NHL 15 im Test

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Wie Fußball, Basketball und American Football hat es auch der Eishockeysport endlich auf die Next Gen-Konsolen geschafft. NHL 14 wurde nämlich nur für die alte Konsolengeneration veröffentlicht, NHL 15 hingegen tummelt sich nun sowohl auf der alten, als auch auf der neuen Konsole beider Hersteller. Im Test erfahrt ihr, wie sich NHL 15 im Next-Gen-Debüt schlägt und ob das Spiel an die Qualität der Vorgänger anknüpfen kann…

Wichtig: Dieser Test bezieht sich ausschließlich auf die angespielte Xbox One-Version.

Eishockey kommt zum ersten Mal auf die Next Gen!
 

Schöne Fassade….

Getragen von hunderten, grölenden Fans läuft der flache Puck über das Eis, Augenblicke vergehen, da ist der Puck bereits auf der anderen Seite des Spielfelds. Die Spieler beider Seiten suchen engen Körperkontakt, checken sich in die Bande oder schirmen ihren Nebenmann ab, damit dieser mit dem Puck in Richtung Tor zielen kann. Die Bewegungen sind flüssig, der Spieler schießt und….Toooor! Damit steht es 1:0 für unsere Mannschaft. Die Spieler jubeln, die Fans machen Lärm und auch wir lassen uns von der Präsentation mitreißen und werfen die Arme hoch. Diese Szene ist nur ein Bruchteil dessen, was ein bis zu 60 Minuten langes Spiel in NHL 15 zu bieten hat. Dank neuer Technik sieht NHL 15 nämlich richtig gut aus und kommt der Realität um einiges näher. Die Präsentation samt flüssiger Animationen, gut animierten Fanreihen und neuen Kommentatoren trägt unter anderem dazu bei. Auch die Hauptakteure einer Partie, die Spieler, sind allesamt sehr detailliert dargestellt, obwohl die Qualität nicht an ein NBA 2K 15 heranreichen kann. Auch auf dem Eis verhalten sich die Akteure realistischer als im Vorgänger. Body- bzw. Bandenchecks sorgen nicht für einen gefühlten Knockout, sondern werden (meistens) physikalisch korrekt ausgeführt. Auch der Puck, wenn wir ihn denn mal sehen, bewegt sich realistisch durch die Eisarena.  

Von der Präsentation her gibt es wenig zu meckern!
 

…aber es ist nicht alles Gold, was glänzt..

An der Optik hat Electronic Arts also geschraubt, was allerdings zu erwarten war. Was mit dem restlichen Spiel passiert ist, war SO allerdings nicht vorherzusehen. Das Spiel ist nicht nur von der Optik kaum wiederzuerkennen, inhaltlich hat sich auch einiges getan. Und das meine ich nicht im Positiven! NHL 15 enthält nämlich nur einen Bruchteil des Inhalts, den man aus Vorgängern gewohnt ist. Es ist einfacher die Spielmodi zu nennen, die noch vorhanden sind, als die Gestrichenen aufzuführen. Es gibt Einzel-Matches, Be A Pro und Be A GM, außerdem Hockey Ultimate Team und für die Online-Spieler 1-gegen-1-Matches. Und mit dieser Aufzählung ist man auch schon am Ende angelangt. Es fehlen z.B. der sonst obligatorische Saison-Modus, die EASHL oder ein Turniermodus. Zudem findet man abgespeckten Inhalt nicht nur bei den fehlenden Modi. Schaut man nämlich genauer in die einzelnen Spielmodi hinein, ist auch hier einiges gestrichen worden. So fehlt die komplette Minor League. Ihr startet im Karrieremodus nicht als unerfahrener Rookie, sondern bereits als vollwertiger Profi. Außerdem ist es uns nicht mehr möglich, Spieler zu editieren. Die Möglichkeit, die sonst in jedem Sportspiel von EA vorhanden ist, wurde ebenfalls gestrichen. Und als wäre das noch nicht genug, kann man mitten in einer Partie die Phasen, die man auf der Bank verbringt (im Be A Pro-Modus), nicht mehr vor spulen. So kann es also passieren, dass ihr in einem Drittel Platz nehmt und dem Spiel 7 Minuten zugucken müsst, während eure Finger auf Arbeit warten. Dieses gestrichene Feature hebt natürlich den Realismusgrad, um dem ganzen zumindest etwas Positives abgewinnen zu können, allerdings möchten wir Spieler mit Sicherheit nicht so lange auf unseren nächsten Einsatz warten. Auf die 7 Minuten kommt ihr in einem Drittel natürlich nur, wenn ihr vorher die Länge der Drittel erhöht habt. Spielen wir z.B. ein 20-Minuten-Drittel, fällt uns schnell etwas Weiteres auf. Ein Endstand von 9 -7 oder 12-8 ist keine Seltenheit. Wer sich etwas näher mit dem Eishockey-Sport beschäftigt, weiß, dass diese Spielstände sehr realitätsfremd sind. Ein Hauptgrund dafür ist die künstliche Intelligenz der Goalies. Diese bewegen sich zwar realistisch und halten auch einige Bälle sauber fest, aber allzu häufig unterläuft den Torhütern ein grober Schnitzer, der in einem Tor resultiert.  

Ein Plus für die Präsentation, drei dicke Minuspunkte für den radikal gekürzten Inhalt!
 

Besserung soll kommen….

Um zumindest einige Lücken in NHL 15 zu schließen, bietet Electronic Arts in den nächsten beiden Monaten mehrere Updates an. Laut offizieller Website (http://www.easports.com/de/nhl/news/2014/nhl-15-game-notes) liefert der Entwickler im September und Oktober insgesamt sechs Updates nach, die den Umfang des Spiels vergrößern sollen.

  • Playoff-Modus
  • Be A Pro- Trainer Feedback
  • 3 Stars des Spiels
  • Hockey Ultimate Team-Updates
  • Online Teamplay
  • GM-Draft

Die Frage ist nicht, ob das Spiel durch die Updates tatsächlich besser werden kann, denn das kann es definitiv. Die Frage ist eher, warum EA die Updates nicht bereits zu Release in das Spiel integriert hat?  

Die Goalies leiden unter schweren Aussetzern!
 

Fazit:

NHL 15 ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bekommt man einen atmosphärisch guten Eishockey-Simulator, der mit neuer Technik, neuen Kommentatoren und schönen Animationen auf sich aufmerksam macht. Auf der anderen Seite prangert das inhaltliche Defizit, die fehlenden Modi, die fehlenden Möglichkeiten und gestrichenen Features, wie das Vorspulen innerhalb eines Matches oder die Spieler-Editierung. Es fehlt einfach zu viel Essentielles, als das ein Fan der Serie NHL 14 durch NHL 15 ersetzen müsste. Im Vorgänger bekommt man den ganzen gestrichenen Inhalt ohne Updates präsentiert.  

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