NBA 2K15 im Test

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Fußball wird in den USA immer populärer. Die USA ist bei der WM in Brasilien bis ins Achtelfinale vormarschiert, hat sogar der deutschen Nationalmannschaft Schwierigkeiten bereitet, die, wir wir alle wissen, am Ende den Pokal geholt hat.

Trotz alledem bleibt Fußball im Gegensatz zu anderen Sportarten in der USA bisher immer im Hintertreffen. Da sind natürlich Baseball, Eishockey und Football, aber auch Basketball. Allein die Lakers machten alleine 2013 einen Jahresumsatz von 295 Millionen Us-Doller, dicht gefolgt von den New York Knicks mit 287 Millionen US-Doller. 20 von 30 Teams erzielten einen Umsatz von über 120 Millionen US-Doller. (Quelle: statista) …

Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Sie sind ein Grund dafür, warum auch schon seit Jahren kein Basketball-Spiel auf den Konsolen und dem PC fehlen darf. Dort gibt es ähnlich wie bei Fifa von EA und PES aus dem Hause Konami, zwei Marken, die sich auf dem Markt etablieren wollen. Wieder mit von der Partie ist EA mit seiner Basketball-Simulation NBA Live, die 2014 allerdings gefloppt ist. Das Spiel war nicht nur einfach schlecht, es war auch deutlich SCHLECHTER als NBA 2K 14. Letzteres erhielten Next-Gen-Besitzer zwar erst verspätet, dafür aber mit einer tollen, neuen Präsentation und dem neuen Aushängeschild der Serie, dem Meine Karriere-Modus. Ob dieser in der diesjährigen Version des Spiel wieder enthalten ist und ob NBA 2K 15 noch eine Schippe drauflegen kann, erfahrt ihr wie immer in unserem Test! Der Test zum Konkurrenten NBA Live 15 folgt bald.  

Herzstück…

Wir sitzen in unserer kleinen Wohnung, der Fernseher läuft und unser selbst erstellter Charakter sitzt auf der schwarzen Couch. Im Fernseher läuft gerade der NBA Draft Day, doch wir sind nicht dabei. Nachdem wir uns erst einmal auf der Couch gereckelt haben, taucht plötzlich unser Agent auf. Aalglatt erklärt er uns, dass er eine Idee hat. Wir bekommen eine Chance auf einen Zehn-Tage-Vertrag und dürfen bei einem Team unserer Wahl vorspielen. Tage, nicht Jahre! Den Vertrag erhalten wir natürlich nicht durch Luft und Liebe, sondern wir müssen uns ordentlich ins Zeug legen. Umso mehr Interesse ein Team an uns hat, umso weniger müssen wir auf dem Court zeigen. Und umso höher die Anforderungen sind, umso mehr müssen wir leisten, ganz einfach. Das Ganze wird dann in einem Schulnotensystem, bekannt aus den alten Teilen, abgearbeitet. A ist eine exzellente Leistung, C ist durchschnittlich und ab D geht es bergab. Haben wir das Spiel zur Zufriedenheit des ausgewählten Teams abgeschlossen, bekommen wir unseren Vertrag. Nun dürfen wir uns natürlich nicht ausruhen, sondern müssen weiter die Leistungen erbringen, die das Team für uns vorgesehen hat. Und da wären wir dann, in der NBA! Dieses Mal nicht als Rookie, sondern als Free Agent, der auf verzweifelte Suche nach einem Mannschafts-Platz ist. Schauspielerisch ist das ganze gut gelöst. Zwar hängt die Messlatte im Bereich Sportspiel auch nicht sehr hoch, eigentlich ist sie sogar gar nicht existent, aber dafür liefern die Figuren in NBA 2K 15 einen sehr guten Auftritt. Was im Verlauf der Karriere auch auffällt: Das Spiel kommt im Vergleich zum Vorgänger mit einem größeren Sprachpaket einher. Wir müssen also nicht mehr nur textbasiert arbeiten, sondern können gleichzeitig lesen und hören.  

Es gibt dutzende neue Animationen im Spiel!
Unser selbst erstellter Protagonist kann übrigens auch selber deutlich mehr sprechen, als noch bei NBA 2K 14. Der Look lässt sich wie gewohnt von uns anpassen. Neu ist, dass wir mithilfe von Kinect unser Gesicht auf das des Spielers setzen können. Das funktioniert aber leider nur bedingt gut, meistens erkennt die Kamera das Gesicht nicht richtig oder nur halb und erschafft so eher ein groteskes Wesen, als ein menschliches Gesicht. Hier muss auf jeden Fall noch nachgebessert werden. Nachbesserung ist auf jeden Fall ein sehr gutes Stichwort. In NBA 2K 15 hat nämlich einiges davon stattgefunden. Bleiben wir doch erst einmal beim Meine-Karriere-Modus. Neben der umfangreicheren Sprachausgabe hat 2K nämlich auch an ihrem Bewertungssystem gefeilt. So bekommen wir nicht mehr nur ein umfangreiches Gesamtfeedback, sondern erhalten nun von Spielern und dem Couch jeweils separate Feedbacks. Cool ist, dass Spieler manchmal genau das bemängeln, was der Couch gerade eben noch an uns gelobt hat. Die Bewertung wird besser, wenn wir besser spielen. Ganz einfach! Hier greift, wie oben bereits erwähnt, das Notensystem, und das Spiel um Spiel. Um unsere Note in die Höhe zu treiben, zählt fasst alles, was ihr auf dem Platz macht. Körbe, Assists, Rebounds, Steals, Blocks, wie ihr einen Korb erzielt, Turnovers, Stellungsspiel, Pässe, Laufwege usw. Es gibt verschiedenste Möglichkeiten unsere Note zu verbessern, oder natürlich auch zu verschlechtern. Spielen wir schlecht, bekommen wir nicht nur eine Rüge vom Couch, sondern erhalten auch weniger Credits. Diese lassen sich, wie im Vorgänger, in Fähigkeiten investieren, um aus unserem Free Agent schnellstmöglich einen MVP machen zu können. Dieses mal hat sich 2K aber für eine Aufteilung in sechs verschiedene Fähigkeiten entschieden: Spielmacher, Jump Shooter, Inside Scorer, Athlet, Rebounder und Verteidiger. Mit diesen Fähigkeiten verbunden sind natürlich die detaillierten Fähigkeiten wie z.B. 3-Punkte-Würfe, Korbleger, Hookshots, High Post, Low Post, Blocks etc.. Ich finde die Aufteilung in sechs Bereiche in Ordnung, es ist aber auch keine spektakuläre Neuerung. Detailverliebte Spieler könnten eine individuellere Anpassung des eigenen Spielers vermissen.  
Cheerleader, Pre-Show, Interviews, Team-Vorstellungen: Die Präsentation ist organischer als im Vorjahr!

Schöner, besser, organischer…

Im Bereich Präsentation hat das Spiel hingegen groß aufgestockt. Zwar hat NBA 2K14 auf der Next-Gen-Konsole vor einem Jahr bereits gezeigt, was präsentationstechnisch alles möglich ist, aber NBA 2K15 legt noch einmal ein bisschen nach. Vor dem Match gibt es nun eine Pre-Show, in der Ex-NBA-Superstar Shaq O’Neal und Kommentator Ernie Johnson uns auf das Spiel einschwören, es gibt wieder Hymnen aller Art, Mannschafts-Vorstellungen, nach dem Spiel gibt es ein Interview mit dem MVP und zwischendurch gibt es Cheerleader, die die Zuschauer bei Laune halten. Alles wirkt sehr organisch. Dazu kommt, dass 2K auch noch etwas an der Grafikqualität geschraubt hat. Superstars waren schon im Vorgänger deutlich zu erkennen, aber jetzt gibt es kaum noch einen Zweifel, welchen Spieler wir vor uns haben (mit wenigen Ausnahmen und natürlich eine gewisse Vorkenntnis vorausgesetzt). Zahlreiche neue Animationen haben ihren Weg in das Spiel gefunden, viele, vor allem auffallende neue Bewegungen, sind dazu gekommen, typische Laufweisen von Spielern sowie Signature Moves an Körben oder eine spezielle Art des Passspiels. Man muss nicht in das Gesicht des Spielers sehen, um einen Kevin Durant oder einen LeBron James zu erkennen. Spielt man gegen Chris Paul sind zahlreiche Assists und Alley Oop-Pässe keine Seltenheit. Und das sind nur wenige Beispiele.

Die neue Wurfanzeige zeigt uns, warum wir nicht treffen!

Wurfhilfe und Motivation…

Im Spiel selbst hat man auch ein paar Detailveränderungen vorgenommen: Die Verteidigung der gegnerischen Angriffe ist deutlich schwieriger geworden, da die Angreifer deutlich taktischeres Aufbauspiel betreiben. (Schwierigkeitsstufe: All Star) Hinzu kommt eine sinnige Erweiterung im eigenen Angriffsspiel: So können wir nun nämlich an einer Anzeige unter unseren Spielern erkennen, warum wir den Korb nicht getroffen haben. Diese Wurfanzeige zeigt uns einen Abschnitt, in dem wir die Wurftaste loslassen sollten, um mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einen Korb zu erzielen. Landen wir außerhalb dieser Zone, ist die Wahrscheinlichkeit eines Treffers eher gering. Die Anzeige richtig sich nach den Fähigkeiten der einzelnen Spieler und leuchtet entweder rot, gelb oder grün auf. Ein Spieler, der auf kurze Distanz gut einnetzt, wird in solchen Situationen einen breiteren Toleranz-Abschnitt haben, als auf eine 3-Punkte-Wurfdistanz. Wer übrigens denkt, es gäbe außer dem Meine Karriere-Modus nichts mehr in NBA 2K15, der irrt. Neben dem Aushängeschild der Serie lässt sich auch wieder eine ganz normale Saison spielen oder schnelle Partien angehen, wahlweise alleine oder zu zweit an einer Konsole. Etwas Größeres hält für uns aber der MyGM-Modus bereit. Im MyGM-Modus nehmen wir uns nicht einen Spieler vor, sondern leiten direkt die ganze Mannschaft. Wir traden, führen Verhandlungen, Interviews, Pressekonferenzen, lassen trainieren, verhandeln das Budget neu und spielen, wenn wir wollen, auch jedes Spiel unserer Mannschaft selbst. Auch im neuen MeineLiga-Modus können wir uns ordentlich austoben. Dieser Sandbox-Modus bietet uns die Möglichkeit, unsere eigene Liga zu gestalten. Samt Regeln, Teams und Spielern. So könnt ihr z.B. eins oder mehrere der nun 25 europäischen Teams (da drunter der FC Bayern München, die Brose Basket Bamberg und Alba Berlin) in die NBA stecken. Ihr könnt auch längst vergessene Mannschaften wieder zum Vorschein holen oder Michael Jordan in die Mannschaft eurer Wahl traden. Neben diesen beiden doch sehr umfangreichen Modi gibt es auch den MyPark-Modus, in dem wir mit Freunden oder einfach nur zum Training mit unserem MeineKarriere-Spieler auf einem Streetball-Basketball-Platz spielen können. Zu Anfang wählen wir eine von drei Crews, derer wir uns anschließen wollen. Die Wahl hat wenig Auswirkungen, wir spielen dann nur gegen die Mitglieder unserer Crew. Außer an Rivalentagen, da kämpfen die drei Crews um Punkte im Gesamtranking.  

Die Spieler sehen fast alle so aus, wie ihre Vorbilder im realen Leben!

Schwächen und Old-Gen…

Auch ein Spiel wie NBA 2K 15 hat seine Schwächen. Zum einen gibt es noch ein paar kleine Unstimmigkeiten im Meine Karriere-Modus. Wie im Vorgänger auch, gibt es Situationen, in denen ein Pass auf uns sinnvoll wäre. Wir betätigen den „Pass fordern“-Button und bereiten uns auf den Angriff vor. Allerdings erfolgt der Pass nicht, sondern der Spielmacher behält denn Ball bei sich und gibt ihn nicht her. Leider passiert dies noch viel zu häufig. Nebenbei erhält man nach zu vielen geforderten Pässen einen derben Punkteabzug in der Note. Zudem gibt es noch einige kleinere Bugs. Dazu zählen manchmal undefinierbare Ballbewegungen im Spielverlauf z.B. einen Pass, der einen kleinen Schlenker einlegt, um doch noch beim Ziel des Zuspiels zu landen, aber eigentlich am Verteidiger abprallen hätte müssen. Einmal ist es auch schon vorgekommen, dass ein Spieler im Gespräch mit meinem Protagonisten nicht anwesend war. Mein Spieler sprach also mit der Wand, auch wenn die Stimme des Gegenübers zu hören war. Ein anderer Punkt betrifft die Old-Gen-Version von NBA 2K 15. Nebst nachvollziehbarer schlechterer Grafik enthält das Spiel nicht den Umfang seines großen Bruders. So müssen wir hier auf die alte Variante des Meine Karriere-Modus zurückgreifen, in der wir als Rookie beginnen und uns dann von Spiel zu Spiel spielen. Der Verlauf ist genau der gleiche: Wir spielen im Rookie-Showcase, wir haben drei gespräche mit drei interessierten Teams, deren Headcoaches alle gleich aussehen, und werden dann gedraftet. Kein Unterschied zum Vorgänger, keine neuen Präsentationsfeatures wie auf der Next-Gen. Außerdem gibt es keinen MyGM-Modus, keinen MyPark-Modus und keinen MeineLiga-Modus. NBA 2K 15 ist auf der alten Konsole genau das selbe Spiel wie letztes Jahr. Die einzigen Unterschiede: Es gibt auch eine Wurfanzeige unter den Spielern und es gibt ein paar neue Animationen, sogar ein Bewegungen wirken etwas flüssiger. Ansonsten spielt sich NBA 2K15 genauso wie NBA 2K14. Das ist schade.

 

Fazit:

Wer nach NBA 2K14 dachte, es geht nicht besser, der hat sich geirrt. NBA 2K15 zeigt eindeutig, das es noch ordentlich Verbesserungspotenzial gab. Die Präsentation ist noch organischer, die Bewegungen auf dem Spielfeld noch dynamischer und die Spieler sehen noch realistischer aus. Das Aushängeschild der Serie, der Meine Karriere-Modus ist auch wieder dabei, und er ist sogar noch ein Stückchen besser als der Modus aus dem Vorgänger. Er spielt sich nicht großartig anders, aber Detailverbesserungen und ein anderer Einstieg, sowie eine erweitere Sprachausgabe runden den Modus ab. Wer sich damit nicht auf Dauer anfreunden kann, der kann auch ein ganzes Team zur Meisterschaft führen. Entweder im obligatorischen Saison-Modus, oder ihr erstellt eure eigene Liga mit euren eigenen Regeln. Oder ihr spielt GM und tradet was das Zeug hält. NBA 2K 15 bietet eine Menge Motivation und verschlingt einiges an Zeit……zumindest auf den neuen Konsolen. Die alte Generation bekommt nur eine Kopie des Vorgängers, mit ein oder zwei kleinen Änderungen, wie der Wurfanzeige. Old-Gen-Nutzern rate ich daher vom Kauf ab, es lohnt sich einfach nicht. Wer aber mit Basketball nur ein bisschen was anfangen kann und eine PS4 oder X1 besitzt, der darf hier beherzt zuschlagen. NBA 2K 15 ist momentan das beste Sportspiel auf dem Markt!    

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