Gamescom 2014: Dead Island 2

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Yager tritt mit Dead Island 2 das Erbe von Techland an und bringt den Titel rund um die Zombieapokalypse, Crafting und literweise Blut auf Basis der Unreal Engine 4 in die zweite Runde. Ob der zweite Teil zum in Deutschland indizierten Vorgänger bessere Chancen auf eine Veröffentlichung in hiesigen Gefilden hat, verrät euch unser Gamescom-Eindruck.

Come for the sun and stay for the slaughter! Zur Einstimmung auf das was da so kommen mag fing die Präsentation mit dem bekannten CGI-Trailer (Jogger Transformation zum Zombie) an und erzeugte bei einigen im Raum anwesenden Journalisten ein fettes Grinsen. So ging es mir beim ersten Mal auch. Dieser Effekt hat sich aber abgenutzt. So erging es mir auch mit dem Spielspaß im ersten Teil, der, abgesehen von einer verdammt spaßigen Koop-Erfahrung, im Alleindurchgang nur noch halb so viel Spaß machte. Grund waren hier in erster Linie die lahme Story und das absolut repetive Gameplay. Yager (u. a. verantwortlich für das grandiose, leider finanziell wenig erfolgreiche Spec Ops: The Line) hat für die Story einen Emmy-nominierten Autor verpflichten können. Zusehen gab es von der Story leider noch nichts, dafür jede Menge Blut und Splatter! Gezeigt wurde eine Pre-Alpha-Version des Titels, in dem der Sonnenstaat Kalifornien mit Hilfe der Unreal Engine 4 zum untoten Leben erweckt wurde. Die Infektion aus Teil 1 hat die Welt und unter anderem auch den Staat Kalifornien infiziert, der daraufhin von der Regierung zur Quarantänezone ernannt wurde.

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Kommt ein Zombie so nah, hilft entweder ein Tritt oder ein Schlag ins Gesicht!
Die Zone besteht für Spieler aus San Francisco, Los Angeles und einer weiteren, nicht genannten Stadt. Neben den Zombies soll es verschiedenen Fraktionen innerhalb er Zonen geben. Dazu sollen u. a. Militärs und entflohene Häftlinge gehören. Welche Rolle genau diese Fraktionen spielen werden und ob man sich einer der Fraktionen, ähnlich wie in einem Rollenspiel, vielleicht sogar anschließen kann, wurde leider nicht verraten. Die Story soll sich um Menschen drehen, die immun gegen den Virus sind und im Virus eine Chance sehen, einen Neuanfang in der Zone zu machen. Dabei soll der NPC Max und seine Katze Nick Furry (die erste per Motion-Capturing für ein Videospiel erfasste Katze) die Spieler durch die Geschichte führen und dabei Menschen um sich scharen, die über die Immunität verfügen. Parallel dazu soll der Staat von den Abermillionen Zombies gesäubert werden.   Die Zombieapokalypse deiner Träume?
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Zeit die Motorsäge oder Sprengstoff auszupacken!
Soll das Spiel zumindest sein, wenn man den kernigen Marketingsprüchen Glauben schenken will. Zu Beginn entscheidet man sich für eine von vier Klassen: Berserker, Speeder, Hunter, Bishop, wobei jede Klasse über eigene Fury-Moves und normale Moves sowie aufrüstbare Fahrzeuge verfügen soll, die sich stets in der Nähe des eigenen Spawnpunktes befinden sollen. Ähnlich wie bei Dead Rising 3 und Dead Island 1 steht auch hier das Crafting wieder im Mittelpunkt jeglicher Antizombiebewegung. Es darf fleißig kombiniert und gebastelt werden. Eine Machte und eine Batterie gerade zur Hand? Fertig ist die Elektromachete! Revolver und Gasbrenner sorgen für explosive Geschosse und es gibt auch motorgetriebene Waffen. Diese machen jedoch Krach, wodurch weitere Untoten angelockt werden und verbrauchen Benzin. Dafür verursachen sie auch das reinste Massaker. Im Vergleich zum Vorgänger setzt Dead Island 2 dem Blutgehalt noch gewaltig einen drauf! Aus der Egoperspektive wirken die Finishing-Moves, wie z. B. Machete-durch-Zombieschädel etc. extrem martialisch. Dabei ist die Gewalt und die Spielatmosphäre stark ironisch aufgebaut und schon fast comichaft. Mit der richtigen Nahkampfwaffe werden Zombies da auch mal gerne 10 Meter hoch und fast 30 Meter weit weg geschleudert. Übrigens ist man nun auch hinter Türen nicht mehr sicher: einmal aufgeschreckte Zombies verarbeiten Türen im Hungerwahn binnen weniger Sekunden zu Kleinholz. Die Untoten reagieren auf Geräusche und können z. B. zu einem Auto gelockt werden, dessen Alarmanlage wir ausgelöst haben. Stehen die Biester um das Auto herum reicht ein Schuss auf einen dem Auto nahen Gascontainer und schon ist das Zombiebarbecue eröffnet. Neben dem andauernden erledigen der Untoten wurde dann noch eine Mission gezeigt, in der man ein Gebäude vor angreifenden Zombiewellen verteidigen muss. Dank des Grafkmotors und der Sound- und Musikuntermalung macht alleine das Zusehen eine Menge Spaß. Die Frage bleibt aber, wie schon beim Vorgänger, wie man die Spieler dauerhaft bei der Stange halten kann. Das brutal überzogene erledigen der Monster macht sicherlich einige Zeit lang Spaß. Aber was passiert mit dem Spielspaß, wenn man sich erst einmal an den kuriosen Todesszenen satt gesehen du eine Menge irrer Waffen benutzt hat? Hier steht und fällt die Motivation mit der Story und hoffentlich interessanten Missionen, die mehr verlangen als „töte alle anstürmenden Zombies“. Auf jeden Fall scheint, soweit es nach der frühen Version zu beurteilen ist, Dead Island 2 einer der vielen kommenden Zombietitel zu sein, der durch seinen abgedrehten Humor ( der es ohne Abnutzungserscheinungen ins fertig Spiel schaffen muss) auf jeden Fall von Zombiefans im Auge behalten werden sollte. Im Frühjahr 2015 wissen wir dann alle, ob sich ein Trip nach Zombie-Kalifornien nur mal für Zwischendurch oder für einen längeren Aufenthalt eignet.

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