Dark Souls 3 im ausführlichen Test

Die dritte Runde!

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Was wurde vorher alles diskutiert: Wird Dark Souls der Abschluss der Souls-Reihe? Folgt nun auch From Software dem Weg zur Casualisierung, was in dem Resultat endet, dass Dark Souls 3 zum einfachsten Spiel der Serie mutiert? Wie viel Bloodborne steckt in dem neuen Ableger der Serie, die sich durch ihre fantastische Komplexität und durch immensen Schwierigkeitsgrad von der breiten Masse abgehoben hat? Da wo Demon Souls noch als Spiel für Nischenspieler mit suizidalem Charakter bezeichnet werden kann, ist die Reihe spätestens seit Dark Souls auch im AAA-Segment angekommen. Das liegt nicht nur an der fordernden Spielmechanik, die Spieleliebhaber vor die heimischen Konsolen oder den hauseigenen Rechner lockt. Nein, es sind Faktoren wie eine fabelhafte Spielwelt, ein grandioses Kampfsystem und der allseits bekannte mysteriöse Schleier, der über den Rollenspielen von From Software liegt. Wie sich Dark Souls 3 in all diesen Punkten schlägt, lest ihr hier bei uns im Test!

Mehr vom gleichen? Ja bitte!…

Demon Souls, Dark Souls, Dark Souls 2, Bloodborne. From Software hat seit sechs Jahren das geschafft, wovon andere Spielmarken nur träumen können. Nach dem großartigen spielerischen Erfolg von Demon Souls und wirtschaftlichen Erfolg von Dark Souls hat sich die Souls-Marke im Markt etabliert und sorgt bei der bloßen Erwähnung für sabbernde Nerdmünder. Und das ist keinesfalls vergleichbar mit einem Call of Duty. Der Shooter bricht zwar jedes Jahr Verkaufsrekorde, doch selbst die Spieler müssen zwischendurch eingestehen, dass Abwechslung und Innovation nicht Teil der Spielereihe sind, trotz Grabenkämpfe, SciFi-Schlachten im All und Exo-Suits. Ha! Das ist interessant, wenn wir bedenken dass die Souls-Reihe sich vom Setting her fast so gar nicht unterscheidet, blenden wir das grandiose Bloodborne einmal aus. Warum also zieht das immer gleiche Szenario so viele Spieler vor den Bildschirm? In einem Satz lässt sich das sicherlich nicht zusammenfassen. Doch die fantastische Qualität die jeder Teil mit sich bringt, scheint ihr Übrigstes zu tun. Vielleicht ist es auch der besondere Stil des Spiels, der hohe Anspruch, vielleicht aber auch, dass es der Reihe an Konkurrenz mangelt. Vercasualisierung ist ein kompliziertes Wort, doch ist es nicht so? Der Massenmarkt ist übersät mit Spielen, übersät mit Spielen die mit Minimap, dutzenden verschiedenen Markierungen oder sogar visuellen Leitlinien daher kommen. Hier haben wir allen voran die sammelwütigen Ubisoft-Spiele, um nur ein Beispiel zu nennen. Souls macht das anders, Souls ist geheimnisvoll, mysteriös, wirft einen Brotkrumen hin, Puzzleteile, die wir selber zu einem großen Ganzen zusammensetzen können. Nicht umsonst hat der Entwickler ein Preisgeld für den Spieler ausgesetzt, der die komplette Geschichte der Souls-Spiele entschlüsseln kann.

Ein Feuermagier am Werk! Nicht nur mit Schwert und Schild…

Unentfacht und bekannte Gesichter…

Dark Souls 3 nun bringt uns nach Bloodborne wieder zurück ins nordische Mittelalter, genauer in das Königreich Lothric. Bevor wir allerdings einen Fuß auf die düstere Welt setzen können, kreieren wir unseren eigenen Protagonisten, unseren eigenen „Unentfachten“. Dabei wählen wir den Ritter oder den Krieger aus der Nahkämpferriege oder steigen anspruchsvoller in den Feldzug ein, indem wir uns für den Bettler, den Dieb oder einen Zauberer entscheiden. Egal welche Klasse wir wählen, egal ob unser Wettstreiter für das Gute eine kleine oder große Nase hat, eine dunkle oder helle Hautfarbe. Wir sind ein Niemand, ein törichter Jungspund der versucht, den großen Wurf zu schaffen. Kein Pathos, kein Heldentum, kein Intro in dem wir als alleiniger Heilsbringer stagmatisiert werden. Wir sind ein kleiner Wicht, mehr nicht. Und so bekommen wir anfangs und auch zwischendurch von zahlreichen NPCs den ein oder anderen Spruch gedrückt. Dabei treffen wir Souls typisch auch einige alte Bekannte. An dieser Stelle sei gesagt: Souls-Spiele sind bekannt dafür, dass sie alteingesessene Fans der Serie mit Aha-Momenten belohnen, wenn wir alte Bekannte wiedertreffen, wenn wir nur kleine Details durch ein Gespräch oder die Umgebung erfahren, die auf die Vorgänger verweisen. Das ist für Fans fantastisch, Neulingen sollten solche Hinweise meist aber auch nicht negativ auffallen. Es sind meist Nuancen, manchmal auch der Wink mit dem Zaunpfahl, aber keineswegs haben wir das Gefühl mit diesen Übertragungsleistungen überfordert zu werden. Doch es gibt nicht nur Altbekanntes, Vertrautes, das Fans wiedererkennen und solange darauf gewartet haben, nein, es gibt auch Neuerungen. Zum Beispiel ist Glück nun ein fester Attributwert, der aufgelevelt werden kann. Glück bestimmt die Höhe unseres Finderglücks. Somit wird unsere Chance erhöht, bei gefallenen Gegnern Items zu finden. Zudem steigt die Wirkung von Gift- und Blutungs-Effekten, die wir Feinden mit unseren Angriffen zufügen. Zu guter Letzt steigert Glück unsere Resistenz gegen Flüche. Zusätzlich können wir endlich unsere Feinde wieder in Abgründe treten oder sie zum Stolpern bringen, indem wir ihnen einen kräftigen Tritt in die Magengrube versetzen. Das bringt je nach Gegnertyp neue taktische Möglichkeiten mit sich. Was hingegen nicht möglich ist, ist das Abtrennen gegnerischer Gliedmaßen, um so strategische Vorteile zu bekommen. Das ist etwas schade! Fehlende Schrammen und Kratzer an Rüstungen und Körperteilen stören ebenfalls etwas das Gesamtbild.

Ein riesiger Drache, glühender Feueratem! Souls at it’s best!

Fight!

Dennoch: Die Kämpfe in Dark Souls 3 sind meines Erachtens die besten, die die ganze Reihe jemals gesehen hat. Schon seit Demon Souls sorgten vor allem die Gegner dafür, dass Spieler vor der Herausforderung zurückschreckten. Schnelle Tempowechsel, verschiedene Kampfmodi, Überraschungsangriffe von oben, von hinter der Mauer, von überall her. Ja, es gibt zahlreiche Feinde, die mit einem einzigen oder maximal zwei Hieben ausgeschaltet werden können, aber es gibt eben auch jene, die nicht so einfach klein zu kriegen sind. Nein, das ist noch so sanftmütig ausgedrückt, ehrlich gesagt sorgt eine große Anzahl der Gegner sogar für dutzende Tode. Zugegebenermaßen habe ich den Death-Counter in Teil drei noch nicht gefunden, aber ich bin mir sicher, dass es einige Tode waren, die ich gestorben bin. Gegner wie schildbekleidete Ritter, kleine Minibosse wie eine kristalline Kreatur, die sich in eine tödliche, rollende Kugel verwandeln kann oder Truhen, die urplötzlich zu großbezungten Monstern werden sind nur ein paar kleine Highlights im Spiel. Vor allem Gegner mit Schilden sind überaus schwierig zu bekämpfen, sorgen mit unerwarteten Ausfallschritten für Überraschungsmomente und ringen uns dann plötzlich mit einem Rundumschlag nieder, den wir nicht rechtzeitig blocken können. Unsere Ausdauer ist verbraucht, wir sterben und unsere Seelen lösen sich von unserem Körper! Oder wir sind geschickt genug hinter den Feind zu gelangen und ihn von hinten niederzumeucheln. Solche Kämpfe gehören zu den Highlights des Spiels, selten spüren wir in einem Spiel einen derart intensiven Adrenalinstoß. Wir müssen uns unseren Sieg hart erarbeiten, lernen, beobachten, um dann den Sieg einzuheimsen. So viel „Arbeit“ investieren wir in kaum einem anderen Spiel. Dafür fühlt sich jeder Sieg wie ein kleiner Erfolg an. Vor allem dann wenn wir uns etwas Neues ausdenken müssen, um unseren Feind zu besiegen. Nehmen wir hier ruhig den Ritter zur Hand, der uns mit dem Schwert und seinem Schild den Weg versperrt. Keine unserer Angriffe trifft sein Ziel, er reagiert derart geschickt auf unsere Angriffe, dass man meinen könnte, er kann unsere Gedanken lesen. Doch From Software hat die Souls-Kampfmechanik sinnvoll überarbeitet. Bloodbornes Einflüsse sind klar zu spüren, der Kampf wirkt greifbarer und schneller. So nutzen wir diese Schnelligkeit, um zwischendurch einige Treffer zu landen, doch hundertprozentig zufrieden sind wir nicht. Und auch unsere Lebensleiste nähert sich dem Nullpunkt, Estus ist schon seit einigen Sekunden keine Option mehr. Doch DS3 hat ganze neue Möglichkeiten, die die Kämpfe noch abwechslungsreicher gestalten. Diese Möglichkeiten sind die sogenannten Battle Arts. Um bei dem oben genannten Beispiel zu bleiben: Wir kämpfen mit Schild und Langschwert gegen einen genauso ausgerüsteten Feind. Nun kommen wir nicht richtig voran, daher drücken wir LT. Dadurch gelangen wir in die Schwerthaltung. Vorteil: Wir haben nun neue Angriffsmanöver, die wir ausführen können. Nachteil: Wir haben das Schild nicht sofort griffbereit. Mit dem Langschwert haben wir nun folgende Möglichkeiten: Per Tastendruck auf RB führen wir einen Uppercut aus, einen Schlag von schräg unten nach oben. Mit RT hingegen stürmen wir per Stichattacke auf den Widersacher zu. Das gibt es uns zusätzlichen taktischen Spielraum, allerdings verzichten wir in diesem Fall auf unser schützendes Schild. Kämpfen wir sogar gegen einen humanoiden Gegner wie eben diesen einen Ritter, wechselt dieser plötzlich auch seine Kampfhaltung und passt sich unserem Kampfstil an. Erneut müssen wir umdenken, erneut abwägen ob der schutzlose aber stärkere Angriff besser ist als die defensivere Option. Und damit noch nicht genug. Klar gibt es wieder Schwerter, Speere, Äxte, Hämmer, Sensen, Peitschen, Bögen und noch zahlreiche weitere Waffenkategorien. Für Alteingesessene ist das nichts Neues. Aber jede der Waffen hat eine eigene Battle Art, Spezialwaffen haben sogar manchmal ganz besondere Move Sets. Mit dem Speer springen wir voran, um die Lücke in der Deckung auszunutzen,  mit der Axt führen wir einen verheerenden Rundumschlag aus. Kämpfe haben in Dark Souls 3 durch diese Variantenreichtum noch nie so viel Spaß gemacht. Gegner wenden die Fähigkeiten, die Manöver an, die wir auch ausführen können. Und das macht sie so unberechenbar, knifflig, aber vor allem über alle Maßen unterhaltsam.

Im Feuerschrein finden wir einen Zufluchtsort! Oder?

Organische Spielwelt…

Das Kampfsystem war schon in den Vorgängern ein Faktor, der Fans und Neulinge gleichermaßen beeindrucken konnte. Doch vor allem in Dark Souls 2 gab es für die Spielegemeinde einen großen Kritikpunkt an dem Spiel: Die fragmentierte Spielwelt. Im Vorgänger waren es hauptsächlich Arealfetzen, die wir mit unserem Protagonisten durchstreifen konnten. Das fiel aber nur negativ ins Gewicht, weil der erste Teil der Serie es bereits besser gemacht hatte. Eine lebendige, ineinander fließende Spielwelt ohne spürbare, künstliche Übergänge zwischen Arealen oder gar verschiedenen Klimazonen. Im neuen Ableger der Souls-Reihe kehren die Entwickler glücklicherweise zurück zum Ursprungdesign. Endlich können wir uns wieder an eine Klippe stellen, sehen vor uns eine riesige Burg aufragen und wissen genau, dass wir in fünf, vielleicht auch erst in zehn Stunden von dort oben auf den Platz herunterschauen, auf dem wir gerade stehen. Wunderbar, organisch, greifbar! Als würden diese Ausblicke nicht sein Übrigstes tun, sollten wir auch darüber hinaus unsere Äuglein offen halten. Nicht wegen den zahlreichen Widersachern, das hatten wir schon, sondern vielmehr um das Flair der Umgebung aufzunehmen, die Atmosphäre einzusaugen, Mysterien zu beleuchten und Rätsel nicht zu übersehen. Manchmal lohnt es sich eine Wand näher zu betrachten, das wir öfters als einmal mit einem NPC reden sollten, sollte klar sein. Das wir vor allem mit jedem einmal sprechen, ist ebenfalls sinnvoll, schließlich kann uns jede noch so groteske Gestalt Hinweise dazu geben, was wir als nächstes machen müssen, einen Shortcut andeuten oder uns andere Hilfestellungen bieten. So gelangen wir bewusst oder unbewusst in neue, verborgene, möglicherweise riesige Gebiete oder entdecken Abkürzungen, die uns einen Aha-Moment bescheren, weil wir altbekanntes Terrain wiederentdecken. Ein Beispiel: Steigen wir in den Käfig eines der zahlreichen Hollow Manservant, Kerle mit Sägen und Käfigen auf den Rücken, werden wir plötzlich an einen sonst nur über einen anderen, deutlich brachialeren Weg erreichbaren Ort transportiert. Töten wir den Paketboten, müssen wir auf den nächsten Spieldurchlauf warten. Und woher wissen wir, dass das überhaupt möglich ist? Genau, wir sprechen mit allen Wesen, die uns begegnen. Auch im Feuerschrein sind wir nicht alleine.  Zauberer Yoel beispielsweise bietet uns an, uns kostenlos ein Level aufsteigen zu lassen. Ja ihr hört richtig! Wir zahlen nicht eine einzige Seele dafür, dass wir ein ganzes Level neu verteilen können. Unsere Vitalität freut sich! Und er bietet uns das Ganze nicht nur einmalig an, sondern mehrmals. Das klingt fantastisch, doch in Souls-Spielen gibt es nichts kostenlos. Das merken wir auch hier auf kalte und zynische Art und Weise.

Der gute Iudex ist unser erster Bosskampf!

Individuelle Geschichte…

Trotz der düsteren Ergebnisse mancher unser Taten. Wir sind selbst für unser Handeln verantwortlich. Wir sorgen selbst für unsere eigene, individuelle Geschichte. Ähnlichkeit zwischen Spieler A und Spieler B wird ist wohl kaum geben. Das liegt auch daran, dass uns der kreative Kopf Hidetaka Miyazaki wieder einmal im Unklaren lässt, worum es eigentlich geht. Klar, da sind fünf Throne im Feuerschrein und ja, wir treffen im Verlauf unseres Spieldurchlaufs auf genau fünf Aschefürsten, aber was wissen wir sonst? Um uns darüber zu informieren, warum wir hier sind, warum Wesen so sind wie sie sind und was hier überhaupt passiert, sind wir selbst dafür verantwortlich, Puzzleteile zusammenzusetzen. Wir lesen Waffenbeschreibungen, Dokumente, nehmen alle Informationen der Umgebung in uns auf. Und so ergibt sich für uns ein Gesamtbild. Reden wir dann mit anderen, erfahren wir mehr, bündeln, ändern ab und erhalten so am Ende das für uns individuell ideale Ergebnis. Ob das so stimmt, wer weiß? Aber das ist das Tolle. Neulinge kommen am Anfang übrigens vielleicht nicht so schnell zu all diesen Spekulationen. Das liegt nicht nur daran, dass nicht nur die Verworrenheit der „Handlung“ nicht mal schnell verstanden werden kann. Um den Feuerschrein betreten zu dürfen, müssen wir uns erst einmal einem Boss stellen. Ja wir haben richtig gehört! Iudex Gundyr heißt der übergroße Ritter und er zwingt uns dazu, die im Tutorial gelernten Fähigkeiten sinnvoll miteinander zu kombinieren. Plötzlich verwandelt er sich in ein schwarzes Dämonenwesen und wir sind dazu gezwungen, uns eine neue Angriffstaktik auszudenken. Und wenn wir zum ersten Mal ein Spiel der Reihe spielen und vielleicht nicht auf die Symbole im Startgebiet geachtet haben, die uns ein paar Grundmechaniken im Spiel erklären, sind wir hier schon stark überfordert. Solche Verwandlungen wie eben bleiben übrigens kein Einzelfall. Auch die simplen Wesen und Kreaturen auf unserem Weg können plötzlich ihre Dämonengestalt entfalten, wenn den Kampf noch einmal um einiges schwerer machen kann. Ein Spektakel! Allgemein sorgen neben diesen überraschenden Verwandlungen wie diesen vor allem die Bosskämpfe wieder für ein Highlight des Spiels.

Bosskämpfe sind wieder die absoluten Highlights!

Fight the Boss!

In Dark Souls 2 aufgrund von zu starken Ähnlichkeiten häufig zu repetitiv, sind die Bosse in Teil drei wieder absolut fantastisch. Ohne viel vorwegnehmen zu wollen, kämpfen wir beispielweise gegen einen riesigen verfluchten Baum, dessen Krone noch nicht einmal auf dem Bildschirm sichtbar wird. Neben solchen riesigen Kreaturen gibt es auch kleinere, ebenso wie humanoide Bossgegner. Dark Souls typisch sind natürlich wieder die zahlreichen Phasen, die wir in einem Bosskampf durchlaufen können. Plötzlich vollführt der Feind nicht mehr den von uns antizipierten Rundumschlag, sondern startet eine dreischlägige Kombination von Hieben, die für uns nicht blockbar ist. Solche kleinen, erst nicht sichtbaren Änderungen im Kampfkonzept des Feindes sorgen für absolute Höhepunkte des Spiels. Einige Bosse bleiben auch im dritten Teile der Serie optional, andere wiederum müssen wir besiegen, um weiterzukommen. Toll ist, dass wir vor allem in der ersten Hälfte des Spiels meist nicht wissen, ob jetzt ein Bosskampf folgt oder nicht. Natürlich kann leicht an dem Areal erkannt werden, dass hier gleich etwas Großes auf uns zukommt, aber das auch erst, wenn wir bereits das Areal betreten haben. Später wird uns dann bereits durch einen mysteriösen Nebel angedeutet, dass sich dahinter einer unserer stärksten Widersacher befindet. Wer sich übrigens die Bosskämpfe etwas leichter machen möchte, kann sich einige NPC-Kämpfer, die er im Laufe seines Abenteuers findet, an seine Seite rufen. Um diese über Runden am Boden beschwören zu können, ist allerdings Glut notwendig. Was ist nun Glut, bitte? Glut ist seinerseits ein ziemlich zweischneidiges Schwert. Ja, wir können einen Kämpfer an unsere Seite rufen, erhalten erhöhte maximale HP, Resistenzen gegen Feuer und sogar einen wiederaufgefüllten Estus, aber unter dem Einfluss dieser Glut locken wir auch Phantome an. Diese Phantome sind scharlachrote Krieger, die uns aus dem Nichts heraus angreifen. Da die roten Gestalten meist so kämpfen und aussehen wie wir, sind sie nicht nur ein kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Online-Duelle, sondern bieten auch mit die unterhaltsamsten Kämpfe im ganzen Spiel. Ähnlich wie auch unsere online aktiven Mit-„Unentfachten“ kommen Phantome meist zu den ungünstigsten Zeitpunkten, in Bosskämpfen, auf der Flucht oder während eines Kampfes direkt an einem nach uns lechzenden Abgrund.

Kampf der Giganten!

Schwer und schön…

Das alles hört sich doch gar nicht so einfach an oder? Schließlich wird Dark Souls 3 an einigen Ecken vorgeworfen, dass einfachste Spiel der Serie zu sein. Nach diesen vielen Worten darf sicherlich auch noch einmal das Wort der Vercasualisierung genannt werden. Das sich der Entwickler doch bitte nicht dem Mainstream beugen möge und eher die Hardcore-Fans bei der Stange halten solle. An dieser Stelle sei gesagt: Dark Souls 3 ist über weite Strecken einfacher als seine Vorgänger. Doch circa ab der Hälfte des Spiels zieht der Schwierigkeitsgrad derart abrupt an, dass die Beschwerden spätestens ab da verstummen sollten. Eine gewisse Einsteigerfreundlichkeit lässt sich dem Spiel sicherlich zusprechen, auch, da die Leuchtfeuer zu weiteren Teilen sehr gütig vom Entwickler platziert worden sind, vor allem wenn man es mit seinem geistigen Ursprung Demon Souls vergleicht. Aber das Dark Souls 3 dadurch insgesamt einfacher wird, kann und will ich persönlich so nicht unterstreichen. Werfen wir nun noch einen Blick auf die Optik des Spiels. Dank Current Gen sieht das Spiel natürlich um einiges besser aus als seine Vorgänger. Das war aber auch vorher schon zu erwarten gewesen. Interessanter hingegen war die Betrachtung, ob die Entwickler sich strikt an den optischen Stil der beiden Souls-Brüder halten würden, oder auch Bloodbornes Aspekte mit in das Spiel integrieren. Vorab: Die Weitsicht, die Farben, der Detailsreichtum mancher Level ist derart entzückend, dass wir uns größtenteils  nicht in einem konstruierten Spiel wiederfinden, sondern in einer sehr organischen, zusammenpassenden Umgebung. Dark Souls 3 ist kein optisches Meisterwerk, das steht außer Frage! Aber all das passt, sei es die Lichtstimmung im Sumpf, die Ausblick über eine Klippe oder die Innenräume einer finsteren Kathedrale. Kathedrale ist auch ein gutes Stichwort! Bloodbornes Einflüsse sind defintiv nicht von der Hand zu weisen, ein Betender hier, eine weitere Kathedrale da. Doch die Einflüsse sind dezent integriert und lassen das Gesamtbild der Souls-Spiele nicht verschwimmen. Alles ist stimmig, auf kunterbuntes Fantasy wird hier wieder verzichtet.

Fazit:

Dark Souls 3 ist toll! So einfach ist das! Trotz rapide angezogenem Releasemanagement bei From Software liefert das Entwicklerteam zu jeder Zeit Produkte auf Top-Niveau. Und da machen Sie auch bei Dark Souls 3 keine Ausnahme. Von den Kämpfen, über die Spielwelt über die Bosskämpfe bis hin zur Optik strotzt das Spiel nur so vor Stärken. Die Kämpfe sind durch kleinere Details sinnvoll erweitert worden, bieten deutlich mehr taktische Möglichkeiten. Die Spielwelt ist nun wieder organisch miteinander verbunden, Bosskämpfe abwechslungsreicher. Und mit seiner Weitsicht und seinem Leveldesign macht Dark Souls 3 meines Erachtens wieder das Fantasy-Spiel des Jahres für Hartgesottene. Ja, man kann sagen, dass das Spiel einsteigerfreundlicher geworden ist. Das die K.I. auch zwischendurch nicht die Beste zu sein scheint, aber dennoch: Dark Souls 3 ist kein einfaches Spiel. Man gewöhnt sich vielleicht etwas an die Art, aber einfach? Niemals! Ausgezeichnet? Oh ja!

Was haltet ihr vom neuen Dark Souls? Diskutiert mit uns.

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