Gamescom 2015 Hands-On: Homefront: The Revolution

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Homefront The Revolution - Screenshots von der gamescom 2015

Homefront: The Revolution ist der Nachfolger zum als COD-Killer geplanten Egoshooter Homefront aus dem Jahr 2011. Der Titel fiel seinerzeit bei Kritikern und Spielern gleichermaßen durch, trotz des interessanten Szenarios. Die Rechte an der Marke gingen im Rahmen der Pleite von THQ rüber zu Crytek UK. Dort wurde die Entwicklung des Nachfolgers auch gleich mit der hauseigenen Cryengine begonnen und macht in den ersten Videos bereits Lust auf mehr. Dann wurde es verdächtigt still um das Projekt und Insolvenzgerüchte über Crytek machten die Runde. Als auch Crytek aus finanziellen Gründen die Marke, wohl mit dem bis dato erreichten Entwicklungsstand, zum Verkauf darbot schnappte sich Deep Silver als dritter Publisher die Marke und lässt das Spiel nun von der hauseigenen Spieleschmiede Dambuster Studio zur Marktreife bringen.   Wir konnten das Spiel auf der Gamescom 2015 in Köln auf der Xbox One anspielen und haben dabei versucht herauszufinden, ob es sich hier um einen Unglücksraben oder doch eher den Phoenix aus der Insolvenzsasche handelt. Spielbar war eine von drei geplanten, großen Zonen die sich in ihrer thematischen Ausrichtung drastisch voneinander unterscheiden sollen. Wir haben uns durch eine so genannte rote Zone gekämpft, bei der es sich um eine große Industrielandschaft handelt. Rote Zonen wurden von der Zivilbevölkerung fast vollständig aufgegeben. Hier finden nur haufenweise Gegner in Form von Soldaten, Fahrzeugen und Drohnen. Ziehen wir zu viel Aufmerksamkeit auf uns hetzen uns die Bösewichte gleich noch ein Luftschiff auf den Hals, das zunächst unbezwingbar bleibt. Leises Vorgehen wird also belohnt, wenn wir per Smartphone die Gebietskarte durchstöbern und die in acht Bereiche eingeteilte Zone nach und nach für den Widerstand erobern. Dabei müssen wir uns zu so genannten „Strike Points“ vorarbeiten. Erobern wir diese, wird der zum Strike Point zugehörige Bereich dem Widerstand zugeschrieben und fortan finden wir hier deutlich weniger Feinde, erhalten Zugriff auf Nachschub (Waffenschränke, Fahrzeugcontainer) und können hier befindliche Spawnpunkte nutzen. Wie wir dabei vorgehen, ob wir Wachen mit selbstgebastelten Gegenständen ablenken, umgehen und uns zu unseren Zielen schleichen oder den offenen Kampf suchen ist dabei uns überlassen. Soweit, so Far Cry oder auch Schatten von Mordor. Oder anders ausgedrückt: das Ganze fühlt sich zwar grundsätzlich gut umgesetzt an und die CryEngine sorgt vor allem bei Nacht mit Licht- und Feuer- sowie Regeneffekten für einen wahren Augenschmaus, dennoch fehlt dem Spiel hier abgesehen vom Setting das Alleinstellungsmerkmal. Genau wie schon aus der Crysis-Serie bekannt, können wir an jeder Stelle im Spiel unsere Waffen umrüsten und so z. B. einen Schalldämpfer oder ein anderes Visier aufschrauben. Die Performance auf der Xbox One war eher mittelmäßig: extrem lange Ladezeiten, immer wieder kleinere Ruckler bis hin zu mehrfachen vollständigem einfrieren des Spiels. Letzteres trat aber soweit erkennbar nur beim automatischen Zwischenspeichern auf, z.B. wenn wir einen Strike Point an uns gerissen haben. Zur Heilung jagt sich unser Held genauso martialisch wie schon aus Far Cry bekannt spritzen in den Unterarm und das Spiel enthält auch ein Crafting-System. So können wir in allerhand Schränken, Schubladen und Kisten Werkstoffe sammeln, mit denen wir Molotov-Cocktails, Sprengstoff oder auch kleine, fernsteuerbare Autos herstellen können. Mit diesen liefern wir prompt eine Ladung C4 mitten unter eine feindliche Patrouille und verschaffen und so etwas mehr Luft auf dem Weg zum nächsten Strike Point.

Homefront The Revolution - Screenshots von der gamescom 2015
Homefront The Revolution – Screenshots von der gamescom 2015
  Alles in allem erwartet uns hier ein interessanter Shooter nach altbewährtem Konzept und interessantem Szenario. Ob das aus anderen erfolgreichen Spielen zusammengeklaubte Gameplay zum Weiterspielen motiviert, was der Titel in Sachen Story und Charaktere zu bieten hat und ob es reicht mit anderen Genrevertretern gleichauf Zusein oder sich das noch junge Entwicklerstudio an all den Bauteilen verschluckt werden wir wohl erst zum geplanten Release im 2. Quartal 2016 erfahren.

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