Leo’s Fortune im Test

0
253
Titelbild

Schweden hat es zwar nicht zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien geschafft, dafür haben die schwedischen Entwickler 1337 & Senri LLC ihre ganz eigene Meisterschaft gewonnen. In Leo’s Fortune springen wir mit einer fellbesetzten, putzigen Kugel namens Leo durch zweidimensionale Level und suchen das Gold, dass uns am Anfang des Spiels von einem hinterhältigen Dieb geraubt wird. Hört sich nach einer simplen 0815-Story an. Ob sie das tatsächlich geworden ist, lest ihr hier im Test!

Fellknäuel Leo plustert sich auf!

Alles dreht sich um den schnöden Mammon…

In Leo’s Fortune sucht der namensgebende Protagonist Leo nach seinem Gold, dass ihm direkt am Anfang von einem Unbekannten gestohlen wird. Die Geschichte um das grüne Fellknäuel wird charmant von einem toll besetzten englischen Sprecher erzählt, der Leo seine Stimme leiht. Auf den ersten Blick wirkt die Suche nach dem Gold als große Herausforderung, schließlich besitzt Leo bei näherer Betrachtung keinerlei Arme und Beine, ausschließlich ein Schnurrbart befindet sich unter den Augen des flauschigen Fellballs. Dieser hat zwar keine Verwendung, allerdings macht die Kugelform einiges her. Ihr lauft nämlich nicht durch die Level, ihr rollt, springt und gleitet durch die verschiedenen Schauplätze.  

Leo auf dem Weg ins Bergwerk!

Es ist alles Gold was glänzt…

Und davon gibt es einige: Einmal kullern wir durch dürre Wüstenruinen, ein anders Mal wälzen wir uns durch Bergwerke und über verschneite Berggipfel, wieder ein anders Mal kugeln wir uns durch saftige Waldlandschaften, entern einen Roboter oder schwimmen unter einem Piratenschiff hindurch. Die Vielfalt der Kulissen ist riesig. Und jede Kulisse sieht atemberaubend aus! Jede Einzelne ist malerisch schön und durch die Lichteffekte wirken die Schauplätze plastisch, beinahe fotorealistisch. Dazu kommt, dass nicht nur die optische Kulisse, sondern auch die Klangkulisse die Stimmung jedes einzelnen Abschnitts einfängt und ein atmosphärisches Kunstwerk schafft. Und die Levels in den abwechslungsreichen Gebieten sind nicht nur atmosphärisch gelungen, die Levels selbst, jetzt mal abgesehen von der Kulisse, sind wunderbar gestaltet. Das Leveldesign ist in jedem Abschnitt erfrischend neu, Rätsel-Recycling findet nur ganz moderat statt.  

Leo’s Reise wird immer gefährlicher!
 

Knifflig, aber fair…

Einige Level haben es in sich und wir müssen alle unsere Fähigkeiten einsetzen, um zu überleben. So kann sich Leo aufplustern, um einen Sturz, wie bei einem Fallschirm, abzufedern, über oder zwischen Hindernissen hinwegzugleiten oder einfach einen höher gelegenen Schalter zu betätigen. Zudem kann er sich zusammenpressen, um durch enge Stellen zu schlüpfen. Es gibt knifflige Level für uns, trotzdem bleibt das Spiel immer fair und punktet mit gut gesetzten Checkpoints, die uns einen schnellen Wiedereinstieg ermöglichen. Mit jedem Level ist man ungefähr 5 Minuten beschäftigt, trotzdem gibt es nach dem ersten Durchspielen noch einiges zu holen, wodurch sich ein erneutes Durchspielen anbietet. 3 Sterne können gesammelt werden, die ihr bekommt, wenn ihr mit euren Toden im Rahmen bleibt, eine gewisse Zeit einhaltet und alle Münzen sammelt. Habt ihr alle 3 Sterne schaltet ihr ein Bonuslevel frei. Wem das noch nicht reicht, der kann sich ja an den Hardcore-Modus herantrauen, in dem ihr nicht ein einziges Mal sterben dürft, sonst müsst ihr wieder ganz von Vorne anfangen.

Vom Regen ins Trockene! Die Lichteffekte sind sensationell!
 

Leo, du hörst richtig gut….

Hilfreich ist auch einer der wohl wichtigsten Faktoren für ein Mobile Game: Die Steuerung. Dabei könnt ihr zwischen zwei Arten wählen: Entweder ihr spielt mit der bekannten Knöpfchen-Steuerung, bei der mögliche Aktionen auf dem Display in Form von Knöpfen eingeblendet werden, oder ihr nutzt die zweite Möglichkeit, bei der ihr Leo auf der linken Seite bewegt und auf der rechten Seite Anweisungen gebt. Ein längeres Drücken auf der rechten Seite sorgt z.B. dafür, dass Leo sich aufplustert, ein Hochwischen bedeutet springen. Egal für welche Art der Steuerung wir uns entscheiden, sie ist unglaublich präzise. Frustrierende Tode durch Probleme mit der Steuerung tendieren gegen 0. Ich für meinen Teil muss aber eine Empfehlung für die zweite, die innovative Steuerung aussprechen. In aller ihre Einfachheit ermöglicht sie nämlich den ganzen Blick auf das bezaubernde Spiel, ohne Knöpfe auf dem Bildschirm, und ist trotzdem genauso toll umgesetzt.  

Fazit:

Leo’s Fortune ist meiner Meinung nach das beste Jump&Run für mobile Geräte! Diese Aussage ist gewagt, lässt sich aber auch leicht begründen: Optisch und auditiv ist Leo’s Fortune ein wunderschönes Kunstwerk, inhaltlich wird es von einer charmant erzählten Geschichte vorangetrieben. Aber zwei andere Punkte machen für mich den Unterschied aus: Leo’s Fortune bringt zum einen nicht immer die selben Rätsel, die selben Elemente immer und immer wieder, sondern verzichtet fast vollständig auf Recycling. Jede Welt sieht nicht nur optisch anders aus, sondern spielt sich durch neue Elemente auch ganz anders. Zum anderen ist die Steuerung in beiden vorhandenen Varianten so genau, und in der zweiten Ausführung dazu noch so simpel, dass man bei virtuellen Toden zumindest einem keine Schuld zukommen lassen kann: Der Steuerung. Und betrachtet man das Gesamtpaket und den Preis von 4,49€ (KEINE In-App-Käufe) kann ich für diese Spiel nur eine klare Kauf-Empfehlung aussprechen.  

Kommentieren Sie den Artikel