EA Sports UFC im Test

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UFC erschien anders als die Vorgänger, die UFC Undisputed-Reihe die damals noch von THQ entwickelt wurde, ausschließlich auf den Next-Gen-Konsolen, welche ja nun inzwischen als current-gen betitelt werden sollten. Dieses mal hat es sich EA zur Aufgabe gemacht die Kämpfe die im Octagon ausgetragen werden virtuell in die Wohnzimmer von Kampfsport begeisterten Gamern zu bringen.

IT’S TIME

Zunächst wird der Spieler mittels eines Tutorials mit den Steuerungsgrundlagen bekannt gemacht. Wahrscheinlich gibt es manche unter uns die kein Problem damit hätten im Octagon die härtesten Schläge wegzustecken und trotzdem weiterzumachen, jedoch würden sich selbst diese Leute schwer tun, sich die zwar abwechslungs- und variantenreiche, dennoch ein wenig überladen Steuerung einzuprägen. Das Ganze ist in 4 Grundlagen aufgeteilt: Striking, Clinch, Boden und Submission. Dies ist die Basis auf dem das gesamte Steuerungswirrwarr aufbaut. Hier braucht man, wie im echten Leben, viel Geduld und Ausdauer um sich intensiv damit zu befassen. Hat man es aber geschafft, ist der Lohn „unbezahlbar“.

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Erstellt euren eigenen Charakter nach Belieben…

Wahre UFC Fans werden sich die Finger lecken….

Nicht nur ca. 100 Fighter der UFC sind in EA’s Octagonausflug vertreten, sondern auch zahlreiche aus dem TV bekannten Dinge die jedem Fan der Promotion das Herz höher schlagen lässt. Etwa Ansager Bruce Buffer ist mit von der Partie, wie auch viele bekannte Musiktitel bei den Einmärschen. Sogar die aus dem TV bekannten Kommentatoren sind mit dabei wie wir, zumindest viele von uns, von Spike TV kennen. Deutsche Kommentatoren sind auch hier besser fürs Fußball als für Vollkontaktsport geeignet. Was Länderübergreifend jedoch einwandfrei funktioniert ist der Onlinemodus in dem wir gegen Kämpfer aus der ganzen Welt antreten, im Rang aufsteigen und sogar Meisterschaften gewinnen können. Neben der überladen wirkenden Steuerung, glänzt UFC mit einer ungeheuren Fülle an Realismus und setzt sowohl bei erfahrenen UFC-Kennern als auch bei Neueinsteigern taktisches Geschick in der Kämpferwahl voraus. Jeder Kämpfer sei anhand seiner Stärken und Schwächen im Bezug auf den Gegner weise gewählt. Hier sind von den härtesten Hittern bis hin zu den gefährlichsten Grapplern alle dabei. Unter anderem auch Legende Bruce Lee, der für Vorbesteller sofort anwählbar, für alle anderen aber erst nach erfolgreicher Beendigung des Karrieremodus freischaltbar ist. Der Karrieremodus würde der in den USA auf Spike TV ausgestrahlten Reality-Casting-Show „THE ULTIMATE FIGHTER“ nachempfunden, was mir als Fan der Serie ein breites Grinsen ins Gesicht zauberte. Hier können wir anhand des sehr umfangreichen Editors einen „Bewerber“ erstellen und/oder Gameface nutzen um uns mittels eines Fotos zum virtuellen Superathleten zu machen. Keine Sorge, die Schläge auf unsere Nasen schmerzen nur geistig. Nachdem wir alle denkbaren Punkte wie etwa Größe, Gewicht, Attribute usw. unseres Fighters festgelegt haben, müssen wir uns erstmal im Training fit machen bevor wir überstürzt in den ersten Kampf rauschen und dort als Sandsack für unseren Gegner enden.

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Das Kampfgeschehen präsentiert sich realitätsgetreu

Ohne Fleiß kein Preis

Stellen wir uns im Training gut an, werden wir mit Entwicklungspunkten belohnt, die wir in die Fähigkeiten unseres Fighters investieren können. Doch wer nur hart schlagen kann aber keine Strategie im Octagon hat, wird schnell auf die Bretter geschickt. Hierzu kann man Kämpferstrategien freischalten deren Bedeutung im weiteren Verlauf und je nach Gegner immer mehr zunimmt.

„Leere Deinen Geist! Sei ohne feste Gestalt und Form, so wie Wasser. Wenn man Wasser in eine Tasse füllt, wird es zur Tasse. Füllt man es in eine Flasche, wird es zur Flasche, füllt man es in einen Teekessel, wird es zum Teekessel. Wasser kann fließen, oder es kann zerstören: Sei Wasser, mein Freund!“

…wie es Bruce Lee schon so schön sagte. Anpassung ist Alles. Anpassung und auch vor allem unsere Gesundheit. Hier gibt es den Longlivety-Wert. Dieser ist schnell erklärt: Nehmt ihr in den Kämpfen zu viel Schaden weil ihr immer und immerwieder getroffen werdet, sinkt dieser. Irgendwann macht euer virtueller, vielleicht noch so gut trainierte Körper das einfach nichtmehr mit. Sinkt die Anzeige auf Null, wird es Zeit sich aus dem MMA (Mixed-Martial-Arts)-Geschäft zurückzuziehen. Also macht es wie im echten Leben und geht gut und sicher mit eurem Körper um.

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Nur mit der Ruhe… der beißt (hoffentlich) nicht

Haiduken, Shoryuken und Co. Sind hier fehl am Platz.

Ein großer Kritikpunkt auf den ich noch kurz eingehen will, ist dass es vielen nicht zu gefallen scheint, dass die Schläge und Tritte zu wenig Wumms oder Impact hätte. Ich kann dazu nur sagen, dass EA hier eine sehr gute Sportsimulation geschaffen hat und keine Kämpfe aus Dragonball oder Streetfighter nachstellen will. Wenn ihr einen Schlag abbekommt seht ihr vielleicht Sterne, diese werden aber bestimmt nicht von einem Feuer oder Energieball der kurz vor euch explodiert verursacht. Was das Thema betrifft: EA hat hier gute Arbeit geleistet.

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Simulationstechnisch hat man sehr viel richtig gemacht!

FAZIT:

UFC von EA ist eine wirklich gelungene Kampfsportsimulation deren Betonung eindeutig auf Realismus liegt. Die Grafiken und Inszenierungen sind ein wahrer Augenschmaus und werden mit vielen vertretenen Lizenzelementen unterstrichen. Manchmal kommt jedoch der Spielspaß zu kurz, was zum großen Teil an der überladenen Steuerung liegt. Masse ist eben nicht gleich Klasse. Nichts desto trotz kann ich jedem Kampfsportfan UFC nur ans Herz legen.

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