Here they lie im Kurztest

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Kann Horror ohne spielerischen Anspruch in VR mit freier Bewegung trotzdem begeistern? Sagen wir mal so: hier erwartet euch das Beste, intensivste Horrorerlebnis abseits der Kitchen-Demo.

 

Was ist Here they lie?

Im Grunde ist es ein Walking Simulator, in dem ihr eine gruselige Stadt erkundet und dabei nichts weiter tun müsst, als dem Weg folgen. Dabei begegnen euch allerlei schaurig schöne Gestalten und in Kombination mit dem 3D-Sound der Playstation VR erwartet euch hier die pure Panik. Definitiv nichts für schwache Nerven oder aber genau das richtige für schwache Nerven, wenn ihr euren Puls in ungeahnte Höhen treiben wollt. Dunkle, hohe Mauern, mehr als unfreundliche Bewohner und die alles umgebene Frage: was ist hier bloß los?

Was nicht freundlich aussieht, wird wohl auch nicht freundlich sein.
Was nicht freundlich aussieht, wird wohl auch nicht freundlich sein.

Hindernis: Steuerung

Das Level- und Figurendesign in Kombination mit der sehr tristen Farbgebung, die beinahe nur schwarz und grau in verschiedenen Stufen kennt, erzeugen eine beklemmende Atmosphäre.

Der Einstieg dürfte sich für die meisten von euch aber etwas schwierig, um nicht zu sagen schwindelig, anfühlen. Denn im krassen Gegensatz zu Batman Arkham VR könnt ihr euch in Here they lie frei mit dem Controller bewegen, statt euch von Szene zu Szene zu beamen. Das führt anfangs zu ziemlicher Verwirrung, da euer Körper sich in der realen Welt nicht vom Fleck bewegt, innerhalb des Spiels aber beinahe die gesamten rund zwei Stunden Spielzeit hindurch in Bewegung bleibt.

Das Design der Stadt erzeugt schon alleine eine gruselige und angespannte Stimmung.
Das Design der Stadt erzeugt schon alleine eine gruselige und angespannte Stimmung.

Hier solltet ihr euch und eurem Körper nicht zu viel zumuten. Probiert es aus, bewegt euch langsam und vorsichtig und macht immer mal wieder eine kleine Pause, in der ihr die Brille abnehmt. Nach 15-20 min. sollte sich euer Körper, je nach Ausprägung der Irritationen, an die Bewegungsabläufe im Spiel gewöhnt haben. Spätestens dann könnt ihr tiefer in die angsteinflößende Welt von Here they lie eintauchen.

Der Gruselfaktor ist dabei weniger Until Dawn Rush of Blood als mehr Resident Evil 7 Kitchen Demo. Leider würde jede weitere Erklärung zum Spiel und zur Handlung das Erlebnis nur verderben und zu viel verraten. Deshalb hülle ich mich von hier an in Schweigen und kann jedem Horrorfan dieses Spiel nur wärmstens an das bald von Angst Herz erfüllte legen.

 

Fazit

Im Grunde ist Here they lie weniger Spiel als mehr ein reinrassiges VR Horror Erlebnis. Wenn Resident Evil 7 im Januar das Niveau der Kitchen Demo halten kann, bekommen wir dann wohl die nächste Horrorperle. Bis dahin sollte jeder, der mit Horror etwas anfangen kann die Playstation VR anziehen, den Controller in die Hand nehmen und sich mit Kopfhörern auf oder im Ohr auf die Reise durch eine Gänsehaut erzeugende Stadt begeben.

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