenkt.Und so schnell wird Gameloft die Zügel auch nicht loslassen!  

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