Devil May Cry: Definitive Edition im Test

Ultrakombo!

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Es ist mal wieder Zeit für ein Remastered. Momentan scheint es eher unüblich zu sein, KEIN Remastered von einer Old-Gen-Variante herauszubringen. Auch Capcom und die Entwickler Ninja Theory wollen demnach etwas vom Kuchen abhaben und schicken ihr hochgelobtes Reboot von Devil May Cry und dessen Protagonisten Dante erneut ins Rennen. Was hat es nicht alles für Spott und Häme gegeben, bevor das Spiel vor zwei Jahren auf den Markt gekommen ist? Held Dante sei zu modern, zu verweichlicht, ein Teenager mit seltsamer Frisur. Doch als das Spiel schlussendlich in den Läden stand, verhallte die Häme und Devil May Cry galt ab dato als Paradebeispiel eines erfolgreichen Reboots. So wundert es einen nicht, dass auch Capcom ein paar Extra-Doller mehr einheimsen möchte, indem man das Spiel einfach noch ein zweites Mal für die Current-Gen anbietet. Was die Definitive Edition so alles kann, lest ihr hier bei uns im Test!

Unsanft geweckt…

Es ist früh am Morgen, als Dante aus einem tiefen Schlaf geweckt wird.  Vehement skandierte Worte fordern ihn auf, die Tür seines Wohnwagens zu öffnen. Draußen wartet eine mysteriöse Frau. Im Adamskostüm begegnet Dante der jungen Kat zum ersten Mal. Zur erwarteten Zweisamkeit kommt es allerdings nicht, denn Kat hat ein paar unschöne Neuigkeiten für Dante im Gepäck. Ein Jägerdamön ist auf der Suche nach unserem Schützling. Warum wissen wir erst nicht, nach wenigen Minuten Spielzeit ist der große Jäger aber auch schon Vergangenheit. Lange auf unserem Sieg ausruhen können wir uns allerdings nicht, denn unser Zwillingsbruder Vergil erklärt uns, dass wir wichtigeres zu tun haben, als banalen Jägerdämonen den Gar auszumachen. Als sogenannte Nephilim, ein Mischmasch aus Engel und Dämon, sind wir nämlich die einzigen denen es möglich ist, den Oberboss Mundus aufzuhalten. Dieser ist gerade dabei, sich unsere Heimat Limbo City unter den Nagel zu reißen.

Mundus, der Oberboss des Bösen, versucht unsere Heimat zu erobern!

Unterhaltsame Fantasy…

Uff! Das hört sich nach viel konfusem Zeug an. Entfernen wir aber den Devil May Cry-Zuckerguss, entpuppt sich das Ganze als Liebesgeschichte mit einem konfliktreichen Brüderverhältnis und einem machthungrigen Oberboss. Also eigentlich das, was uns aus so vielen Spielen, Filmen und Serien bekannt ist. Dennoch entpuppt sich die Geschichte im offiziell fünften Teil der Reihe als sehr unterhaltsam. Grund dafür ist aber nicht nur die interessante, verzweigte und teilweise überraschende Handlung, sondern auch die grandiosen Zwischensequenzen und Charaktere. Entiwkcler Ninja Theory versteht es definitiv, seine Spielfiguren mit spektakulären Kamerafahrten in Szene zu setzen. Zusätzlich zur rund acht Stunden langen Story hält die Remastered-Version auch noch das DLC zu Vergils Untergang bereit, in der wir gut drei bis vier Stunden die Rolle wechseln und die Spielfigur des hinterlistigen Bruders Vergil übernehmen.

Der mysteriöse Bruder von Dante, Vergil, ist auch dabei!

Strapazierte Augen…

Doch weder die Story, noch die Charaktere sind meines Erachtens nach das Aushängeschild von DmC. Spätestens im fünften Teil hat sich eindeutig ein anderer Vorreiter etabliert: Das Kampfsystem. Das ist nämlich derart präzise, gleichzeitig eingängig und immens knifflig, dass es Maßstäbe im Bereich Hack-and-Slay zu setzten vermag. Entweder greifen wir zu Dantes Klinge Rebellion, oder wir nutzen die Ebony und Ivory getauften Schnellfeuer-Pistolen, um die Gegner akrobatisch in der Luft zu halten. Ohne Gegner in der Luft zu jonglieren, wird es schließlich für uns schwierig werden, den Style-Rang „S“ zu erreichen, den sich alle Spieler in DmC herbeisehnen. Umso länger wird nicht getroffen werden, umso näher rücken wir dem punktebringenden S-Rang und können diesen sogar noch weiter ausbauen. Dafür nutzen wir neben unseren aufrüstbaren Waffen auch noch spezielle Dämonen- oder Engelsfähigkeiten, um bestimmte Dämonen-Gruppen zu vernichten. Durch diese Vielzahl an Waffenspielereien, Aufwertungsmöglichkeiten, Varianz und Resistenzen der Gegner gegen bestimmte Arten von Angriffen, ergibt sich ein rundum funktionierendes, forderndes Kampfsystem, was einem auf den höchsten Schwierigkeitsgraden so einiges an Konzentration abfordert. Wer hier gewinnen will, wird einige Tode in Kauf nehmen müssen! Störend bleibt weiterhin die Tatsache, dass wir uns mit weißen oder roten Seelen, die wir bei Gegnern bekommen, nur an den dafür vorgesehenen Stellen upgraden können. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Spätestens, wenn wir die spielerisch abwechslungsreichen Endgegner im Spiel bekämpft haben, fällt uns dieser kleine Makel genau so wenig auf, wie die zwischenzeitlich arg lang andauernden Kämpfe ohne Pause. Zwar baut Ninja Theory in DmC zwischendurch ein paar Geschicklichkeits-Aspekte ein, diese sind aber durchgängig zu simpel geraten. Hradcore-Fans hätten sicher auch ganz auf die ruhigen Geschicklichkeits-Tests verzichten können.

Die Kämpfe in DMC sind an faszinierendem Hack-and-Slay kaum zu überbieten!

Altes Neu und wirklich neu…

Aber was ist nun eigentlich neu in DmC? Klar gab es eine grafische Grundüberholung. Das Spiel läuft jetzt in 60fps und in 1080p auf beiden Konsolen, aber technisch merken wir dem Spiel deutlich an, dass es für die alte Konsolengeneration entwickelt worden ist. Dafür sind viele Texturen sichtbar veraltet. Die 60fps sind in einem Spiel wie DmC allerdings Gold wert und lassen – auch wenn man dem menschlichen Auge nachsagt, keinen wirklichen Unterschied zwischen 30fps und 60fps merken zu können – die Kämpfe noch dynamischer wirken. Außerhalb von Optik und Technik hat sich allerdings auch etwas getan. Neben zahlreichen mitgelieferten Kostümen für unseren Dante gibt es auch viele neue Modi, auf die sich unser Controller sicherlich nicht so arg gefreut haben dürfte. Der Must-Style-Modus z.B. zwingt uns dazu, erst den S-Rang zu erreichen, bevor wir dem Gegner überhaupt Schaden zufügen können. Eine sehr gute, und sehr fordernde Idee, je nachdem wie die Sorte Gegner aussieht. Im Hardcore-Modus wird alles noch ein bisschen schwerer, Konter müssen deutlich präziser gesetzt werden und Feinde machen deutlich mehr Schaden. Das Ganze wird allerdings noch getopt vom Gods-Must-Die-Modus. Keine Heilung, keine Gegenstände, mehr Schaden von den Gegnern und die Feinde sind beim Erscheinen sofort im Devil Trigger Mode. Klingt tödlich, ist es auch. Für reine Hardcore-Fans der Reihe, die dürften sich aber zumindest freuen Darüber hinaus kehrt der Turbo-Modus aus den alten Teilen zurück, in dem wir das Spiel 20% schneller spielen können. Das klingt zuerst einmal wenig, doch bei 60fps und 20% mehr ergibt sich ein ganz neues Spielgefühl, welches all unsere Reaktionsschnelligkeit fordert. Das macht sich vor allem in den vielen Massenkämpfen bemerkbar, wenn wir auf Angriffe aus unterschiedlichen Richtungen reagieren müssen. Neben neuer Grafik und neuen Modi hat Ninja Theory zusätzlich noch an der ein oder anderen Balancing-Schraube gedreht, was die schwierigsten Modi im Spiel noch etwas schwieriger macht. Außerdem wurde das von Fans herbeigesehnte Feature des manuellen Zielens eingeführt. Wir sehen schon: Mit einigen zusätzlichen Einstellungen können wir uns hier die Hölle auf Erden zusammenbasteln. Passt ja!

Der Sukkubus: Einer der vielen abwechslungsreichen Endgegner!

Fazit:

Die Definitive Edition[amazon text=Definitive Edition&asin=https://www.amazon.de/DmC-Definitive-Edition-PlayStation-4/dp/B00R45JQAO/ref=sr_1_1?s=videogames%26ie=UTF8%26qid=1474057175%26sr=1-1%26keywords=Devil+May+Cry] von DMC macht das, was man von einem Remastered erwartet. Es setzt die Grafikqualität nach oben, es bietet 1080p und 60fps….aber es macht darüber hinaus noch einiges mehr. Mit den neuen, zusätzlichen Spielmodi wird DmC noch einmal deutlich kniffliger als die Ursprungsversion und bietet darüber hinaus mit Spielereien an der Geschwindigkeit oder an der Punktebewertung einige lustige Ansätze. Oder halt schreckliche Ansätze, kommt auf den Standpunkt an. Die abschließend Frage ist: Kann man die Neuauflage des Spielern empfehlen, die die alte Variante schon gespielt haben. Die Antwort lautet auch hier: Nein. Zwar ist genug neuer Content vorhanden, das reicht aber nicht dazu, Spieler der alten Variante noch einmal um 40€ zu erleichtern. Eingefleischte Hardcore-Fans hingegen können und werden sicherlich auch getrost zugreifen. Die neuen Modi sind schließlich alles andere als Casual. Für komplette Neulinge kann ich trotzdem sagen: DmC kann auch casual gespielt werden. Und auch dabei ist es richtig gut.

Combo!!! Was sagt ihr?

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