Halo: The Masterchief Collection im Test

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2001 erschien die erste Geschichte rund um den Masterchief für die alte XBox. Verfechter des Standpunkts, dass Shooter nur auf dem PC spielbar seien, wurden zu dem Zeitpunkt in die Schranken gewiesen. Halo hatte eine starke K.I., eine heute noch sehr intuitive Steuerung und vor allem: Einen sehr, sehr guten Multiplayer-Modus. Mit Halo war eine Serie ins Leben gerufen worden, die heute noch Maßstäbe setzt.

Nach Halo kam dann drei Jahre später Halo 2 und wieder drei Jahre später Halo 3. Alle drehten sich rund um den Masterchief und seine Erlebnisse auf und um den Ringwelten. Im Jahre 2012 wurde die Masterchief-Saga dann mit Halo 4 weitergeführt, Halo 5 wird noch sehnsüchtig erwartet.

Diese vier Spiele, Halo, Halo 2, Halo 3 und Halo 4 befinden sich in der neu veröffentlichten Masterchief Collection von Microsoft. Vertreter wie Halo Wars, ODST und Reach sind leider nicht vorhanden, in allen drei Teilen spielt aber auch nicht der namensgebende Masterchief die Hauptrolle. Also: Was kann die Masterchief Collection und vor allem, was bringt sie Neues? Alles das, lest ihr hier in unserem Test!

Viel und schöner…

Wir sind…der Masterchief! Ja, wir können tatsächlich behaupten, der Masterchief zu sein, wenn wir die vier Halo-Spiele vor uns liegen haben. Wohlgemerkt auf einer einzigen Bluray, also gibt es kein Hin- und Hergeschiebe von irgendwelchen Disks. Was uns zuerst auffällt, wenn wir die Bluray in die XBox einlegen: Microsoft spendiert uns zur Übersichtlichkeit ein aufgeräumtes Hauptmenü, über das wir auf alle vier Spiele separat zugreifen können. Dabei untergliedert sich das Menü in mehrere Unterpunkte, darunter die Punkte „Kampagne“ und „Multiplayer“. Wir können – und das klingt nicht nur sehr zeitaufwendig, es ist sehr zeitaufwendig – alle vier Kampagnen aller vier Halo-Spiele von vorne bin hinten durchspielen. Das sind insgesamt 45 Kampagnen-Missionen, die uns zur Verfügung stehen. Für Kenner der Serie gibt es auch ein tolles Feature: So ist es uns erlaubt, jede Kampagnen-Mission einzeln anzuwählen, d.h. wir müssen nicht erst die ersten Missionen in Halo 2 durchgespielt haben, um Mission 7 spielen zu können. Jede Mission kann von Anfang an ausgewählt werden. So können wir jederzeit die Highlights der Reihe spielen, ohne zuerst den Rest abschließen zu müssen. Aber ganz ehrlich: Auch der Rest will gespielt werden. Schließlich hat 343 Industries den Rest noch einmal ordentlich aufpoliert. Alle 4 Teile laufen in 1080p und 60 Frames pro Sekunde. Das bringt vor allem das auf der Old-Gen bereits schöne Halo 4 noch einmal richtig zur Geltung. Rendersequenzen sind eine Augenweide. Allerdings haben die ersten beiden Teile der Reihe mit der Auflösung und der Framerate manchmal so ihre Probleme. Texturenmatsch und Ruckler haben auf lange Sicht aber keine großen Auswirkungen auf den Spielfluss. Trotz technischer Defizite sehen die ersten beiden Teile dank Überarbeitung nämlich richtig gut aus. Der erste Teil war bereits überarbeitet, der zweite Teil hat nun mit Halo 2: Anniversary sein Debüt in der HD-Optik. Die Effekte wirken modern, die Umgebungsdetails sind hoch und die Charaktermodelle sind detailliert. Wer die alten Spiele nicht gespielt hat muss nur einen Knopf drücken um zu erkennen, wie das Spiel früher ausgesehen hat. Der Unterschied ist riesig, das war aber auch zu erwarten. Halo 2 sieht sogar noch einen Tick besser aus als der Vorgänger, Halo 3 hingegen ist nun der „hässlichste“ Teil der Serie. Im Gesamten ist die Optik natürlich nicht auf Next Gen-Niveau, aber hier müssen wir ein wichtiges Detail beachten: Die Spiele laufen auf der alten Engine und wurden ausschließlich optimiert. Ein Grafikfeuerwerk ala Battlefield 4 oder Sunset Overdrive ist deshalb nicht zu erwarten. Trotzdem: Halo war noch nie so schön wie in der Masterchief Collection.

343 beschert uns ein übersichtliches Hauptmenü!

Einfach nur Halo….

Die Grafik war es aber nicht, die Spieler reihenweise zum Kauf der alten XBox bewog: Es war bzw. ist die nahezu perfekte Spielbarkeit. Es spielt sich ganz anders als bekannte Shooter wie Call of Duty oder Battlefield. Das Spielprinzip ist gleich, aber das Spielgefühl ist ein komplett anderes. Wir kämpfen in Halo nicht nur mit Waffen, sondern das Spiel zwingt uns dazu in den Nahkampf zu gehen oder Granaten zu schmeißen. Letzteres funktioniert immer noch über LT, was eine Eingewöhnungsphase benötigt, danach aber wieder flüssig von der Hand geht. Die Steuerung, das Waffenfeedback, der Sound der Waffen. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt. Wie damals. Neu ist aber, dass wir nun eine Steuerungseinstellung für alle vier Spiele übernehmen können, oder in allen vier Spielen unterschiedliche Steuerungen benutzen können. Alt ist hingegen das zweite Aushängeschild der Serie: Die künstliche Intelligenz. Unsere Widersacher laufen sich nicht gegenseitig auf die Füße, behindern sich nicht selbst oder sorgen für eine nervige Moorhuhn-Atmosphäre ohne jegliche Gegenwehr. In Halo bekommen wir es mit knallharten Gegnern zu tun, die euch umrunden, von der Seite angreifen, sich in günstige Positionen bringen, Granaten ausweichen oder versuchen, noch hinter dem einzigen Felsen auf dem Feld Schutz zu finden. Auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad gut, wird die K.I. auf den höheren Schwierigkeitsgraden für Profis eine richtige Challenge. Auch die Bosskämpfe bleiben ein absolutes Highlight. Fordernd, gerade so selten, dass sie nicht alltäglich werden und abwechslungsreich. Wer von Schießbuden genug hat, wird mit Halo seine wahre Freude haben! Auch wenn man es nicht von einer Collection erwartet, hat 343 eine kleine Änderung vorgenommen. So treffen wir in Halo 2: Anniversary Agent Locke, einen bisher unbekannten Charakter, der eine große Rolle in Halo 5: Guardians spielen soll. Agent Locke taucht sowohl im Prolog, als auch im Epilog des Spiels auf. Zusätzlich können wir uns auf einen Beta-Access zu Halo 5: Guardians freuen und erhalten Zugriff auf die Serie Halo: Nightfall. Diese ist mit realen Schauspielern umgesetzt worden, für mich ist es bis heute noch ein Rätsel, warum man aus der Qualität der Rendersequenzen keine eigene Serie macht. Große Änderungen wurden ansonsten nicht vorgenommen.

Technisch macht vor allem Halo 2 eine tolle Figur!

Mit mehreren macht es noch mehr Spaß….

Auch der Multiplayer wurde nicht verändert. Er bleibt einfach sehr, sehr gut! Es sind insgesamt über 100 Multiplayer-Karten im Spiel enthalten, alle aus vier Spielen. Sechs Karten aus Halo 2 hat 343 aber noch einmal überarbeitet und auf HD gepimpt. Die Karten enthalten jetzt dynamische Elemente, d.h. wir aktivieren z.B. einen Wasserfall, um unsere Feinde zu blenden. Wenn uns 100 Karten und die dazugehörigen, dutzenden Spielmodi übrigens nicht ausreichen, können wir auch neue Maps erstellen. Dazu dient der Level-Editor, in denen wir ohne Grenzen unsere eigenen Level bauen können. Umfang, Umfang, Umfang! Das Spielgefühl im Multiplayer bleibt dabei immer konstant gut. Die Karten sind allesamt wunderbar ausbalanciert, natürlich wird jeder seine eigenen Favoriten finden. Vor allem die Karten aus Halo 3 haben es mir angetan. Wer übrigens auch in der Kampagne nicht alleine sein möchte, der kann sich auch Verstärkung ins Boot holen. Halo 1 und 2 können im Duo absolviert, die Kampagnen von Halo 3 und 4 können sogar zu dritt oder zu viert in Angriff genommen werden. Wer das Spiel vor einem Fernseher spielt, kann ebenso zu zweit im Splitscreen-Modus ran. Endlich Mal wieder ein Spiel, was man auch im Splitscreen-Modus spielen kann.  

Fazit:

Die Halo: Masterchief Collection ist ein absoluter Pflichtkauf für Halo-Neulinge. Besitzt man eine XBox One, muss man dieses Spiel einfach haben, denn es vereint vier Aushängeschilder der Microsoft-Konsole in einem einzigen Spiel. Das Spiel bietet unfassbar viel Umfang, der für sehr viele Wochen reicht, alleine wenn man die vier Kampagnen durchspielen möchte. Dazu kommt ein gigantischer Multiplayer mit mehr als hundert vorgefertigten Karten und es können jederzeit noch welche von der Community dazu kommen. Und dann macht das Ganze auch noch Spaß! Und das durchgängig. Die Steuerung ist sensationell wie gewohnt, die künstliche Intelligenz sucht heute noch ihres gleichen und technisch wurden alle Spiele noch einmal aufgewertet, vor allem das vollständig überarbeitete Halo 2: Anniversary. Was will man mehr? Einzige Kritik: Um den Multiplayer spielen zu können, ist ein 15 GB großer Patch notwendig. Verkraftbar, aber lästig.  

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