Telltale Game of Thrones Episode 3: A Sword in the Darkness

Drachen im Haus!

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Passend zum Serienstart der fünften Staffel von Game of Thrones präsentiert uns der Entwickler Telltale Games die dritte Episode ihres Adventures. Erneut begleiten wir Haus Forrester und den stetigen Verfall des eigenen Hauses durch die unnachgiebige, grausame Hand der Whitehills. Außerdem führt uns das Spiel ins sandige Essos, sowie zurück zu Mira, die in Königsmund weiterhin in den Diensten von Lady Margaery agiert. Was die dritte Episode zu bieten hat, lest ihr hier bei uns im Test!   Dieser Test enthält Spoiler zu Episode 1 und 2. Hier geht es zum Test von Episode 2.

Dunkle Zeiten…

Eine düstere Zeit ist für das Haus Forrester angebrochen. Der jüngste Sohn Ethan wurde von Ramsay Bolton kaltblütig ermordet, die Whitehills hausieren in Ironrath, dem Sitz der Familie Forrester, und der einzige männliche Forrester, der sich den Eindringlingen zu widersetzten vermag, ist schwer verwundet und geht am Krückstock. Das ist definitiv keine gute Ausgangslage und auch in Episode 3 verbessert sich Lord Rodricks Lage nicht. Ein Verräter soll in seinen Reihen sein Unwesen treiben, der wichtige Informationen an die Whitehills weitergibt. Glauben wir das unserem Informanten? Erneut zwingt uns Telltale Games unangenehme Entscheidungen zu treffen. Vor allem in Ironrath, wo die Whitehills nur so auf Recht und Ehre spucken. Rächen wir die Ehre unseres verstorbenen Bruders, riskieren aber einen Krieg? Beschützen wir unseren verschleppten Bruder oder riskieren wir sein Leben? Lassen wir uns vom Sohn von Lord Whitehill auf der Nase herumtanzen oder schlagen wir zurück? Alles Fragen, die einen kurz innehalten und überlegen lassen, was das richtige ist. Und das ist ganze Game of Thrones-like eine sehr knifflige Sache. Erzähltechnisch ist die neue Episode wieder auf sehr, sehr hohem Niveau. Was allerdings im Laufe dieser Episode auffällt: Wirklich drastische Auswirkungen haben die Entscheidungen bisher noch keine gehabt. Ein Beispiel: In Episode 3 treffen wir in einer Höhle auf Daenerys ausgebüchsten Drachen Drogon. Es kommt zum „Kampf“ und am Ende müssen wir uns entscheiden, ob wir Beskha im Kampf gegen den Drachen beistehen oder unseren Onkel Malcolm vor der Lost Legion beschützen. Im ersten Moment könnten wir denken: „Oh nein, einer stirbt sicher!“ Dem ist aber nicht so. Egal für wen wir uns entscheiden, der jeweils andere trägt nur ein paar Verletzungen davon und wird uns später ins Gewissen reden. Das ist zu wenig. Ashers Part in Essos macht trotz dieser Pseudo-schweren Entscheidung das Beste aus seiner Zeit. Schließlich geht auch Episode 3 nicht über eine Länge von 2 Stunden hinaus. Wir fliehen vor der Lost Legion, suchen einen Höhleneingang, kämpfen gegen einen für Telltale-Verhältnisse sehr gut animierten Drachen und treffen schlussendlich auf die Frau, die wir schon so lange gesucht haben: Sturmtochter Daenerys Targaryen. Ein kurzer Blick reicht schon um zu sehen, dass Daenerys eindeutig der am besten animierte Charakter in den ersten drei Episoden ist. Wir sind gespannt, was in Essos noch passieren wird!

Gared legt sein Gelübde ab!

Von der Hitze in die Kälte…

An der Mauer gibt es zwar keinen Drachen, aber Schweinebauer Gared sucht dort weiter nach dem sagenumwobenen North Grove, der das Haus Forrester aus dieser misslichen Lage befreien soll. Gared hat es in Episode 2 schon angedeutet, in Episode 3 wird das Ganze aber noch viel deutlicher: Gared ist das charakterliches Ebenbild zu Jon Snow, der selbstverständlich ebenfalls an der Mauer herumlungert und in Gared einen Schützling zu sehen scheint. Mit einem geschickten Kniff schaffen es die Entwickler aber, ihn doch etwas individueller wirken zu lassen: Ein alter Bekannter kommt an die Mauer und Gared muss zeigen, ob er ein Schwarzer Bruder ist, oder ob er Rache der Ehre vorzieht. Aber auch hier fällt auf: Eine wirkliche Entscheidungsmacht haben wir am Ende seiner Sequenzen nicht. Es endet so, wie es enden muss. In Kings Landing muss Mira sich währenddessen Sorgen um ihre Stellung als Zofe von Lady Margaery machen. In Episode 3 läuft gar nichts so, wie Mira es gerne hätte und wir können gespannt sein, was die letzte zu fällende Entscheidung für Auswirkungen auf die folgenden Episoden haben wird.

Die Auswirkungen aus der Serie haben auch Auswirkungen im Spiel!

Parallel und Technik…

Rodrick. Asher. Gared. Mira. Mehr spielbare Charaktere kommen der Übersichtlichkeit halber zum Glück nicht dazu. Auch in den Reihen der NPCs sind neue Charaktere eher rar gesät, der Fokus liegt eindeutig auf den bereits bekannten Charakteren und deren Beziehungen untereinander. Schön ist auch, das Tyrion, Cersei, Jon und Maergery allesamt in dieser Episode eine wichtige Rolle spielen, was die Episode doch direkt deutlich näher an der Serie spielen lässt. Auch Joffreys Hochzeit und die dadurch entstandenen Folgen werden gekonnt aus einem anderen Blickwinkel beäugt. Auffällig ist, das diese Episode zwar mit nur wenigen Überraschungen gespickt ist, diese dann aber gekonnt und emotional packend in Szene setzt. Zudem gibt es hier noch etwas mehr Action, als in Episode 2. Optisch hat Telltale auch etwas nachgebessert. Der Hintergrund sieht in Gesprächen und kurzen Laufpassagen weniger verwaschen und pixelig aus und manche Weitsichten sehen sogar richtig gut aus. Zudem kommt es deutlich weniger zu Rucklern, als in den beiden vorangegangenen Episoden.

Episode 3 ist ist gespickt mit bekannten Gesichtern!

Fazit:

Die dritte Episode von Game of Thrones führt die Geschichte um das Haus Forrester gekonnt weiter. Statt vielen neuen Charakteren serviert uns der Entwickler mehr Action, einen Drachen, Daenerys Targaryen und viele schwerwiegende Entscheidungen. Die haben aber weiterhin zu wenige Auswirkungen, man fühlt sich beinahe wie auf Schienen. Die Kapitel der Charaktere endet meistens so, wie es enden muss, da ändern auch unsere Entscheidungen nichts dran. Dennoch bleiben die erzählerisch auf sehr hohem Niveau angesiedelten Handlungen der vier Charaktere nahrhaft und spannend. Ich möchte wissen, wie es weitergeht. Doch die großen Game-of-Thrones-Überraschungen müssen bald kommen. Sonst spielen wir uns zwar durch eine erzählerisch gut inszenierte Spielwelt, die aber nicht an seinen großen Serien-Bruder heranreichen kann. Und dafür steckt in dem Spiel zu viel Potential.

Seid ihr auch so Game of Thrones-affin?

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