EA Sports UFC 2 im Test

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Die Entwickler von EA Sports schicken mit UFC 2 erneut Spieler in das Octagon und geben ihnen somit die Möglichkeit, auf der PS4 und der XboxOne knallharte Mixed Martialarts Kämpfe auszutragen. Wie es sich anfühlt, in die Haut von Ronda Rousey, Holly Holm oder Georges St-Pierre zu schlüpfen? Diese Fragen beantworten wir für euch im Test!

Finish the Fight!

EA Sports hat sich erfolgreich die UFC Lizenz sichern können und liefert mit UFC 2 den Nachfolger des Vorgängers aus dem Jahr 2014 ab. Und es ist ein wahres Fest für Fans der Athleten und Mixed Martial Arts im Allgemeinen. Im Gegensatz zu Arcadetiteln wie der Street Fighter und Mortal Kombat Serien, handelt es sich bei UFC 2 wie schon beim Vorgänger um eine Simulation. Dabei kann der Titel seine Wurzeln nicht verleugnen, dass seine Wurzeln in EAs Fight Night Reihe, wo der klassische Boxkampf abgehandelt wurde, liegen.

Wer wie ich mit den Filmen von Bruce Lee, Van Damme und Chuck Norris oder Don „The Dragon“ Wilson und Michael Dudikoff aufgewachsen ist, erfreut mich mit hoher Wahrscheinlichkeit schon seit einigen Jahren daran, die UFC Szene im TV und Internet zu verfolgen. Mixed Martial Arts, also das Anwenden von Techniken aus den verschiedensten Kampfsportstilen, ist es was dem Ganzen so eine Dynamik verschafft. Während Filmszenen stets möglichst ästhetisch inszeniert werden, geht es in den brutalen Kämpfen im Octagon darum, seinen Gegner mit der richtigen Technik auf den Boden zu schicken und alle erscheint deutlich wilder und ungestümer als in den bekannten Hollywoodfilmen und dennoch steckt auch hier in jeder Sekunde einer Runde ungemein viel Taktik und stets der Versuch, die nächste Bewegung des Gegners vorauszuahnen.

Genug des Lobes und der tieferen Begeisterung des Autors für diesen Sport und zurück zum Spiel! Schafft es UFC 2 diese Begeisterung und Dynamik der Kämpfe auf den Spieler zu übertragen? Absolut!

Kämpfer aller Klassen, vereinigt euch!

Hierzu tragen neben der offiziellen Lizenz und dem unglaublich umfangreichen, alle Gewichtsklassen und beide Geschlechter umfassenden Kämpferkader auch die abwechslungsreichen Modi bei. Dabei dürft ihr bei der Erstellung eures eigenen Kämpfers für den Karrieremodus erstmalig auch weibliche Kämpferinnen nach euren Vorstellungen erstellen.

Erinnert ihr euch noch an den in Runde 2 durch einen spektakulären Kopftreffer beendeten Kampf zwischen Ronda Rousey und Holly Holm in 2015? Natürlich sind beide Damen mit im Spiel und es steht euch frei, den Kampf zu wiederholen oder gar mit einer der beiden Damen in den Karrieremodus zu starten. Wenn ihr lieber vorhandene Kämpfer verwendet, statt einen eigenen zu erstellen, wird lediglich die Optik übernommen. Alles andere ist euch überlassen und ihr entwickelt euren Kämpfer oder eure Kämpferin in den Trainingsessions zwischen den Kämpfen weiter.

Auch die virtuelle Ronda Rousey will es Wissen!
Auch die virtuelle Ronda Rousey will es wissen!

Natürlich könnt ihr auch sofort einen Kampf mit bekannten Athleten starten und euch über die Eigenheiten der Fighter dabei vorher informieren.

Die verschiedenen Spielmechaniken, vor allem der Bodenkampf, können Einsteiger schnell überfordern. Hier schafft der Skill-Challenge Modus Abhilfe: hier könnt ihr in verschiedenen Kategorien diverse Herausforderungen absolvieren und erlernt somit die umfangreichen Techniken des Spiels. So bestimmt ihr selbst die Lernkurve. Ihr würdet gerne euren Bodenkampf verbessern und die Grappling und Submissionstechniken erlernen? Arbeitet euch durch die entsprechenden Challenges und eure Gegner werden sich wundern!

Der Ultimate Team Modus funktioniert ähnlich wie bei Fifa aus dem Hause EA Sports. Nur mit dem Unterschied, dass ihr anhand der Karten keine Kämpfer bekommt, sondern neue Bewegungen erhaltet oder vorhandene mehr Schaden machen oder ihr einen Fitness Boost erhaltet. So könnt ihr z. b. St-Pierres Supermanschlag erlernen. Natürlich könnt ihr dabei Onlinematches austragen, um weitere Kartenpakete freizuspielen und euch in Ranglisten mit anderen Spielern zu messen. Super!

Aber auch lokal könnt ihr euch in den Zweikampf stürzen.

Die meiste Gaudi bringt der neue K. O. Modus! Darin gibt es kein Grappling und Sieger ist der, wer den anderen drei Mal per Knockout auf den Boden gebracht hat. Dank der überragenden Grafik in Verbindung mit der absolut genialen Physikengine und RagDoll-Effekte werden Körper- und Kopftreffer besonders cool in Szene gesetzt. Es ist einfach unheimlich befriedigend, sich Online oder im heimischen Wohnzimmer ein paar KO-Modus Kämpfe zu liefern und die pure Kraft jedes Angriffs und die Auswirkungen im Körper der Fighter erkennen zu können.

Die junge Version von Mike Tyson steht nur im DLC zur Verfügung.
Die junge Version von Mike Tyson steht nur im DLC zur Verfügung.

Optisch hui, aber?

In Sachen Grafik kann ich mich einfach nicht zurückhalten: egal ob Trefferphysik, Bewegungen oder auch besonders die komplexen Bewegungsabläufe beim Grappling, dieser Titel haut mich technisch einfach um (Wortspiel!). Hier stimmt einfach alles. Die Athleten atmen, schwitzen und bluten so, wie ich es aus den TV Übertragungen der Kämpfe und den zahlreichen Videos im Netz kenne. Einzig und allein das Aufstehen vom Boden wirkt unfreiwillig komisch, als ob ein unsichtbarer Puppenspieler an den Fäden über den Athleten zieht und diese somit wiederaufrichtet.  Dieses optische Herausstellungsmerkmal kommt aber offensichtlich gemeinsam mit zwei Einbußen: Frames und Inputlag. Das Spiel läuft offensichtlich auf konstanten 30 fps. Das ist für ein Sport- und Kampfspiel, bei dem es vor allem auf Schnelligkeit ankommt und das Lesen der gegnerischen Bewegungen, doch eher ungewöhnlich. Umso ärgerlicher, dass es bis dato keine PC-Version gibt. Die Kämpfer könnten deutlich schneller auf Eingaben reagiere und ich kann nur vermuten, dass dieses leichte aber spürbare Gefühl von Trägheit mit der Bildrate zusammenhängt.

Auch die ältere Variante von Mike Tyson ist im DLC.
Auch die ältere Variante von Mike Tyson ist im DLC.

Das ist aber bei Weitem kein Spaßkiller und nur halb so schlimm, wie es sich jetzt vielleicht hier liest. Aber es fällt einfach ab der ersten Eingabe auf. Vielleicht könnten hier Scorpio und Pro, die stärkeren Versionen der aktuellen Konsolengeneration, Abhilfe schaffen.

Fazit

Auch wenn der Karrieremodus etwas spektakulärer hätte ausfallen können, wie man es auch im diesjährigen Fifa versucht und wohl auch geschafft hat, liefert UFC 2 genau das, worauf Fans gehofft haben. UFC 2 ist ein Pflichttitel für UFC und Mixed Martial Arts Fans der Zockercommunity und vielleicht greifen ja auch bisherige Videospielabstinenzler zum Titel. Frei nach „Easy to learn, hard to master“ findet man schon im Kampf im Intro schnell in das anspruchsvolle Gameplay und feiert erste Erfolge. Doch geht es danach in weitere Kämpfe oder auch in den ersten Qualifikationskampf der Karriere, merkt man schnell, dass man hier mit Buttonmashing nicht weiterkommt. Gut so! die zahlreichen Kämpfer, die umfangreichen Modi und die durch die Bank weg grandiose Grafik und die sauberen Bewegungsabläufe machen es anderen Titeln in diesem Genre schwer! Da kann man auch über die Marionettenähnliche Animation, wenn ein Kämpfer vom Boden aufsteht, hinwegsehen. DLC-Kämpfer bei der Auswahl der Kämpfer anzuzeigen und auf den Store zu verweisen hingegen, ist ganz fiese DLC-Politik. Ich will die Kämpfer sehen, die mir tatsächlich zur Verfügung stehen und nicht am Releasetag unter die Nase gerieben bekommen, was mir alles fehlt. Dennoch ist es toll, dass nicht nur aktuelle Kämpfer, sondern auch wahre Legenden zur Verfügung stehen.

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