Assassins Creed Unity: Dead Kings im Kurztest

Tief graben!

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Das riecht doch alles nach einer Wiedergutmachung nach dem spielerunwürdigen Verkaufsstart von Assassins Creed: Unity. Bugs wohin das Auge reichte, eine durchgehend instabile Framerate, Pop-Ups am Horizont oder meistens direkt neben uns, wenn einzelne Bürger Paris‘ aus dem Nichts auftauchten. Patches konnten die größten Schwierigkeiten beheben, dennoch bleibt der Imageschaden bei Publisher Ubisoft bestehen. Als Gegenmaßnahme hat dieser nun beschlossen, ihr neues Erweiterungspaket namens Dead Kings kostenlos auf den Markt zu werfen. Wir merken dem Addon in jeder Pore an, das die Franzosen das DLC gerne kostenpflichtig angeboten hätten. Ob das nun aber kostenfreie DLC mit mehr als 7 GB Download die vergraulten Fans wieder zurück in den Animus holen kann, erfahrt ihr hier in unserem Kurztest!

Arno in Franciade!

Alte Laster…

Wer den Test zu Assassins Creed: Unity noch nicht gelesen hat, kann dies gerne hier nachholen, denn Assassins Creed: Unity ist keinesfalls ein schlechtes Spiel. Optisch ist Paris die schönste offene Spielwelt im Jahr 2014, und auch Story und Gameplay sind wie von Assassins Creed gewohnt auf einem sehr hohen Niveau, obwohl Letzteres so langsam Abnutzungserscheinungen zeigt. Dann fallen uns aber wieder die negativen Aspekte ins Auge, die ich schon in der Einleitung abgehandelt habe. Daher vorab: Dead Kings plagen keine größeren technischen Schwierigkeiten, obwohl die mittlerweile routinemäßigen Pop-Ups von Zivilisten auch in der neuen Stadt Franciade nicht ausbleiben. Wir sollten übrigens erst mit dem Addon anfangen, wenn wir die Story aus Unity komplett abgeschlossen haben, denn das DLC setzt die Handlung nach dem Finale in Unity fort.

Neues Gebiet…

Franciade besteht aus drei Bereichen, die allesamt wieder den Sammeltrieb und den Erkundungsgeist der Spieler befriedigen wollen. Es gibt zwei aufzuklärende Mordfälle, einige sammelbare Objekte sowie neue Nebenmissionen. Nichts Neues also, die Welt von Assassins Creed bleibt auch in diesem kleinen Dörfchen vollgestopft mit Nebenbeschäftigungen. Hauptschauplatz der neuen Erinnerungssequenz, ist die Kathedrale St. Denis, in die wir im Laufe der Haupthandlung immer weiter hinabsteigen und nach einem mysteriösen Geheimnis Ausschau halten, welches laut Marquis de Sade und Napoleon Bonaparte hier verborgen sein soll. In drei bis vier Stunden ist die Hintergrundgeschichte durchgespielt und unterscheidet sich von der erzählerischen und spielerischen Struktur kaum von seinem großen Bruder.

Im Untergrund kümmern wir uns um die Grabräuber!

Schleichen, rätseln, schießen….

Der wohl größte Unterschied ist der, dass wir als Arno deutlich öfter den Schleichmodus frequentieren, als noch in Unity. Das ist allerdings Fluch und Segen zugleich. Es bringt etwas Abwechslung in das angestaubte Spielprinzip, allerdings funktioniert das Schleichen wie im Hauptspiel nur semioptimal. Meistens werden wir aus unmöglichen Positionen von Wachen erspäht oder kleben an der Deckung fest. Interessanter sind da eher die wenigen Kletter- und Rätseleinlagen, die Ubisoft in das Addon eingebaut hat. Leider sind diese durchweg zu simpel geraten und fordern aufgrund von zahlreichen Markierungen auf der Minimap selten viel Gehirnschmalz. Neue Ausrüstung hält Dead Kings auch für uns bereit: Zum einen bekommen wir einen Laterne, mit der wir Krabbelgetier auf dem Boden verscheuchen, Hinweise sichtbar machen oder einfach nur Licht in die Finsternis bringen. Nun auch im Hauptspiel nutzbar ist die Guillotinekanone. Sie ist im Nahkampf, wie aus der Entfernung gleichweg nützlich, da sie Axt und Flinte kombiniert. Damit ist ihr Vorhandensein neu, ihre Fähigkeiten nicht. . Durchaus cool in der Handhabung, aber keinesfalls revolutionär. Dafür ist sie im Kampf gegen die Grabräuber durchaus nützlich. Die Grabräuber sind überdies durchaus interessante Kontrahenten, da sie alleine keine Chance gegen uns haben und erst im Rudel gefährlich für uns werden. Aber auch hier macht uns Ubisoft das Leben nicht allzu schwer. Töten wir den Anführer der Rasselbande, fliehen die anderen zurück in ihre Löcher!

Franciade und die Kathedrale St. Denis sind deutlich düsterere Schauplätze, als die im Hauptspiel!

Fazit:

Wirklich neues gibt es in Assassins Creed Unity: Dead Kings nicht! Das Spiel bleibt seiner breit gefüllten Minimap treu und schmeißt uns mit Nebenmissionen zu. Die Hintergrundgeschichte hat mit circa 4 Stunden Länge einen soliden Inhalt und führt die Story des Hauptspiels konsistent fort. Zudem treffen wir auf alte Bekannte. Grafisch bewegen wir uns weiterhin auf einem sehr, sehr hohen Niveau, gemütstechnisch stellen Franciade und die Kirche aber deutlich düsterere Schauplätze dar. Alles stimmt, wirklich überragend oder gar überraschend ist aber nichts in dem neuen Addon. Eine Überraschung wäre z.B. gewesen, wenn sämtliche Bugs aus dem Spiel entfernt worden wären. Aber das bleibt wohl eher ein Wunschtraum! Aber wer sagt bei 0€ schon nein zu einem soliden Addon eines spielerisch guten Assassins Creed.

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