Battlefield: Hardline-Beta

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März diesen Jahres erwartet uns der nächste Ego-Shooter, dieses Mal steht aber nicht Call of Duty im Titel des Spiels, sondern Battlefield aus dem Hause EA kehrt auf die Bildschirme zurück. Mit etwas anderem Spielprinzip und hoffentlich mit von Anfang an funktionierendem Multiplayer-Erlebnis Wir haben die Beta vom 3. Februar bis zum 10. Februar gespielt und werden nun unsere Eindrücke mit euch teilen.

Eine Umstellung…

…ist es allemal, wenn wir von Call of Duty: Advanced Warfare zurückkehren auf große Karten mit Fahrzeugen und Respawns, die länger dauern als eine Sekunde. Aber daran kann sich der Spieler schnell gewöhnen, doch zu Beginn der Beta herrschte dennoch totales Chaos. Zumindest für mich. Ich, der die Alpha nicht gespielt hat, kann wenig über die Verbesserungen hinsichtlich der vorangegangenen Version sagen, hoffentlich verständlich ist aber, dass ich zu Beginn deutlich überfordert war. Das hatte vor allem etwas mit dem neuen Interface zu tun, was anders strukturiert ist, sowie mit ganz neuen Features, die der Entwickler Visceral Games in das Spiel implementiert hat. Aber erst einmal eins nach dem anderen…  

Geld regiert die Welt!

Das trifft auch auf Battlefield: Hardline zu, denn wir schalten nun nicht mehr Waffen durch erringen von Erfahrungspunkten frei, sondern können unser Arsenal gegen druckfrische Banknoten eintauschen. Das benötigte Geld dafür erlangen wir in den Spielmodi, indem wir Retten, Töten, Rauben, Heilen, Reparieren und, und, und. Spielen wir erfolgreich, kommt einiges zusammen und wir sind in der Lage uns ein neues Schießeisen zuzulegen. Upgrades schalten wir, wie aus vorherigen Teilen gewohnt, durch eine gewisse Anzahl an Kills mit der genutzten Waffe frei und können diese dann ebenfalls für ein wenig Kleingeld auf unsere Waffe montieren. Unter den Upgrades befinden sich wieder die üblichen Verdächtigen: Neue Griffe, Läufe oder Aufsätze. Außerdem können wir uns für jede Waffe einen neuen Skin zulegen. Wir müssen übrigens nicht nur jede Waffe einzeln aufwerten, sondern auch jede Klasse, und jede Kategorie. Es lässt sich also wieder viel Zeit in EAs Ego-Shooter verlieren. Es gibt, das zumindest ist gleich gebleiben, insgesamt vier verschiedene Klassen: Der Operator, der mit Karabiner oder Sturmgewehr um sich schießt und zusätzlich seine Kameraden mit Medizin versorgt, der Mechanic, der Maschinenpistolen sein eigen nennt und z.B. Granatwerfer oder Reperaturwerkzeug mit sich führen kann, der Enforcer, der zu Beginn mit Schrotflinten für Aufmerksamkeit sorgt, und der Profi, der mit dem Scharfschützengewehr herumhantiert. Alle vier Klassen haben ihre eigenen Finessen, bedingt vornehmlich durch ihre Waffenauswahl. Jede Klasse wird aber auch noch in insgesamt vier Kategorien repräsentiert: Da wären die Diebe, die Gangster, das SWAT und die Undercover-Agents. Die Diebe treten im Überfall-Modus gegen das SWAT-Team an, die Gangster stellen sich in Hotwire den Undercover-Agents. Die Verbrecher haben andere Schießeisen, als die Cops. Das bringt noch einen Funken mehr Abwechslung in das Spiel, weil wir gezwungen sind, mindestens zwei verschiedene Waffen pro Klasse zu nutzen (einmal die Waffe der Gangster und einmal die der Cops).  

Im Überfall-Modus versuchen wir als Diebe die Tresore leerzuräumen!

Hände hoch, Überfall!…

In der Beta konnten wir drei verschiedenen Modi spielen, von denen zwei wirklich neu waren: Überfall und Hotwire. In Überfall versuchen wir als Verbrecher, so schnell wie möglich einen Tresor zu knacken, und die beiden darin enthaltenen Pakete zu den Fluchtpunkten und in den Flucht-Heli zu befördern. Das hört sich natürlich einfacher an, als es ist, schließlich versucht das SWAT-Team, diesen Überfall zu unterbinden. Die einzige spielbare Map in diesem Modus war Banküberfall. Diese setzt das Geschehen mitten in der Innenstadt an, wo Straßen von hohen Gebäuden umgeben sind und auch die Bank selber aus mehreren Etagen besteht. Dazu kommt, dass Banküberfall keine kleine Karte ist. Es gibt einige Parkhäuser an den Seiten der Bank, die mit großen Dachflächen gut zum snipern einladen, die Bank selber hat eine große Lobby, weitläufige Treppen, Nebeneingänge und große Fensterfassaden. Dazu kommen Säulengänge an der Außenwand, ein U-Bahn-Schacht und breite Straßen ohne viele Deckungsmöglichkeiten. Die Karte ist für 32 Spieler genau richtig.  

Der erste Versuch…

Das erste Match als Dieb grenzte an ein heilloses Durcheinander. Keiner wusste genau, was zu tun war. Doch mit der Zeit wurde das Ziel des Spiels immer deutlicher. Zugleich füllten sich die Markierungen mit Sinn. Erst den Tresor knacken, dann Paket 1 oder 2 zu den Fluchtpunkten bringen. Eigentlich ganz simpel! Am Anfang dachte jedoch noch kein Spieler daran, den Paketträger zu schützen, was meist in dem Sieg der Cops endete, die im Gegensatz zu den Dieben unendlich viele Tickets haben, die sie verbrauchen können. Doch mit den Matches wurde das Teamplay besser, der Paketträger wurde meist durch ein ganzes Team von blauen und grünen Verbündeten geschützt und wir opferten unser Leben mit Freuden, wenn das Paket sicher zum Fluchtpunkt gebracht werden konnte.  

Downtown: Die Stadtkarte für Hotwire!

Adrenalin pur!…

Wegen solchen Momenten, machte die Beta richtig viel Laune. Nach noch einigen Matches mehr entdecktn wir auch noch einige weitere Kniffe der Karte: Es gibt insgesamt drei Einstiegpunkte in den Tresor, die allesamt einen schnellen Raub ermöglichen. Überall an den Wänden sind übrigens noch einige Gadgets verteilt, wie der Defibrillator, oder Spinde mit Munition oder Leben. Dazu gibt es den ein oder anderen Raketenwerfer und die neuen Seilrutschen und Kletterhaken, mit denen wir uns schnell von Dach zu Dach oder vom Boden aufs Dach begeben können. Apropos Gadgets: Jede Klasse hat unterschiedliche Gadgets, die ebenfalls für Ingame-Geld gekauft werden müssen, bevor sie benutzt werden können. Auch das Spiel verändert sich im Laufe der Zeit. Wo sich am Anfang eine Schrotflinte oder ein Automatikgewehr in den engen Korridoren der Bank empfiehlt, wird zur Verteidigung oder Eroberung der Fluchtpunkte gerne einmal zum Scharfschützengewehr gegriffen.  

Seitenwechsel…..

Und auch auf der Seite der Cops geht der Spielspaß nicht so schnell aus. Als SWAT-Einheit versuchen wir den Banküberfall zu verhindern. Dazu verteilen wir uns meistens im Tresor –sofern dieser bereits geknackt ist – und schießen unser Magazin leer, was das Zeug hält. Vor allem die Positionen an den Tresortüren bieten häufig ordentliche Kampfgefechte, weil die Tür sowohl von außen, als auch von Innen geöffnet werden kann. Kurz kommt ein Funken Metro-Feeling auf. Wird das Paket dann doch einmal in einem unachtsamen Moment aus dem Tresor entwendet, müssen wir als Cop den Dieb niederschießen und solange neben dem Paket verweilen, bis sich der kleine weiße Kreis in der Mitte des Bildschirm gefühlt hat. Das dauert als Cop eine gefühlte Ewigkeit, bietet den Verbrechern aber die Chance, das Paket direkt zurückzuerobern. Hier reicht nämlich ein einfaches darüber laufen.    

Staubwüste: Die zweite Karte für Hotwire! Ländlich und besser einsehbar!

Heißer Draht…

Der zweite spielbare Modus ist Hotwire. Als Gangster bzw. Undercover-Cop versuchen wir hier, die markierten Fahrzeuge einzunehmen, uns hinter das Steuer zu klemmen und solange mit den Fahrzeugen herumzufahren, wie möglich. Das sorgt nicht nur für ordentlich Spielspaß hinter dem Lenkrad, sondern hat den positiven Nebeneffekt, dass die Ticketanzahl des Gegners sich langsam aber sicher dem Ende zuneigt. Hotwire lässt sich am besten als Eroberung mit fahrenden Kontrollpunkten beschreiben. Umso mehr Kontrollpunkte das Team im Besitz hat, umso schneller sinkt der Ticket-Vorrat des Gegners. Insgesamt gibt es fünf solcher Fahrzeuge, wobei die Auswahl zwischen schwerfälligem LKW, einem geräumigen Van oder einem wendigem PKW besteht. Entweder sind wir Fahrer oder wir befinden uns auf dem Beifahrer- bzw. Rücksitz und feuern auf Verfolger. Dabei können wir uns per einfachem Tastendruck einfach aus dem Fenster lehnen. Dadurch haben wir zwar ein besseres Sichtfeld, bieten aber eine deutlich vergrößerte Zielscheibe als vorher. Helikopter gibt es übrigens auch wieder, auf den bisher gespielten Karten dienen diese aber nicht als Eroberungspunkt. Hotwire lässt sich übrigens auf zwei verschiedenen Karten in der Beta spielen. Einmal in Downtown zwischen hohen Gebäuden mit Brücken und co. Und ein anderes Mal auf dem Land, weitläufig, eher flach gehalten, aber mit zahlreichen Häusern und Bungalows am Straßenrand. Letztere werden in Hotwire allerdings nur zum Nebenschauplatz. Ich war ganz erstaunt darüber, wie liebevoll manches Interieur eingerichtet worden ist, als ich zum ersten Mal ein Haus betreten habe. Aber das wir einen Gegner in einem Gebäude begegnen, ist auf beiden Karten sehr unwahrscheinlich. Wer den Mechanic übrigens noch nicht gespielt hat, weil er in Überfall für viele Spieler vielleicht nicht die favorisierte Wahl darstellt, kann ihn wunderbar in Hotwire ausspielen. Einfach mit dem vorher zu kaufenden Reperaturwerkzeug in ein zu eroberndes Auto setzen und durchgehend reparieren oder versuchen mit dem Granatwerfer den Gegenverkehr oder Verfolger zu beschießen. Das bringt gemeinsam mit einem guten Mann hinter dem Steuer schon einmal bis zu 5000 Punkte, also 5000$ in Cash. Wer auf den Granatwerfer verzichten will, kann aber auch auf C4 oder den Raketenwerfer zurückgreifen, die vor allem auf Staubwüste effektiv einsetzbar sind.    

Hotwire spielt sich schnell und hauptsächlich in Fahrzeugen! Ziel sind die markierten Fahrzeuge, die als Kontrollpunkte dienen.

Und sonst so?

Außerhalb der Modi gibt es auch noch ein paar Neuerungen. So gibt es in Battlefield: Hardline den Hacker-Modus, durch den wir uns Kontrolle über die Map verschaffen können. Wir streifen dann nicht mehr als Gangster oder Cop über die Map, sondern versuchen unser Team von oben zu unterstützen, indem wir Feinde markieren oder Verbündete verstecken. Eine ganz nette Spielerei, die für bisher noch nicht so viel Spaß offenbart hat, wie der Einsatz direkt im Feld. Nun noch einen Blick auf die Technik des Spiels: Auf der Xbox One lief das Spiel ohne Probleme und ohne unnötige Server-Abstürzte. Das lässt auf einen guten Start direkt nach Release hoffen. Grafisch kann das Spiel mich persönlich aber noch nicht überzeugen. Die Effekte, das Interieur und vor allem die Charaktermodelle sehen durchaus schön aus, aber vor allem die Texturen in Staubwüste wirken eher wie gutes  Mittelmaß, anstatt nach High-End. Ich hoffe Visceral Games besser hier an einigen Stellen noch nach, schließlich bleibt dem Entwicklerstudio ja noch mehr als ein Monat Zeit dafür. Ansonsten….  

Fazit:

…kann der Spieler sich getrost auf Battlefield: Hardline freuen. Das das Räuber und Gendarm-Prinzip bei den Spielern gut ankommt, zeigen die rekordträchtigen Zahlen, die EA nach der Beta präsentiert hat. Über sechs Millionen Spieler haben die Beta gespielt! Ich muss zugeben, ich war skeptisch, aber nach wenigen Spielstunden hat auch mich das Spielprinzip gefesselt, vor allem der Überfall-Modus ist nicht eine Sekunde langweilig geworden und das trotz einer einzigen spielbaren Karte. Auch Hotwire haben wir Spieler so noch nicht gesehen. Eroberung mal anders. Ich bin definitiv gespannt, welche Modi und Karten der Entwickler noch bereithält. Battlefield: Hardline kann kommen.

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