Assassins Creed: Unity im Test

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In diesem Jahr läuten wieder die Assassinen an unseren Haustüren. Und sogar zweimal. Mit Assassins Creed: Rogue wird die Kenway-Saga – ja, die gibt es, auch wenn sie nicht so offensichtlich ist, wie die von Ezio – zu einem Abschluss gebracht. Das Spiel führt uns also zurück in das Piratenzeitalter, zwischen Assassins Creed: Black Flag und Assassins Creed 3 um genau zu sein. Den Test findet ihr hier.

Assassins Creed: Unity hingegen erscheint ausschließlich für die Next Gen-Konsolen und springt ins revolutionäre Frankreich, samt Stürmung der Bastille, Napoleon und Marie Antoinette. Vorher aber ein kleiner Blick zurück in die Vergangenheit von Assassins Creed. Wegen Spoiler-Gefahr wurden die einzelnen Geschichten der Vorgänger verdeckt. Seid ihr interessiert,  kann per Klick eine Zusammenfassung der jeweiligen Teile eingesehen werden. Anderenfalls springt ihr bequem zum Beginn des Tests von Assassins Creed: Unity

  Assassins Creed (2007) [su_spoiler title=“Klick mich – Vorsicht Spoiler!“ style=“fancy“ icon=“caret-square“] Vor sieben Jahren erblickt das erste Assassins Creed das Licht der Welt. Spielerisch eintönig überzeugt es PC-Spieler ein Jahr später vor allem durch seine beeindruckende Grafik. Wir spielen Altaïr Ibn-La’Ahad, einen Assassinen zur Zeit der Kreuzzüge. Als Strafe für in der Einleitung begangene Fehltaten befiehlt uns unser Meister Al Mualim, neun Attentate zu begehen, um unseren Rang zurück erhalten zu können. Dazu reisen wir nach Jerusalem, Akkon und Damaskus. Im Laufe der Zeit wird Altair klar, dass die Ziele alle miteinander verbunden sind: Sie sind Templer. Al Mualim entpuppt sich am Ende selbst als Templer und wird von Altair getötet. Neben der Handlung in der Vergangenheit, gibt es eine Handlung in der Gegenwart, in der Desmond Miles, ein durchschnittlich wirkender Barkeeper, von einem Templer festgehalten wird und gezwungen wird, den Animus zu benutzen, der ihn in die Vergangenheit seiner Vorfahren schicken kann. Desmond ist also verwandt mit Altair. Die Templer suchen einen Edensplitter, eine mysteriöse Waffe, mit der sich andere Menschen kontrollieren lassen. Am Ende des Spiels kann Desmond mit Hilfe von Lucy, einer weiblichen Assassine, die sich als Templer ausgegeben hat, fliehen. [/su_spoiler]


    Assassins Creed 2 (2009) [su_spoiler title=“Klick mich – Vorsicht Spoiler!“ style=“fancy“ icon=“caret-square“] Im zweiten Teil der Serie, der für mich von der Handlung her spannendste Teil, spielen wir Ezio Auditore da Firenze, einen aalglatten, charismatischen Italiener, der mit seiner Familie in Florenz lebt. Aber plötzlich bricht seine Welt zusammen: Sein Vater entpuppt sich als Assassine, wird verraten und gehängt, ebenso wie die beiden Brüder von Ezio. Dieser sinnt nach Rache und tötet im Laufe der Handlung das Templer-Komplott, dass den Tod seiner Familie angeordnet hat. Nach der Flucht von Desmond und Lucy aus dem Abstergo-Gebäude fliehen beide zu zwei anderen Assassinen. Desmond soll nun wieder in die Vergangenheit seiner Vorfahren, um sich dessen Fähigkeiten anzueignen. Am Ende findet Ezio den Edensplitter und Minerva, eine Göttin, die plötzlich auftaucht, spricht durch Ezio zu Desmond, um ihn zu warnen, dass die Welt dem Untergang geweiht ist. [/su_spoiler]


  Assassins Creed: Brotherhood (2010) [su_spoiler title=“Klick mich – Vorsicht Spoiler!“ style=“fancy“ icon=“caret-square“] Im dritten Ableger spielen wir erneut den Italiener Ezio Auditore, der den geflüchteten Rodrigo Borgia nach Rom verfolgt. Dessen Sohn Cesare Borgia stellt sich, als er Ezios Onkel Mario tötet, direkt einmal als noch größer Feind heraus. Nach einer Verfolgungsjagd, kann Ezio Cesare zur Strecke bringen. Brotherhood hatte durch das Ausbildungs-Feature und das einnehmen von Borgia-Türmen, sowie anderen Nebenmissionen frische neue Ideen. In der Gegenwart befinden sich Desmond und co. in Monteriggioni und wollen herausfinden, wo der nächste Edensplitter ist. Ezio findet diesen genau unter der Stadt und Desmond und co. begeben sich zu ihm. Der Edensplitter sorgt allerdings dafür, dass Desmond Lucy umbringt. [/su_spoiler]


  Assassins Creed: Revelations (2011) [su_spoiler title=“Klick mich – Vorsicht Spoiler!“ style=“fancy“ icon=“caret-square“] Im letzten Teil der Ezio-Trilogie kommt unser Held nach Konstantinopel. Dort sucht er mehrere Schlüssel, um eine Tür in Masyaf zu öffnen, hinter der sich ein weiterer Edensplitter befinden soll. Ezio kommt während der Suche nach den Schlüsseln in eine Intrige zwischen Prinz Suleyman und seinem – wie sich am Ende herausstellt – Onkel Ahmed und rettet dem Prinzen das Leben. Am Ende gelangt Ezio hinter die Pforte in Masyaf und findet den ruhenden Altair samt Edensplitter. Konstantinopel als Schauplatz war nicht so interessant, wie das florierende Italien und neue Ideen, wie ein Tower-Defense-Minispiel waren in Ordnung, konnten das angestaubte Spielprinzip aber nicht aufpäppeln. In der Gegenwart befindet sich Desmond derweil im Koma und wurde daher dauerhaft in den Animus eingeschleust, damit sein Hirn vor lauter Gedanken nicht explodiert. Sein Gehirn ist vor lauter Erinnerung en nämlich auf der Suche nach dem wahren Ich. Am Ende kann Desmond dem Hirntod aber entkommen. [/su_spoiler]


  Assassins Creed 3 (2012) [su_spoiler title=“Klick mich – Vorsicht Spoiler!“ style=“fancy“ icon=“caret-square“] Neue Zeit. Neuer Protagonist. Im 18. Jahrhundert zur Zeit von Washington und der Boston Tea Party spielen wir Connor Kenway, einem Eingeborenen Amerikas, der für die Freiheit seines Dorfes kämpft. Zudem sucht er nach den Mördern seiner Mutter, die sein Dorf angezündet haben und lässt sich daher als junger Mann von Achilles Davenport zum Assassinen ausbilden. Im Verlauf der Handlung trifft Connor, seinen Vater, der Templer ist und viele andere historische Persönlichkeiten. Sie alle sind auf der Suche nach einer Vorläuferstätte, dessen Standort Connor schützen soll. Also tötet ihr alle Templer inklusive eurem Vater. Connor als Protagonist ist der schwächste der Reihe, unsympathisch und wankelmütig. Auch die Handlung hat so ihre Längen, trotzdem finde ich sie besser gelungen als in Revelations. Amerika ist ein abwechslungsreicherer Ausflug. Zudem gibt es viele neue Arten von Nebenaufgaben und ein riesiges Umland. In der Gegenwart versuchen Desmond, sein Vater und der Rest der Truppe den Weltuntergang, der von Juno und Minerva nun schon öfters angekündigt worden ist, zu verhindern. Dazu suchen sie eine Vorläuferstätte auf, müssen aber feststellen, dass ihnen ein Schlüssel fehlt. Um diesen zu finden, steigt Desmond in den Animus. Am Ende findet er den Schlüssel, öffnet das Tor und steht vor der Wahl Juno freilassen oder den Weltuntergang. Egal wie man sich entscheidet, Desmond stirbt. [/su_spoiler]


  Assassins Creed 4 (2013) [su_spoiler title=“Klick mich – Vorsicht Spoiler!“ style=“fancy“ icon=“caret-square“] Anfang des 18. Jahrhunderts spielen wir Edward Kenway, Großvater von Connor Kenway aus Teil 3. Bedeutet: Wir springen zum ersten Mal in der Zeit zurück. Zu Anfang ist Edward ein Pirat, aber keinesfalls ein Assassine. Doch nachdem Edward einen tötet, um sich eine Belohnung zu sichern und seine Kleidung anzieht, gelangen wir mitten in die Fänge der Templer. Die Templer suchen nach dem Observatorium, das ihnen ermöglicht, jeden Menschen auf der Welt anhand von Blutproben zu finden. Edward kann, nachdem er einmal verraten worden ist, das Observatorium finden. Damit haben die Templer ihr Ziel nicht erreicht. Black Black begeistert durch fulminante Seeschlachten und einen nahbaren Protagonisten. Zudem geht es endlich mal nicht um Desmond, sondern ein unbekannter Abstergo-Mitarbeiter streunert ihn der DNA des toten Assassinen herum. [/su_spoiler]


    Soviel erst einmal zu den alten Teilen der Reihe! Jetzt geht es los mit dem Test zu

Assassins Creed: Unity!

 

Auf nach Paris…

Nach Kreuzzug, Renaissance und Amerika-Aufenthalt geht es mit Assassins Creed: Unity in das von Revolutionen geplagte Frankreich. Im Paris des 18. Jahrhundert werden wir eins mit dem charmanten Franzosen Arno Dorian, der uns, nachdem er das Kindheitsalter abgelegt hat, doch stark an Ezio Auditore da Firenze erinnert. Und das nicht nur, weil auch Arno den größten Teil seiner Familie verliert, seinen Vater und später sogar seinen Ziehvater. Für den Tod seines Ziehvaters wird er sogar selber verantwortlich gemacht und ins Gefängnis geworfen. Dort trifft er auf einen seltsamen Mann, der Interesse an ihm zu haben scheint und sich später als Assassine entpuppt und ihm erklärt, dass auch Arnos Vater ein Assassine gewesen ist. Und wer sind die Bösen, die es zu töten gilt? Natürlich, die Templer. Das hört sich nicht nur so an, wie bei Ezio, es IST sogar genauso wie bei Ezio. So dauert es also nicht lang, bis wir unserem Lieblingshandwerk nachgehen: Templer töten. Das entpuppt sich aber nicht zum Glück nicht nur als Rachestory wie in Assassins Creed 2. Zumindest auf den ersten Blick. Dafür sorgen die historischen Elemente im Spiel, die der Handlung einen starken Charakter verleihen. So sind wir beim Sturm auf die Bastille mit von der Partie und treffen unter anderem Napoleon Bonaparte, Marie Antoinette und Robespierre. Die historische Bedeutung kaschiert ein wenig, dass es sich bei der Handlung auf den zweiten Blick eigentlich doch nur um eine simple Rachegeschichte handelt.  

Das Paris des 18. Jahrhundert sah noch nie so schön aus! Außer in echt vielleicht…

Optisch ein Traum mit Mängeln…

Das heißt übrigens keinesfalls, dass die Handlung langweilig wäre. Ganz im Gegenteil! Arnos Reise durch die Revolution ist durchweg spannend, und das obwohl es eigentlich keinen wirklichen Antagonisten gibt, auf den wir unseren Hass konzentrieren könnten. Für Freude sorgen vor allem die toll dargestellten Charaktere, die sowohl optisch als auch auditiv einiges hermachen. Noch nie sahen die Charaktermodelle im Franchise so gut, so detailliert, so realitätsnah aus, wie in Assassins Creed: Unity. Und der Detailreichtum springt von den Charakteren direkt auf die Stadt über. Das von Revolutionen geplagte Paris ist die bisher schönste, lebendigste, detailreichste und beeindruckendste Kulisse, die Ubisoft jemals erschaffen hat. Die Häuserfassaden der Gebäude sind allesamt im Detail dargestellt, es gibt egal wo man hinblickt saubere Texturen, egal ob im Armenviertel oder in den nobleren Gegenden der Stadt. Es wirkt alles wie aus einem Guss. Dazu zählen übrigens auch die Innenräume der Gebäude, die nun in einer Vielzahl vorhanden sind und ebenfalls mit überschwelgendem Detailreichtum prahlen. Die Beleuchtung ist größtenteils sensationell und die Menschenmassen auf dem Bildschirm sind ebenfalls ein so vorher noch nie dagewesenes Highlight. Es ist einfach ein Traum im virtuellen Paris umherzustreifen. Trotzdem: Auch wenn die Hauptstadt unserer westlichen Nachbarn in einem Videospiel noch nie so schön ausgesehen hat, es gib noch so einige Probleme im Paradiese. So plagen das Spiel in Situationen mit vielen Menschen auf einem Bildschirm zeitweise starke Ruckler, die Framerate schwankt eigentlich durchgehend. Zudem kommt es in Paris zu Pop-Ups in der Entfernung, häufiger sogar direkt neben euch. Das Volk, meistens sind es besiegte Wachen, können auch mit Ragdoll-Effekten aufwarten, d.h. sie glitchen im Boden oder in Wänden umher und bekommen das Zittern. Die Menschenmassen haben auch eine schlechte Angewohnheit, die so aus den anderen Teilen nicht bekannt ist: Sie reagieren nicht auf Blut oder Tote vor ihren Augen. Meistens folgt auf ein plötzliches Attentat nur ein Aufschrei, bevor die Personen wieder ihrem geregelten Tagesablauf nachgehen. Das haben wir in Ezios Abenteuern aber schon besser gesehen. Probleme treffen auch die vorher so hoch gelobten Charaktermodelle. Diese standen nämlich bereits zweimal ohne Gesicht dar. Nach einer kurzen Recherche stellte sich das als der „No face“-Bug heraus.  

Darf ich vorstellen: Arno und Elise!

Wer braucht schon Straßen?…

Zum Glück treten die Probleme dank Patches immer seltener auf, komplett gefixt sind sie allerdings noch nicht. Die Spielbarkeit bleibt trotz Kinderkrankheiten trotzdem erhalten. Das Gameplay hat sich übrigens im Vergleich zu den Vorgängern etwas verändert, obwohl das erfolgreiche Prinzip gleich bleibt: Klettern und Töten. Im Bereich Klettern hat sich allerdings etwas getan, denn nun können wir nicht nur geschmeidig nach oben klettern, sondern kommen genauso geschmeidig wieder nach unten. Durch neu aufgenommene Parcour-Sequenzen kommen wir so stylisch und vor allem sicher auf den Boden der Tatsachen zurück. Das gibt Arno noch etwas mehr Freiheiten beim Klettern, obwohl er zwischendurch, genauso wie seine Vorgänger, trotzdem noch Wände und Mauern hochklettern will, die wir ihm aber nicht vorgegeben haben. So sprinten wir eine Gasse entlang, werden von einer Menschenmenge nach außen gedrückt und klettern plötzlich eine Leiter hoch, weil Arno die Annäherung an die Leiter als Zeichen zum Klettern gedeutet hat. Das hört sich jetzt nach einem seltenen Ereignis an, leider kommt der Eigensinn des Franzosen noch viel zu häufig vor. Wo die Kletterei immer noch Luft nach oben hat, hat Ubisoft vor allem am Kampfsystem gearbeitet. Vorbei sind die Zeiten, in denen wir mit Ezio 30 Gegner hintereinander ausgeschaltet haben, indem wir pro Gegner ausschließlich einen Button betätigt haben. Nun müssen wir geschickter Kämpfen, das Kontern ist nun nicht mehr so effektiv und drängt Gegner nur zurück, außerdem sind unsere Widersacher deutlich stärker. Wir müssen außerdem effektiver gegen unterschiedliche Arten von Gegnern vorgehen. Schön ist auch, dass nun nicht mehr unzählige Wachen aus allen Teilen der Stadt angelaufen kommen, sondern nur die, die die Situation auch im Blick haben. Die einzige Möglichkeit, Wachen aus dem Nichts hervorzuzaubern, ist das Läuten der Alarmglocke. Logisch!  

Die versteckte Klinge darf natürlich nicht fehlen!

Neu und gut…

Neuerdings können wir übrigens jeglichem Kampf aus dem Weg gehen, wenn wir ein Attentat begehen wollen. Ubisoft hat nämlich auch am Missionsdesign einiges verändert. So ist es uns möglich, unseren eigenen Weg zu unseren Zielen zu finden. Dazu stehen uns meist unzählige Möglichkeiten zur Verfügung. Einmal können wir an unterschiedlichen Orten einsteigen, z.B. dringen wir durch die Kanalisation ein, steigen durch das offene Fenster oder nehmen doch die Vordertür, ein anderes Mal entscheiden wir über die Art des Todes. Soll es ein einfaches Attentat mit unserer versteckten Klinge werden, oder greifen wir doch auf ein paar spezielle Möglichkeiten zurück und vergiften unser Opfer mit einem Wein. Die Möglichkeiten anzubieten ist ein eindeutiger Schritt in die richtige Richtung, zudem kommt ein brandneues Feature, was uns noch mehr Freiheiten gibt: Das Schleichen. Arno ist nämlich der erste Assassine, der es schafft in die Hocke zu gehen. Durch die Stealth-Einlagen können wir z.B., wie bereits erwähnt, Kämpfe umgehen und im Schatten wandeln. Leider hat die Mechanik noch ein paar Probleme. So können feindliche Wachen uns aus unmöglichen Positionen erspähen. Gleichzeitig helfen uns dann auch nicht die alarmierenden Zeichen über den Köpfen der Wachen, weil wir schlecht aus dem Schleichmodus rauskommen, da wir förmlich an den Gegenständen festkleben. Für eine Neueinführung dieses Systems, was durchaus einmal Zeit war, kann sich der Schleichmodus aber trotzdem sehen lassen. Spätestens jetzt stellen wir aber fest, dass Ubisoft dem Spiel nicht den Feinschliff gegeben hat, den es eigentlich verdient hätte.

Unser Assassine ist individuell anpassbar!

Neu und schlecht…

Aber Neuerungen sind es allemal, trotzdem gibt es auch negative neue Funktionen. Da wäre zum einen das neue Aufwertungssystem. Wir erhalten nicht mehr Fähigkeiten, indem wir in der Haupthandlung voranschreiten bzw. neue Sachen finden, sondern können von Anfang an mit Skillpunkten die Fähigkeiten auswählen, die wir für die besten erachten. Das trägt zwar einiges zur Individualität des Charakters bei, ein Erwerb der Waffen in einem tatsächlich vorhandenen Laden wäre trotzdem besser gewesen. Auch, dass man Fähigkeiten wie das Doppelattentat erst freischalten muss, ist mehr als belanglos. Seine Vorfahren konnten das schließlich von Anfang an. Brandneu ist auch die Einbindung einer Companion-App, wie bei Publisher-Gefährte Watch Dogs und neuerdings auch Mikrotransaktionen, mit denen wir unseren Fähigkeitenbaum schneller abarbeiten können ohne zu viel Zeit zu investieren. Das letzteres sich ins Spiel eingeschlichen hat, hat durchaus negativen Charakter, allerdings kann man dieses Angebot auch komplett meiden, was die Existenz angenehmer macht. Die Sache mit der App hingegen stößt sauer auf, wenn sich einige Truhen in der Stadt nur öffnen lassen, wenn man sich die Companion-App auf sein Smartphone oder Tablet lädt und damit herumspielt. Beides ist natürlich wieder ein Mittel von Ubisoft, mehrere Endgeräte zu vernetzen und vor allem mehr Geld zu verdienen, die App aber so ins Spiel zu integrieren, dass man Truhen nicht ohne die App öffnen kann, ist nervig. Truhen finden und öffnen gehört übrigens zu einer der vielen Nebenaktivitäten, denen wir im Spiel nachgehen können. Wir können Gebäude renovieren, Nostradamus-Codes suchen, die üblichen Aussichtspunkte erklimmen, verborgene Glyphen finden oder, was komplett neu ist, mit Arno in ein anderes Zeitalter springen. Dadurch gelangen wir in das Paris der Moderne und müssen Datenfragmente innerhalb einer gewissen Zeit einsammeln. Diese Nebenmissionen sind eindeutig actionorientiert, bieten aber mit abstrusen Ideen, wie dem Ausweichen eines gigantischen Wirbelsturms, eine gute Abwechslung. So cool wie Black Flag oder Rogue sind die Nebenmissionen allerdings nicht. Das liegt aber mitunter daran, dass Paris nicht so groß ist, wie der Nordatlantik, in dem wir in den Vorgängern nach Schätzen gesucht und mit unserem Schiff Seeschlachten ausgetragen haben. Arno bleibt in Unity größtenteils an Land. Wer übrigens nicht alleine gegen die Templer in die Schlacht ziehen will, der kann satte 18 Missionen auch im Koop absolvieren. Die Missionen die ich bisher gespielt habe, sind allesamt abwechslungsreich und bieten unterschiedliche Ansätze. In einer Mission gilt es, das Opfer lautlos auszuschalten, und zwar im Team, in einer anderen Mission spaltet uns das Team in zwei Gruppen auf, um unterschiedliche Punkte zu erreichen. Wir können die Missionen natürlich auch alleine absolvieren, allerdings ist das Schema der Missionen eindeutig auf einen Mehrspielermodus ausgelegt.

Ihr erlebt eine kurze Zeit auch die Kindheit des jungen Arno Dorian!
 

Fazit:

Assassins Creed: Unity erfindet das Franchise nicht neu, spielt sich aber in vielen Aspekten frisch und anders. Ein überarbeitetes Kampfsystem, sowie neue Kletterbewegungen und das Schleichsystem stechen da positiv hervor, obwohl alles noch etwas Feinschliff vertragen hätte. Das gilt übrigens auch für das ganze Spiel. Technisch ist Paris das Schönste, was Ubisoft bisher in dieser Spielereihe auf den Bildschirm gezaubert hat, aber die Immersion wird getrübt durch zu viele Fehler und Ruckler. Da frage ich mich, ob vielleicht auch weniger Leute auf einem Bildschirm ausgereicht hätten, um der Performance etwas Gutes zu tun. Sonstige Neuerungen, wie Mikrotransaktionen, die Companion-App und das neue Aufrüstungssystem fallen eher negativ auf, stören das Gesamtbild aber nur geringfügig. Dafür ist die Handlung um den charismatischen Franzosen Arno und seine Partnerin Elise zu fesselnd, die geschichtlichen Ereignisse zu interessant und die historischen Persönlichkeiten zu allgegenwärtig. Und es gibt viel zu tun um revolutionären Paris. Auch zu zweit oder zu viert, wenn wir wollen. Ubisofts Aktie sinkt zwar durch Unity, aber das liegt ausschließlich an den Fehlern im Spiel. Ohne technische Fehler wäre Assassins Creed: Unity eindeutig eines der besten Assassins Creed-Spiele. So ist es „nur“ gut, an Ezios erstes und zweites Abenteuer und Edward Kenways Piratenzeitalter kommt Unity aber nicht heran.  

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