Batman Arkham VR im Test

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Rocksteady liefert mit Batman Arkham VR einen der Launchtitel für die Playstation VR. Ob der Titel das beliebte Batman Arkham Universum würdig in die Welt der VR überträgt oder die Fledermaus müde die Flügel hängen lässt, erfahrt ihr bei uns.

Be the Batman!

Bereits auf der gamescom konnte ich den Einstieg von Batman Arkham VR am Stand von Warner erleben und ich war begeistert! Es war meine erste VR-Erfahrung überhaupt und dazu noch mit Batman! Leider war das Erlebnis nur ca. 10 Minuten lang und lies mich mit ein paar Fragen zurück, die mir auch vor Ort niemand beantworten konnte oder durfte. Wie lange wird die Spielzeit des Titels sein? Was genau werde ich tun können? Wird es eher auf Minispiele herauslaufen oder in Richtung Heavy Rain oder Beyond- two Souls gehen, sprich mehr interaktiver Film als tatsächliches Spielerlebnis? Die Wartezeit, bis ich dann endlich selber die Playstation VR daheim auspacken und mich in die Rüstung des dunklen Ritters versetzen durfte, war einfach viel zu lang. Ganz klar: dieser Launchtitel hat mich persönlich am allermeisten vor Vorfreude überschäumen lassen.

Doch was ist Batman Arkham VR eigentlich? Rocksteady, die Macher von Batman Arkham Asylum, Arkham City und Arkham Knight (das leider oftmals unterschätzte Origins wurde von anderen Entwicklern produziert) entführen uns mit Batman Arkham VR ein letztes Mal in ihr Batman Universum. Mit Abschluss der Entwicklungsarbeiten zu Arkham Knight und VR wollen sie sich offiziell anderen Projekten zuwenden. Wir sind gespannt! Das gesamte Artdesign, Musik und sogar die Synchronsprecher liefern also erstmal genau das ab, was Kenner der Serie erwarten. Fledermausatmosphäre auf allerhöchstem Niveau! Der Ton bleibt dabei aber englisch und auf Wunsch könnt ihr deutsche Untertitel dazu schalten bzw. ausstellen.

Greift den Schlüssel aus der Hand von Alfred, um den Zugang zum Batcave zu öffnen.
Greift den Schlüssel aus der Hand von Alfred, um den Zugang zum Batcave zu öffnen.

VR Detektiv

Das Spiel wird im Stehen mit zwei Move Controllern gespielt, wobei ihr mit den Controllern jeweils die linke und die rechte Hand von Bruce Wayne steuert und somit in erster Linie nach Gegenständen greift und diese benutzt. Mit der Playstation VR bzw. Kopfbewegungen seht ihr euch um. Wollt ihr euch bewegen, so müsst ihr vormarkierte Symbole mit einem der Controller anvisieren und „anklicken“, um euch an diese Stelle zu bewegen. Im Grunde funktioniert dies ähnlich wie bei Grafikadventures im Stile von Myst: ihr befindet euch an einer Stelle und könnt euch von hier aus umschauen und könnt dann die Szene wechseln. Dank VR könnt ihr euch aber meist in jede Richtung beugen und teilweise auch 1-2 Schritte gehen. Freie Bewegungen und wildes umherlaufen ist nicht möglich, verhindert damit aber auch extreme Ausbrüche von Motion Sickness. Überhaupt führt die eher gemächliche und auf Detektivarbeit ausgelegte Spielgeschwindigkeit dazu, dass ich auch bei fast zwei Stunden am Stück unter der Playstation VR Brille bis auf ganz leichte Schwindelgefühle (sowie Schmerzen im Gesicht vom Dauergrinsen) keine Nebenwirkungen spüren musste.

Doch was tut man denn jetzt eigentlich als Batman? Bis auf wenige Ausnahmen untersucht ihr die Umgebungen wie Wayne Manor, das Batcave und andere Orte. Dort wandert ihr von Szene und Szene und sucht die Spielwelt nach allem ab, mit dem ihr interagieren könnt. Dabei stehen euch die Batarangs, also Wurfgeschosse, der Scanner und der Greifhaken zur Verfügung. Absolut genial: alle drei Gadgets befinden sich an Batmans Gürtel. Wenn ihr an euch herunterschaut, könnt ihr sie dort wegnehmen. Aber auch ohne nach unten zu schauen, könnt ihr die Gegenstände nach kurzer Eingewöhnung greifen und einsetzen. Wie ein Revolverheld im wilden Westen, der seine Pistole zieht. Eben ohne auf seinen Gürtel zu starren. Ihr erlebt eine Nacht als Batman, in der ihr euch auf die Suche nach einem eurer Freunde macht und dabei die aus den bisherigen Titeln der Reihe bekannten Detektivfähigkeiten einsetzt. Ihr untersucht Tatorte, Leichen, sammelt Hinweise und arbeitet euch so Schritt für Schritt in eurem Fall voran. Größtes Manko des Titels trotz all der Begeisterung: nach ca. 90 min. läuft der Abspann auf dem Display der Playstation VR.

Endlich darf der Spieler selber den legendären Anzug anlegen.
Endlich darf der Spieler selber den legendären Anzug anlegen.

Danach könnt ihr die Kapitel erneut besuchen und nun versteckte Riddler-Rätsel lösen, um besondere Boni freizuschalten. Dazu gehören weitere Charaktere und auch Fahrzeuge für Batman. Eine richtige Fahrzeugsequenz fehlt leider völlig. Zwar wird euch im Batcave der Mund mit dem Batmobil und dem Batwing wässrig gemacht, sobald Bats eines seiner Vehikel benutzt, wird das Bild schwarz und ihr hört lediglich die Geräusche des jeweiligen Gefährts. Trotzdem war es ein tolles Erlebnis, dem Batwing und dem Batmobil gegenüberzustehen und es auf der Plattform in alle Richtungen bewegen zu können, um die Vehikel aus der Nähe ganz genau unter die Lupe nehmen zu können.

Fazit

Gut 20 € für ca. 90 min. Batman? Lohnt sich das? Ja! Auch ohne Fahr- oder Flugerlebnisse und große Actioneinlagen liefert Batman Arkham VR eine grandiose VR Erfahrung, die sich technisch absolut keine Schnitzer erlaubt und die Atmosphäre der anderen Titel der Reihe perfekt in das neue VR Medium überträgt. Das merke ich auch noch drei Tage nach dem ersten Durchlauf, wenn ich immer wieder anderen Menschen mit absoluter Begeisterung von diesem Titel erzähle. Der Spaß ist Fans und Kennern der Reihe einfach garantiert und jeder der auch nur ein bisschen was mit Batman anfangen kann und schon Zugang zu einer Playstation VR Brille (oder eher Helm?) hat, muss sich diesen Titel einfach ansehen.  Den bekannten Charakteren Auge in Auge gegenüberzustehen ist ein unglaublich tolles Gefühl und sorgt für ganz viele Gänsehautmomente. Schade, dass die Batarangs so extrem von der automatischen Zielhilfe gesteuert werden und bis auf wenige, sehr kurze Ausnahmen auf Actioneinlagen verzichtet wird. Klar ist aber: VR zeigt und glaublich großes Potenzial! Ich suche mir jetzt mal ein paar meiner Freunde, denen ich diese Erfahrungen zu Teil werden lassen muss!

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