FIFA 16 im Test

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Alle Jahre wieder kommt das Christuskind….und FIFA! Was 1994 mit kleinen Pixelfiguren begann, hat sich bis heute zu einem der erfolgreichsten Sportspiel-Serien der Welt gemausert. Es gibt natürlich eine exzellente Alternative aus Japan die mittlerweile auch schon in ihr zwanzigstes Jahr geht (PES: 16 – Test folgt in Kürze), doch wer hierzulande Wert auf eine vollumfängliche Lizenz legt kommt an FIFA nicht vorbei – auch dieses Jahr nicht!

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Endlich dabei! Frauenfußball!

Frauenfußball!

Wer Electronic Arts (nicht ganz unbegründet) vorwirft mit FIFA jedes Jahr ein Update zum Vollpreis herauszubringen, muss dies einerseits fairerweise auch Konami unterstellen und hat andererseits dieses Jahr ein schlagkräftiges Gegenargument zur Kenntnis zu nehmen: Frauenfussi! Erstmals wurde in einer Fußballsimulation Frauenfußball integriert und wie man das von einem Big Player wie EA erwarten darf auch auf hohem Niveau. Zwar haben bislang nur die  Nationalmannschaften Ihren Weg ins Spiel gefunden (und davon auch nur die wichtigsten) aber die auch alle mit den korrekten Kadern, Trikots und allem was dazu gehört. Nach „Hallenfußball“ 1998 und Ausflügen in den Straßenfußball ist dies seit langem mal wieder eine echte Bereicherung für das Spiel. Mit den Damen spielt es sich wunderbar und wer glaubt das Spiel wäre hier weniger Körperbetont wird schnell eines besseren belehrt. Ein klarer Pluspunkt der diesjährigen Ausgabe (schade nur, dass Spiele zwischen Männern und Frauen – wie in der Realität – nicht möglich sind…interessant wäre diese Option allemal).

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Der klassische Spielbildschirm: Übersichtlich und ansprechend

Überhaupt…die Realität

Die Rivalität zwischen FIFA und PES ist ein Segen für uns Spieler. Keine der beiden Serien ist sich zu schade sich Gutes bei dem anderen „abzuschauen“ und um eigene Elemente zu erweitern und das ist vollkommen in Ordnung. Denn auf diese Weise hat sich FIFA im Laufe der letzten fünf Jahre zu einer echten Simulation entwickelt, weg vom Arcade-Fussi bei dem Handball-Ergebnisse im eins gegen eins Spiel die Regel waren. Der Trend geht bei EA nach wie vor in die richtige Richtung: Moderner Fußball mit effektivem Kurzpassspiel, hohem Tempowechsel und Umschaltspiel. Wer FIFA vorwirft, es sei zu „langsam“ oder träge geworden tut dem Spiel unrecht. 1. lässt sich das Spieltempo in den Einstellungen stufenlos anpassen bis die Polygon-Athleten rasen wie die Hasen und 2. ist die Standard-Einstellung eben auch genau richtig für ein vernünftiges, durchdachtes und wenn man es möchte auch taktisches Aufbauspiel.

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Das Dreamteam vereint: „Buschi“ Buschmann und Wolf Fuss!

Schwächer beim Spiel gg. CPU – Stark beim Spiel ein gg. eins

Auch wenn sich der Schwierigkeitsgrad fast schon stufenlos anpassen lässt (sogar einzelne Bereiche sind konfigurierbar wie bspws. Fehlpasshäufigkeit etc.) entfaltet FIFA seine ganze Stärke erst im Spiel Mensch gegen Mensch. Nach ersten Partien gegen die CPU war ich zunächst eher enttäuscht von der diesjährigen Ausgabe. Das hat sich schlagartig geändert, als ich meine ersten eins gegen eins Partien online und vor allem auch mit Freunden im Wohnzimmer absolviert hatte. Während der CPU irgendwie immer alles gelingen zu scheint, verhält sich das im Spiel 1:1 ganz anders. Hier verläuft das Spiel „organischer“ weniger vorhersehbar und tatsächlich authentischer. treffen sich die Kontrahenten auf ähnlichem Niveau und spielen mit vergleichbaren Teams kommen wunderbar spannende Spiele heraus mit knappen, realistischen Ergebnissen – so soll es sein.  

Gutes behalten und weiter ausbauen

FIFA macht seit vielen Jahren sehr viel, sehr richtig. Die konsequente Nutzung der Lizenz (ein echtes Pfund), der Weg hin zur Simulation, die fordernden und nützlichen Trainingseinheiten im Lade-Bildschirm und nicht zuletzt die hervorragende Kulisse mit authentischen Fan-Gesängen und Devotionalien. Dieses Jahr kommt der Frauenfußball oder Details wie der Einsatz des Freistoßsprays  hinzu und natürlich die Rückkehr der Arminia aus Bielefeld in die 2. Bundesliga (die dem Autor dieser Zeilen persönlich sehr am Herzen liegt.) Das Kommentatoren – Duo wurde verändert. Wolf Fuss wurde von EA abgeworben und wurde bei PES durch Marco Hagemann ersetzt. Mit Frank „Buschi“ Buschmann und Wolf Fuss hat FIFA nun ein wirklich überzeugendes Team am Start und auch wenn sich zwangsläufig Bemerkungen wiederholen: Die Kommentare sind Spitze. Überhaupt kann FIFA bei der Präsentation wieder absolut überzeugen. Ob Schnee, Regen oder Sonnenschein, ob Flutlichtspiel oder Nachmittags-Kick, ob Nationalspiel oder Vereinsderby die Kulisse passt.  Neuerdings werden euch (bei aktiver Internet-Verbindung) sogar Topaktuelle Infos zu Spielern eures Teams vom vergangenen Spielwochenende eingeblendet – Vorbildlich! Übrigens: Die Übersicht der Highlights nach dem Spiel kann mit JEDER Sportberichterstattung mithalten! Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle der Ausbau des „FIFA Ultimate Team“ Modus, der Einzelspielern viel Motivation liefert (auch Online) allerdings auch viel Potential zusätzliches Geld auszugeben.

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Einzug der Gladiatoren: Mit Real Madrid ist EA sogar eine exklusive Partnerschaft eingegangen.

Fazit:

FIFA 16 ist tatsächlich die Beste Fußballsimulation die Electronic Arts bisher veröffentlicht hat. Nun könnte man meinen, dass sei nichts Besonderes, aber es ist Beileibe keine Selbstverständlichkeit, dass die Folgeversion die Vorjahresversion in allen Belangen übertrifft – dieses Jahr ist das so. Angefangen vom harmonierenden Kommentatoren – Duo Buschmann/Fuss über die erstklassige Integration von Frauenfußball bis hin zur konsequenten Weiterentwicklung Richtung Simulation. Chapeau…EA ist auf dem richtigen Weg, weiter so! PS. FIFA oder PES? Die ewige Frage ist dieses Jahr so schwer wie selten, da BEIDE Publisher Ihre bislang besten Simulationen auf den Markt gebracht haben. Vor dem Hintergrund, dass unser PES-Test noch aussteht wäre es jetzt auch nicht ganz fair, diese Frage an dieser Stelle voll umfänglich zu beantworten, aber einen wichtigen Hinweis wollen wir euch mit an die Hand geben: Wenn ihr Wert auf die vollwertige Bundesliga-Lizenz legt und insbesondere das Online-Spiel euch wichtig ist, ist FIFA für euch eindeutig die bessere Wahl. Wenn Ihr hingegen mehrheitlich im Wohnzimmer auf Augenhöhe mit einem Partner spielt und euch die CL-Lizenz ausreicht (bzw. ihr mit der lizenzierten spanischen, englischen und französischen Liga vorlieb nehmen könnt) dann hat das diesjährige PES leicht die Nase vorn, weil es noch den einen oder anderen „unfassbaren Moment“ im Spiel gibt, die Simulation insgesamt noch den Tick unkontrollierbarer und somit authentischer und organischer erscheint. Letzten Endes ist es aber dies Jahr wie schon letztes Jahr: Reine Geschmacksache, denn exzellente Fußballspiele sind beide.

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