Saints Row IV: Re-elected im Test

Normale Waffen - Nicht mit uns!

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Der Jahresbeginn ist fast schon wieder einen Monat her, da trauen sich die ersten Spiele aus ihren Schlupflöchern. Die Zombie-Apokalypse Dying Light ist bisher nur aus dem Ausland verfügbar, da die USK sich weigert, ein „USK 18“ für das Zombie-Geschnetzel zu verteilen. Aber die auf CD gepresste Fassung erhalten wir in Deutschland, wenn überhaupt, sowieso erst Ende Februar. Damit ist Dying Light erst einmal raus. Das nächste, hochkarätige Game erwartet uns dann am 10. Februar: Evolve. Teambasierte 4 vs. 1-Matches als Jäger oder als tödliches Monster auf unterschiedlichen Karten, mit unterschiedlichen Klassen und unterschiedlichen Modi. Aber auch das ist ja noch eine Weile hin. Warum also nicht mit einem Titel beschäftigen, den es so schon gab, aber so auch wieder nicht.  Ja, Volition hat es auch getan. Nach Metro Redux, dem Next Gen-GTA V und The Last of Us Remastered bringt auch das US-Amerikanische Entwicklerstudio ihr Zugpferd erneut auf den Markt. Saints Row IV Re-elected wurde es getauft, ist am 23. Januar auf den Markt gekommen und enthält alle kostenlosen, sowie alle kostenpflichtigen DLCs der Old Gen-Variante. Ganz neu ist hingegen nur das DLC Gat out of Hell. Lest hier in unserem Test, was das neue DLC so auf dem Kasten hat und ob sich der Kauf der aufpolierten Alien-Metzelei lohnt.

Publikumsliebling Gat reist in die Hölle, um seinen Chef vor der Zwangsheirat zu bewahren!

Dubstep und anschwellende Köpfe…

Nachdem der dritte Teil der Reihe den Staub eines GTA-Klons abwerfen konnte, und dafür eine gehörige Portion Absurdität hinzugefügt hat, steht Saints Row vor allem für Eines: Wenn du denkst es kann nicht mehr skurriler werden, setzt das Spiel immer noch eine Schippe drauf. Wer kann von sich schließlich behaupten, in einem anderen Spiel jemals eine Dubstep-Kanone benutzt zu haben? Oder einen Schwarze-Loch-Werfer, den Inflationsstrahl, der Köpfe anschwellen lässt und dann zum Platzen bringt, oder einem Werfer, der Menschen als Munition benutzt?  Also ich nicht! Aber nicht nur im Waffenarsenal hat das Entwicklerteam ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Wir retten direkt zu Beginn die Welt, werden aufgrund dessen als logische (Vorsicht: Sarkasmus!) Schlussfolgerung zum Präsidenten gewählt und ziehen gemeinsam mit unserer Clique, den namensgebenden Saints, in das Weiße Haus ein. Das ist natürlich noch keinesfalls das Ende, denn ein Bösewicht namens Zinyak versucht mitsamt einer Alien-Armee uns den Gar auszumachen. Da wir Drohungen natürlich so gar nicht leiden können, versuchen wir im Laufe der adrenalingeladenen Geschichte den Verbrecher in Verwahrung zu nehmen. Das stellt uns im Laufe der Story vor einige Schwierigkeiten. Da trifft es sich ganz gut, dass wir im vierten Teil Superman, Flash und Magneto gleichzeitig sind. Wir können fliegen, blitzschnell wie Flash über den Asphalt sprinten, mit der  Kraft unserer Gedanken Objekte zum Schweben zu bringen oder mit einem Stampfer unser näheres Umfeld von Aliens zu säubern.

Der Teufel kann Gat so gar nicht ausstehen!

Identisch, aber viel…

Wer Saints Row IV auf der alten Konsole oder auf dem PC bereits gespielt hat, wird an dieser Stelle feststellen, dass das der identische Inhalt ist, den uns auch die alten Varianten geboten haben. Es gibt immer noch die beinahe schon obligatorischen Versicherungsbetrug-Missionen, bei denen wir uns vor Autos werfen und unseren Multiplikator erhöhen, unser Charakter kann beliebig oft und je nach Geschmack individualisiert werden und die Hauptmissionen bieten weiterhin Over-the-top-Action für viele unterhaltsame Stunden vor der Konsole. Dazu kommt, dass ganze 27!! DLCs dem Spiel enthalten sind, die die Spieldauer noch mal um einige Stunden in die Höhe treiben. Von diesen 27 DLCs sind allerdings nur drei wirklich zeitfüllend, der Rest stattet den Spieler „ausschließlich“ mit neuen, absurden Waffen oder lustigen Kostümen aus. Die drei Haupt-Erweiterungen bringen jeweils ihre eigene Geschichte mit in das Saints-Universum und haben die wohlklingenden Namen Enter the Dominatrix, How the Saints save Christmas und Gat out of Hell. In Enter The Dominatrix stellt sich euch ein Domina-Programm entgegen, das euch mit Domina-Sklaven versucht den Gar auszumachen. In  How the Saints save Christmas müsst ihr den bösen Santa Claws ausschalten, der Weihnachten ruinieren will. Tatkräftig an eurer Seite steht euch dabei der echte Santa Claus, der mit euch gemeinsam gegen Lebkuchenmänner in den Kampf zieht.

Kinzie und riesige Flügel sind auch am Start!

Gat out of Hell…

Brandneu in Saints Row IV Re-elected ist allerdings nur das letzte DLC: Gat out of Hell. Wie der Entwickler hier mit einem kleinen Wortspiel zu erkennen gibt, spielt ihr im neuen DLC den Publikumsliebling Gat, der gemeinsam mit Kinzie versucht, den Präsidenten und Chef der Saints aus den Fängen des teuflischen Beelzebub zu befreien. Warum der Teufel gerade den Präsidenten entführt, scheint in der sonstigen Fantasie des Spiels fast bodenständig: Der Satan möchte gerne einen Mann für seine Tochter. Die Spielzeit des DLCs beträgt, wie bei den beiden zuvor, ungefähr zwei bis drei Stunden und führt uns hinab in die feurigen Abgründe der Hölle. Das klingt allerdings deutlich spannender als es ist, denn die Hölle entpuppt sich nur als ein etwas düstereres, rötlicheres und weniger humorvolles Abziehbild von Steelport. Trotz Meetings mit Shakespeare und Blackbeard schwächelt das DLC deutlich mehr, als seine durchweg verrückt-komischen Vorgänger. Die Gag-Dichte ist nicht dicht genug, zwischendurch fehlt einem der notwendige Humor. Da wäre deutlich mehr drin gewesen! Auch spielerisch bringt die Erweiterung wenig neue Ideen, hier ein paar Superkräfte und da ein paar neue Waffen, aber mehr nicht. Neben dem Hauptspiel, den alten DLCs und dem neuen DLC Gat out of Hell hat Saints Row IV auch ein Grafikupdate spendiert bekommen. Das Spiel läuft nun in 1080p und ruckelt nicht mehr so stark, wie auf den alten Konsolen. Grafisch ist Saints Row IV keinesfalls ein Glanzstück, dafür ist die genutzte Engine einfach schon zu altbacken für moderne Verhältnisse, aber die Effekte der Vielzahl an Waffen und Superkräfte und die verbesserte Weitsicht im Flugmodus wirken im neuen Glanz um einiges pompöser.

Dämonische Schergen machen euch das Leben zur Hölle!

Fazit:

Eine Frage stellt sich bei dem Keyword Remastered durchgehend: Muss sich ein Besitzer der alten Variante die neue Variante zulegen? In diesem Fall lautet die Antwort: Nein, muss er nicht. Saints Row IV Re-elected bietet das, was Saints Row IV auf den alten Konsolen schon vor mehr als einem Jahr geboten hat: Spielspaß bis zum Schluss, eine nie enden wollende Fantasie, die in jeder Pore des Spiels spürbar ist und einen derben, meiner Meinung nach, durchweg witzigen Hau drauf-Humor. Wer Saints Row IV also noch nie gespielt hat, dem bietet die neue Version ein Rundum-sorglos-Paket für ein überdrehtes Open-World-Abenteuer. Neu und damit Kaufgrund für Vorbesitzer wäre allerdings nur das neue DLC Gat out of Hell. Das können sich interessierte aber auch separat herunterladen. Zudem vermittelt die Hölle nicht denselben Charme und denselben abgedrehten Humor, den die Vorgänger oder die Vollversion an den Tag gelegt haben. Grafisch hat das Spiel außerdem nur einen kleinen Sprung nach vorne gemacht. Der Engine merkt man die Altersschwäche langsam an. Dennoch: Saints Row IV Re-elected bietet eine sehr gute und vor allem andersartige Unterhaltung über viele Stunden. Für Neulinge, die z.B. den Xbox One-Exklusivtitel Sunset Overdrive mochten, absolut einen Blick wert, für Alteingesessene Saints Row IV-Spieler gilt lieber das Warten auf Saints Row V.

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