NHL 17 im Test

Eis! Eis! Eis!

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Abkühlung! Bei solch hitzigen Temperaturen außerhalb und innerhalb der eigenen Wohnung ist es wichtig viel zu trinken und sich, auf welche Art und Weise auch immer, herunterzukühlen. Vor der heimischen Spielekonsole ist das nun wieder möglich: EA Sports sorgt mit NHL 17 für einen Schwung Kühle, vollgepackt mit schützendem Helm und Körperpanzer zieht es uns zurück aufs Spielfeld. Zum Test stand uns dazu die Xbox One Version des Spiels zur Verfügung.

Besser denn je…

Jedes Jahr ruft das Murmeltier! Ja der Spruch kommt immer wieder, aber: Er ist doch angebracht oder nicht? EAs Zugpferde im Bereich Sport sind ohne Zweifel die Abstecher zum Puck, sowie den ovalen und runden Ball. Die Basketball-Marke des Publishers hängt der Konkurrenz aus dem Hause 2K hinterher und auch der neue Golfableger konnte nicht auf ganzer Linie überzeugen. NHL, Madden und Fifa klappen aber immer.

Ersteres hatte Startschwierigkeiten auf der neuen Konsole, bot seinerzeit viel zu wenig Content. Letzteres Jahr hingegen konnte NHL 16 das wieder gut machen, was NHL 15 verbockt hatte. Und dieses Jahr? Naja, dieses Jahr kann definitiv von dem besten Eishockey-Spiel gesprochen werden, das es aktuell zu kaufen gibt. Das ist zwar nicht außergewöhnlich, dennoch heißt es, dass es besser ist als letztes Jahr. Große Sprünge sind allerdings nicht zu erwarten.

Teamgespräch
Kurzes Teamgespräch! Mal sehen was noch geht….

Neu, aber auch irgendwie nich und doch neu…….

Was als Neues zuerst ins Auge springt ist der Franchise-Modus. Naja, ganz neu ist der Modus nun nicht, allerdings war er so nicht in den beiden Vorgängerteilen enthalten. In diesem Modus lenken wir die Geschicke unseres eigenen Teams als General Manager, ändern Ticketpreise, bauen Parkplätze, verkaufen Merchandising-Artikel oder bauen unser eigenes Stadion. Das hört sich alles sehr gut an, klingt aber spannender als es im Endeffekt ist. Leider verblassen die ganzen Möglichkeiten, die so ein Modus bieten kann, bei dem Anblick der ersten Texteinblendungen. Zu dröge und langatmig werden die Entscheidungen präsentiert, zu wenig fesselnd ist die Inszenierung des Ganzen. Das ist schade, denn eigentlich ist der General Manager Posten eigentlich immer einer der Spannensten.

Wirklich neu – also wirklich neu ist der Arena Creator. Hier können wir, wie der Name suggeriert, unser eigenes Stadion bauen. Und das ist vielseitiger als wir vorher angenommen haben. Beginnend mit einem kleinen Stadion arbeiten wir uns hoch zu einem Mekka des Eishockeys. Dabei bestimmen wir die Farben der Banden, was für Songs beim Einzug der Teams gespielt werden und vieles mehr. Die Individualfetischisten unter uns können sich hier austoben.

Das Ding ist drin! Aber das Gesicht sieht irgendwie komisch aus?
Das Ding ist drin! Aber das Gesicht sieht irgendwie komisch aus?

Verbesserte Simulation…

Begeben wir uns nun einmal auf den Platz des Geschehens. NHL 17 bleibt die einzige Eishockey-Simulation der großen Publisher. Dennoch kann man EA nicht vorwerfen, sie würden nichts in ihr Spiel investieren. Die Spieler sehen wieder etwas realistischer aus, ein deutlich sichtbarer Sprung ist aber nicht zu erkennen. Nur im Detail fallen einige Verbesserungen auf. NHL 17 läuft übrigens im Gegensatz zu fußballerischen Konkurrenz nicht mit der Frostbite Engine, was vor allem in den Gesichtern aller Beteiligten erkennbar ist.

Spielerisch bleibt NHL auf dem eisigen Spielfeld eine Augenweide. Sowohl die natürlichen Bewegungen der Spieler, als auch das realistische Verhalten des schwarzen Pucks sind wieder sehr gut gelungen. Auch hier gibt es nur Detailänderungen, aber das ist nicht der Rede wert: Schon NHL 16 war eine sehr gute Simulation. Schön ist, dass die Body-Checks merklich abgeschwächt wurden, deutlich realistischer wirken und nun nicht immer zum meist unfairen Ballgewinn führen. Dadurch gewinnen vor allem subtilere Zweikampf-Manöver an Wichtigkeit.

Zwar ist das Spielfeld hier deutlich kleiner als beispielsweise im Fußball, trotzdem sollte man nicht erwarten, dass es immer hin und her geht. Haben wir uns am Tor festgebissen und sind mit einigermaßen guten Spielern unterwegs, kommt es auch einmal zu Situation, in denen wir uns vor und hinter dem gegnerischen Tor festbeißen bis es dann endlich rappelt. Supergefühl! Genauso spannend ist aber auch das ewige Hin und Her samt Bodychecks, Steilpässen und aggressiv geführten Zweikämpfen. Da kommt Feeling auf.

Und wenn dann auch noch der Verteidiger unseren Angreifer festhält und in somit an einem Angriff hindert, kommt richtig Stimmung auf. Allgemein ist die Defensivleistung der K.I. deutlich intelligenter geworden, es wird öfters härter angepackt und manchmal 100%ig ausschauende Chancen werden noch im letzten Moment im Keim erstickt.

Wer übrigens neu in den Eishockey-Sport einsteigt, kann sich während des Matches helfen lassen. So lassen sich optionale Anzeigen einschalten, die uns zeigen, was wir bei diesem oder jenem Schuss falsch gemacht haben und wie wir das Ganze verbessern können. Auch für Rückkehrer ist das eine überaus willkommene Stütze im durchaus komplexen Steuerungschaos.

Das Publikum geht mit! Atmosphärisch ist NHL 17 auf einem hohen Niveau!
Das Publikum geht mit! Atmosphärisch ist NHL 17 auf einem hohen Niveau!

Ein Profi oder die Nationalmannschaft….

Wer übrigens keine Lust auf den General Manager-Posten im Franchise-Modus hat, kann entweder den Be a Pro-Modus anstreben oder den World Cup of Hockey spielen. Der Be A Pro lässt uns, wie jedes Jahr, in die Haut unseres eigenen Nachwuchsspielers schlüpfen. Wir verbessern ihn Schritt für Schritt und machen ihn im Lauf der Zeit zum besten Spieler der NHL. Was hier bereits in den ersten Matches auffällt: Das Trainerfeedback ist nun deutlich mehr auf Lob, als auf Kritik getrimmt. Das ist gut – sogar sehr gut – schließlich werden wir nun nicht nur fertig gemacht, sondern können, nachdem wir mit Lob überschüttet wurden, auch kleine Kritikpunkte hinnehmen. Einen Karrieremodus bei der Basketball lastigen Konkurrenz aus dem Hause 2K oder beim neuen Fifa 17 suchen wir hier aber vergebens.

Der zweite genannte World Cup of Hockey-Modus hingegen beschäftigt sich mit der ganzen Mannschaft, genauer: Mit der National-Mannschaft. In einem international ausgetragenen Turnier, das übrigens gerade stattfindet, treffen sich verschiedenste Nationalmannschaften und kämpfen um die Krone. Leider bleibt das Turnier, das eigentlich so viel inszenatorisches Potenzial bietet hinter seinen Möglichkeiten zurück. Das Turnier ist eigentlich nur ein ganz gewöhnliches Turnier. Die Kommentatoren haben einige andere Sprüche eingesprochen, dennoch kommt hier nicht einmal ansatzweise das Feeling einer richtigen Weltmeisterschaft oder Ähnliches auf.

Nach wenigen Minuten erschließt sich die Steuerung wieder! Anfänger brauchen etwas mehr Zeit, bekommen aber auch Hilfe.
Nach wenigen Minuten erschließt sich die Steuerung wieder! Anfänger brauchen etwas mehr Zeit, bekommen aber auch Hilfe.

Fazit:

NHL 17 ist das geworden, was Fans der Serie ohne Probleme erwarten konnten. Ein Quantensprung erfolgt erwartungsgemäß nicht, auch keine Revolution, aber es gibt hier und da einige Verbesserungen, die uns veranlassen zu sagen: „Oh, das kann ich aber noch nicht. Cool“ Damit geben wir uns vorerst zufrieden, da es wirklich schöne Verbesserungen sind. Der Franchise-Modus ist wieder da, wir bauen unsere eigene Arena, auf dem Platz gibt es noch bessere Spielzüge, im Detail herrscht Verbesserung, die Verteidigung agiert nun deutlich intelligenter. Dennoch: Be a Pro hat noch viel Luft nach oben, auch der Franchise-Modus gehört inszenatorisch überarbeitet. Aber dafür gibt es ja auch wieder ein neues Jahr. Trotzdem: Der Sprung nach Vorne hätte ruhig etwas größer sein können.

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