LEGO Star Wars – Das Erwachen der Macht im Test

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Für LEGO ist man nie zu alt. Und wenn dann noch Star Wars dazu kommt, gibt es bei vielen kein Halten mehr. So auch bei mir. Seit der Ankündigung des neuen LEGO Star Wars war der 28. Juli 2016 fest im Kalender vermerkt.

Noch ein LEGO Spiel

Die LEGO Spiele haben mich, bis auf The Lego Movie Videogame, welches wirklich schlecht war, immer wieder aufs Neue überzeugt. Doch kann LEGO Star Wars Das Erwachen der Macht meine hohen Erwartungen erfüllen. Schließlich ist es nicht nur ein „neues“ LEGO Spiel für die Konsolen, sondern gleichzeitig das erste LEGO Star Wars der aktuellen Konsolen-Generation. Ich muss gestehen, mein Test ist nicht ganz objektiv und durch das vorherige Spielen von The Lego Movie Videogame, konnte es nur bergauf gehen. Meine Eindrücke der kostenlosen Demo, die eine der ersten Missionen auf Jakku enthielt, steigerte auf jeden Fall meine Vorfreude. BB8 als spielbarer Charakter, allein damit hatte TT Games mein Herz gewonnen. Aber nun genug Gefühlsduselei. LEGO Star Wars Das Erwachen der Macht basiert, wie der Name es vermuten lässt, auf dem gleichnamigen Film. Verwundert war ich daher umso mehr, als die erste Mission nicht auf Jakku, sondern auf Endor startete. Mit Chewbacca, Han und Co. versuchen wir den Energieschild des neuen Todessterns zu zerstören, während Luke und Darth Vader in einem Finalkampf den Imperator besiegen. Diese Mission dient als Einstieg, den TT Games jedem LEGO Spiel beifügt um möglichen Neueinsteigern das sich grundsätzlich nicht verändernde Spielprinzip zu erklären. Sammeln, Hauen, Sammeln, Lachen. Man spielt die Story des Films wie gewohnt von vorne bis zum Ende nach, wobei einzelne Story-Stränge so abgeändert werden, dass sie spielbar bleiben. Meines Erachtens gelingt dies sehr gut, ohne die Story großartig in eine unwahre oder unpassende Richtung zu lenken.

Han und Chewbacca auf Endor

Missionen über Missionen

Neben den Missionen aus alten Episoden auf Endor und dem Todesstern, konzentriert sich das restliche Spiel voll und ganz auf Episode VII. Nachdem die Hauptgeschichte durchgespielt wurde, erhält man je nach Sammelstand der goldenen Steine Zugriff auf neue Missionen, die nicht Teil des Films, aber zeitlich in diesen einzuordnen sind. So kämpft man sich bspw. mit Poe Dameron, dem Widerstandspiloten, durch weitere Luftkämpfe oder man erfährt, wie Han und Chewbacca die gefährlichen Rathare eingefangen haben. Wer kein sammelwütiger LEGO Fan ist, wird hier die eine oder andere Mission wiederholen müssen, um genug goldene Steine für die Freischaltung der übrigen Missionen zu sammeln. Für diejenigen, die das Spiel sowieso auf 100 % bringen möchten, ist es stattdessen nettes Beiwerk. Nachdem eine Mission erfolgreich abgeschlossen wurde, könnt ihr die einzelne Mission bzw. bestimmte Gegenden im „Freien Spiel“ betreten und in Ruhe mit allen bereits freigeschalteten Charakteren weitere Steine sammeln. Als Welten stehen euch hierfür unter anderem Jakku, D’Qar (Die Hauptbasis des Widerstandes) sowie der Millenium Falke zur Verfügung. Der Weg zu 100 % ist also nicht gerade kurz.

Jeder Planet besitzt mehrere Missionen sowie das „Freie Spiel“ – genug zu tun also!

Liebe zum Detail

Die Umsetzung der Geschichte ist von TT Games erneut liebevoll umgesetzt. Man kann den Entwicklern hier nur ein Lob aussprechen. Die Liebe zum Detail erkennt man meist erst beim erneuten Durchspielen und einsammeln der fehlenden Objekte. Die Charaktere wurden in der englischen sowie in der deutschen Sprachausgabe von den Originaldarstellern bzw. den dazugehörigen Synchronsprechern vertont. Das hilft enorm bei der Herstellung der gewünschten Star Wars Atmosphäre. Zudem wurde der gesamte Soundtrack von John Williams verwendet und an der exakt richtigen Stelle eingespielt. Atmosphäre pur!

„BB8 on Board“ steht auf Reys Speeder – fantastisch!

Neue Feature runden das Spiel ab

Durch die Bank kann auch dieses LEGO-Spiel mit vielen Easter-Eggs, netten Geheimnissen und lustigen Attitüden punkten. TT Games schafft es somit erneut das Gleichgewicht zwischen Spaß und Ernsthaftigkeit zu finden und zudem hat man neben dem Altbekannten auch neue Elemente in das Spiel implementieren können, die überraschend harmonisch in das bereits vorhandene Gebilde passen. Die Blaster-Gefechte bringen shooterähnliche Mechaniken in das Spiel, die eine nette Abwechslung zum ursprünglichen LEGO-Spielen mit sich bringen. Dabei geht ihr hinter schützenden Objekten in Deckung und könnt mit den Schultertasten über den Schutz sehen und eure Gegner anvisieren. In einigen Situationen müsst ihr dabei auf die Spezialfähigkeiten eurer Charaktere zurückgreifen um bspw. stärker gepanzerte Gegner mit Hilfe eurer Umgebung kampfunfähig zu machen.

Abwarten in der Deckung …
… und Feuer frei! *pew pew*

Erst schauen, dann bauen

Eine weitere Neuerung stellt das Verwenden von Gegenständen für mehrere Gebilde dar. Soll heißen, ihr könnt die euch zur Verfügung stehenden Bausteine für mehrere Bauten in derselben Spielsequenz benutzen. So müsst ihr bspw. zuerst eine Kletterwand für Rey bauen, diese dann zerstören um mit denselben Steinen einen Enterhaken für Finn zu bauen, der beide auf die höherliegende Ebene bringt. Mit diesem Mittel kann es somit vorkommen, dass ihr euch zunächst für das „falsche“ Gebilde entscheidet oder evtl. einen Sammelgegenstand verpasst. Mehr Freiheiten erhaltet ihr durch das neue Feature nicht.

Hier …
… oder hier bauen?

DICE schau her!

TT Games hat das geschafft, was DICE und Electronic Arts vermissen ließen. WELTRAUMSCHLACHTEN. Ja okay, sie sind nicht so aufwendig gestaltet, wie sich das Fans evtl. bei Star Wars Battlefront gewünscht hätten, aber hey es sind WELTRAUMSCHLACHTEN! Auch wenn es „nur“ LEGO-Weltraumkämpfe sind, machen sie unheimlich viel Spaß und man wünscht sich sofort mehr davon. Bleibt zu hoffen, dass zumindest in Star Wars Battlefront 2 Weltraumschlachten mit sich bringen wird, aber das ist ein anderes Thema.

Fazit

Ja, ich bin großer LEGO Fan, ja, ich bin großer Star Wars Fan und ja, meine Erwartungen waren hoch. Aber diese hat TT Games mit LEGO Star Wars Das Erwachen der Macht voll und ganz erfüllt. Neben einigen Kleinigkeiten wie dem fehlenden Online-Koop, der mir bei jedem LEGO-Spiel fehlt und der gekünstelten Streckung diverser Missionen und Sammel-Aktionen, ist auch dieses LEGO Spiel sein Geld wert. Es macht Spaß, es ist lustig und man hat lange Freude damit. Ich denke, wir werden durch diverse Star Wars Filme in den kommenden Jahren mit weiteren LEGO Spielen im Star Wars Universum rechnen dürfen. Noch bin ich es nicht satt, jedoch sollte TT Games sich auch weiterhin die positive Einstellung bei der Umsetzung der Spiele beibehalten, die Liebe zum Detail macht meiner Meinung nach nämlich ein gutes LEGO Spiel aus.

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