Watch Dogs 2 im Test

Hacken in San Francisco!

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Die Ubisoft-Raffinerie produziert fleißig immer weiter Spiele. Oder? Der Assassine von nebenan macht dieses Jahr spieletechnisch eine Pause, und sorgt auf den Leinwänden zahlreicher Kinos für kuttentragende Akrobatik. Für die Steinzeit von Far Cry Primal gibt es ebenfalls keine Alternative aus französischem Hause und The Division wird auch „nur“ noch per DLC ergänzt. Ahhhh…Steep vielleicht? Moment, dass kommt aber erst im Dezember raus. Generell hat Ubisoft einen Gang zurückgeschaltet, und das ist auch gut so. Schließlich waren Kritiker, Wertungen und zuletzt auch die Spielerschaft selbst nicht von den letzten Auswüchsen des französischen Entwicklers begeistert. Bei diesem Test soll es aber um Watch Dogs 2 gehen, denn die kreativen Köpfe hinter dem Hackerabenteuer haben dieses Jahr wieder die Chance, uns auf ihre Seite zu ziehen. Der Erstling der Serie konnte die hohen Erwartungen nicht halten. Bisschen GTA in düsterem Hackerabenteuer, mit ein bisschen Hacking. Die Grafik-Affäre rund um das Downgrade mal komplett außen vorgelassen. Gucken wir doch mal, ob der zweite Teil der Serie uns nun vollends catchen kann. Zur Verfügung stand uns hierbei die Xbox One-Version des Spiels.

Wie Tag…

…und Nacht! Besser beschreibt wohl keine Catchphrase den Unterschied zwischen Watch Dogs und Watch Dogs 2. Resümieren wir noch einmal kurz über Watch Dogs: Wie bereits in der Einleitung erwähnt, hat uns Ubisoft damals in ein düsteres Hacker-Abenteuer mit einem generischen Protagonisten geworfen. Aiden Pierce, eingekleidet in einen braunen Ledermantel und schwarze Kappe, inklusive Mundtuch für Schleichabschnitte stand dem dunklen Szenario gut Pate, wirklich identifizieren konnten wir uns mit ihm aber nie. Dafür hatte er zu wenig interessanten Charakter. Was dem düstern Szenario zusätzlich abhandengekommen war, war das Thema Datenschutz. Die Prämisse „Hacking“ bietet diesbezüglich mehr als viel interessanten und vor allem unverbrauchten Erzählstoff, leider enttäuschte Watch Dogs genau in diesem entscheidenden Punkt. Damit verbaute sich das Spiel einiges an Spieltiefe und blieb mit einer mehr oder weniger simplen Rachestory nur ein seichtes Hacking-Abenteuer.

Watch Dogs 2 krempelt hier ordentlich um und macht das Thema Datenschutz und Datenraub direkt einmal zum kompletten Spielthema. Die Entwickler haben sich also die Kritik der Fans zu Herzen genommen, umbenannte Internetgiganten wie Google und Facebook versuchen über digitale Daten die Weltherrschaft an sich zu reißen. Sehr gut! Oder auch nicht! Die Sache mit der Weltherrschaft versuchen wir als Protagonist des Spiels und Mitglied der Hackerorganisation Dedsec natürlich zu verhindern. Im Gegensatz zum Erstling der Serie spielen wir dieses Mal aber keinen stummen, in sich gekehrten Aiden Pierce, sondern den extrovertierten, Hip-Hop fanatischen Afroamerikaner Marcus Holloway. Wie Tag und Nacht und das ist keine Anspielung auf die Hautfarbe beider Hauptfiguren. Marcus bewegt sich anders, hat Stöpsel in den Ohren und kleidet sich in bunten Klamotten, die meistens seine trainierten Arme entblößen. Beide können Parcours, Marcus setzt dabei aber auf deutlich mehr akrobatische Elemente.

#CooleLeute
#CooleLeute

Coole Uncoole…

Beide unterscheiden sich komplett voneinander. Das bezieht sich auch auf den Umgang mit den Freunden. Wo Aiden nur vereinzelt Bezugspersonen vorweisen konnte, pflegt Marcus mit Dedsec eine eher kumpelhafte Beziehung. Das schlägt sich auch in der Sprache wieder. Da wo Aiden sich „normal“ mit seinen Mitstreitern unterhalten konnte, zeitweise gezwungen durch seine introvertierte Art, legen Marcus und seine Partner einen Gang-Slang an den Tag. Klischeebehafteter könnten die Gespräche und Charaktere gar nicht sein. Es gibt eine coole Punk-Lady, die maßgeblich mit uns Kontakt hält und Chefallüren an den Tag legt, den abgedrehten Mechaniker, der mit virtueller Smiley-Maske herumläuft, die seine Gemütszustände wiederspiegelt, den Außenseiter der Truppe, der aber trotzdem irgendwie integriert ist und das Genie, das vor genialen Einfällen nur so strotzt. Eine harmonische Gruppe, die allerdings sehr eindimensional bleibt. Keiner der Charaktere sorgt für interessante, neugierig machende Gespräche oder Momente, Schlüsselszenen bleiben aus. Das liegt leider auch daran, dass die Art der Kommunikation meistens über den gepflegten Sprachverlauf von Erwachsenen hinausgeht. Meistens laufen die Gespräche auf ein kindisches Gebrabbel hinaus, der in Erwachsenden mehr Fremdscham als Interesse weckt. Zwischenzeitlich ist es durchaus lustig dabei zuzuhören, auf Dauer wird es leider überaus nervtötend. So stellen wir uns jugendliche Rebellen vor, die nichts anderes zu tun haben, als dem Land mit kriminellen Aktivitäten auf die Nerven zu gehen. Dennoch: Mit ihren Hackerfähigkeiten setzen sie sich größtenteils für das Gute ein und wollen verhindern, das Großkonzerne die Macht über die digitalen Daten übernehmen. Neben Pseudo-Google und Facebook steckt vor allem das Unternehmen Blume, dass auch Aiden Pierce im ersten Teil der Reihe so viel Kummer bereitet hat, tief in der Sache drin.

Nudle.....ja an welchem realen Beispiel könnten sich die Entwickler hierbei orientiert haben?
Nudle…..ja an welchem realen Beispiel könnten sich die Entwickler hierbei orientiert haben?

Stilvoller Zeitvertreib….

Um die Machtergreifung der „Bösen“ zu verhindern, macht sich Dedsec allerdings selber das System auf eine mehr oder weniger illegale Art und Weise zu Eigen. Und auch hier hat Ubisoft angesetzt und Kritik in ihrem neuen Produkt umgesetzt. Es stehen uns deutlich mehr Möglichkeiten zur Verfügung als in Watch Dogs, generell ist die Karte vollgestopft mit Zeitvertreib der intensiven Sorte. Die Aussage, die normalerweise bei Ubisoft eine negative Note besitzt, hat in diesem Fall deutlich mehr Positives hervorgerufen als gedacht.

San Francisco strotzt mit abwechslungsreichen Aktivitäten. Wollen wir uns abseits von Haupt- und Nebenmissionen beschäftigen, können wir beispielsweise Taximission starten, unser hart ergaunertes Geld für Klamotten oder Waffen ausgeben, Rennen fahren oder die berühmt berüchtigten Selfies machen, während wir vor einer Sehenswürdigkeit stehen. Darüber hinaus haben wir natürlich viel illegalen Spaß mit unserm Mobiltelefon, welches Ausgangspunkt zahlreicher Hacking-Aktivitäten darstellt. So jagen wir einfach weil wir es können einen Gullideckel in die Luft, sorgen mit Ampelmanipulation für Chaos im Straßenverkehr oder lassen unsere lästigen Verfolger auf Straßenbarrieren auflaufen, die wir per Hack aus dem Boden schießen lassen.

Das hört sich zwar wieder nach einer geschickt angewandten Ubisoft-Formel an, allerdings kommen hier die gleichen positiven Aspekte der Aufgabenvielfalt zu tragen wie in Assassins Creed Syndicate. Wir haben nur selten das Gefühl Aufgaben zu erfüllen, nur weil es sie gibt. Vielmehr dienen unsere Aktivitäten einem bestimmen Zweck. Mehr erledigte Aufgaben bedeutet nämlich mehr Follower und mit mehr Followern schalten wir neue Hacking-Fähigkeiten frei. Auswirkungen auf die Reaktionen der Bevölkerung haben unsere Aktivitäten aber nicht. Zwar werden unsere Taten im Radio wiedergegeben, ein Gesinnungswechsel der Bevölkerung oder eine Reaktion auf unsere Aktivitäten gibt es aber nicht.

Per Handy rufen wir die Polizei um Leute einzusperren! Allerdings können auch wir das Ziel der Jagd werden?
Per Handy rufen wir die Polizei um Leute einzusperren! Allerdings können auch wir das Ziel der Jagd werden?

Die Polizisten und ich…

Zumindest nicht durch Zivilisten, die Polizei reagiert wie immer eher negativ auf unsere Machenschaften. Sollten wir das Hacken einmal übertrieben haben oder auf offener Straße mit gezogener Waffe herumgelaufen sein, machen es sich die Hüter des Gesetzes zur Aufgabe uns dingfest zu machen. Sofern wir den Anrufenden nicht vorher gehackt und sein Handy lahm gelegt haben, schließlich muss die Polizei erst einmal alarmiert werden.

Werden wir schließlich verfolgt, ist es überaus schwierig den Sirenen zu entkommen. Zumindest wenn wir unsere Hacking-Fähigkeiten bei der Flucht außen vorlassen. Haben wir hingegen genug Botpunkte zur Verfügung, können wir die Straßen zu unserer Hilfe holen. Wir stellen Ampeln um, lassen stehende Fahrzeuge auf die Straße fahren oder sorgen per Gullideckel-Explosion für rauschende Wasserfontänen hinter uns. Das Hacken auf der adrenalingeladenen Flucht ist allerdings nicht so einfach, schließlich müssen wir das zu hackende Gerät erst einmal anvisieren. Sollte unser Handy gerade einen Passanten statt des Gullideckels vor uns anvisiert haben, bekommen wir statt einer Explosion Geld auf unser Bankkonto transferiert. Schön, das gewünschte Ergebnis sieht aber anders aus.

Stromkasten hacken und Wachen betäuben! Optisch vielversprechend und wirkungsvoll dazu!
Stromkasten hacken und Wachen betäuben! Optisch vielversprechend und wirkungsvoll dazu!

Viele Möglichkeiten…

Dennoch bleibt das Hacken unser effektivstes Mittel im Kampf gegen die Ungerechtigkeit der Großkonzerne. Im Gegensatz zum Vorgänger können wir in Watch Dogs 2 fast jede Mission abschließen, ohne auch nur einen Fuß in das Zielgebäude gesetzt zu haben. Und wie? Indem wir uns alle unsere Hacking-Fähigkeiten zu Nutze machen. So ist die ganze Stadt über das ctOS digital vernetzt. Das dient Blume natürlich wunderbar zu Spionagezwecken, dahingegen können wir aber den Spieß umdrehen und uns das Sichheitsnetz zu Nutze machen.

Eine alltägliche Mission des Marcus Holloway. Wir befinden uns an den Docks und sollen einen Lastwagen stehlen, der sich hinter Zäunen und Gegnern sicher verwahrt in einer Garage befindet. Wir haben nun mehrere Möglichkeiten: Wir dringen körperlich in das Areal ein und nehmen den Truck an uns, vielleicht indem wir ein paar Gegner ausschalten. Oder wir bleiben draußen und lassen unsere Drohne die Arbeit erledigen, steuern sie durch verschiedenste Räumlichkeiten und öffnen Tor und Tür, um anschließend schleichend von A nach B zu gelangen. Aber Vorsicht! Wird die Drohne entdeckt, fällt sie schnell einem Wachmann zum Opfer. Oder wir machen es eben rein durch unsere ausgeprägten Hacking-Fähigkeiten. Wir bemannen Kameras und arbeiten uns so immer näher zum Truck vor. Anschließend übernehmen wir die Steuerung des Wagens und steuern ihn per Remote aus dem Areal hinaus. Dabei hacken wir Telefone von feindlichen Wachen, um sie abzulenken, lassen Gasleitungen explodieren oder sorgen über Stromleitungen für leichte betäubende Schocks.

Ohne jegliche Probleme gelangen wir so an unser Ziel. Na gut, nicht ganz ohne Probleme. Umso öfter wir unsere Hacking-Skills einsetzen, umso mehr verbrauchen wir von unseren wertvollen Botnetz-Punkten. Sind diese aufgebraucht oder werden wir aktiv beim Hacken erwischt, sperrt uns das ctOS aus dem Netzwerk aus und wir müssen erneut anfangen. Unsere Drohne ist übrigens ein Quadrocopter. Mit ihm können wir Gegner ablenken oder kleinere Hacking-Vorgänge durchführen, um uns neue Wege zu öffnen. Sollten wir per Luftfahrzeug keine Möglichkeit haben, können wir unseren kleinen Jumper benutzen, unser mobiles Bodenfahrzeug.

Unsere Drohnen helfen uns Knotenpunkte zu hacken! Und das ist nicht immer so einfach!
Unsere Drohnen helfen uns Knotenpunkte zu hacken! Und das ist nicht immer so einfach!

Kniffliges Hacken und stupides Schießen…

Hacking funktioniert im weiteren Spielverlauf übrigens nicht einfach so. An wichtigen Stellen müssen wir sogar Rätsel lösen, um keinen Alarm zu verursachen und wichtige Knotenpunkte miteinander zu verknüpfen. Das ist überaus fordernd, was neben dem leicht verschwundenen Ubisoft-Prinzip ebenfalls ein Faktor ist, der sonst nicht häufig in Spielen des französischen Entwicklers vorkommt. Beim Erfolg gibt es dafür aber einen ordentlichen Motivationsboost, generell macht das Hacken in Watch Dogs 2 durch die abwechslungsreichen Möglichkeiten samt unserer beider Fahrzeuge sehr viel mehr Spaß als noch im Erstling der Serie.

Was wir ausklammern, ist die Möglichkeit, Handys von Passanten zu hacken und zusätzliche Informationen zu der Person zu erhalten. Oder direkt etwas Geld zu mopsen. Das ist am Anfang des Spiels noch eine lustige Sache, wenn wir humorvollen oder auch Fremdscham erzeugenden Gesprächsverläufen folgen. Das hält aber maximal für eine Spielstunde an, danach haben wir besseres zu tun.

Wer sich wie im oben durchgespielten Beispiel nicht für die technische Methode entscheidet, sondern für einen Schusswechsel mit den Widersachern, wird feststellen, dass die Schussmechanik nicht sehr ausgereift ist. Im Vergleich zu Mafia 3 oder GTA haben wir in Watch Dogs 2 nahezu kein Trefferfeedback. Die Waffen fühlen sich mehr oder weniger gleich ein. Das macht die spannendere Hacking-Alternative natürlich noch einmal deutlich interessanter. Dazu kommt, dass die künstliche Intelligenz unserer Widersacher nicht sehr ausgereift ist. Schusswechsel laufen häufig nach Schema F ab, zwischenzeitlich werden wir flankiert, aber selbst das kommt sehr selten vor. Beim Schleichen hingegen sind die Wachen intelligenter, zumindest wenn wir uns in deren Einzugsbereich befinden. Außerhalb der Sperrgebiete können wir sogar Kollegen vor deren Augen meucheln, ohne jegliche Reaktion zu erhalten. Dennoch bleibt der Schleichmodus im Gegensatz zum Schusswechsel die spielerisch anspruchsvollere Variante.

Blume ist unser Widersacher - seine Firma hießt Blume, das sagt ja schon alles oder?
Blume ist unser Widersacher – seine Firma hießt Blume, das sagt ja schon alles oder?

Ungenutzt…

Werfen wir nun einen Blick auf die Story: Leider lässt die so gelungen wirkende Prämisse im Spielverlauf gehörig an Tiefe vermissen. Das liegt vor allem an den bereits erläuterten eindimensionalen Charakteren, aber auch der Verlauf der Story verläuft ohne jegliche Überraschung. Und dabei bietet Konzernchef Blume mit seinen perfiden Ideen und die hochintelligente Hackerin Lenni, die sich mit ihrer Hackergruppe gegen uns stellt, gute und interessante Widersacher im Kampf um die digitalen Daten. Leider bleiben die Gegner hinter ihren Möglichkeiten zurück und setzen mehr auf Humor, als auf ernsthafte Auseinandersetzungen, was die Ernsthaftigkeit des Themas durchgehend hinten anstellt. Schade, hier wurde Potenzial verschenkt!

Vor allem da die Welt ansonsten so ernsthaft mit dem Thema umgeht. Das sorgt die meiste Zeit für eine Antithese, einen Gegensatz, zwischen pseudowitzigen Charakteren und düsterer Thematik. Wir haben die ganze Zeit das Gefühl, als versuche Ubisoft sich zwanghaft von der düsteren Geschichte rund um Watch Dogs zu entfernen und das mit allen Mitteln.

Ein positiver Faktor, der dieser Tatsache entspringt, ist die Spielwelt. Nicht nur dass sie wie bereits erwähnt zahlreicher Nebenmissionen zum Zeitvertreib liefert. Sie sieht darüber hinaus auch noch sehr gut aus. Zwar ist Watch Dogs 2 kein grafisches Meisterwerk, deutlich stimmungsvoller inszeniert als der Erstling der Serie ist es allerdings schon. Das liegt natürlich auch daran, dass sich mit dem Licht deutlich mehr Optionen bieten, als in der düsteren Finsternis von Chicago. Schöne bunte Farben, eine bessere Beleuchtung, bessere Charaktermodelle und generell mehr Abwechslung in der Optik bieten ein stimmungsvolles Bild. An faszinierende Orte wie in GTA 5 kommt das Spiel aber nicht heran. Übrigens: Die Fahrzeuge im Spiel sehen zwar schick aus, steuern sich allesamt aber sehr ähnlich und schwammig, sodass Freunde von direkten Fahrmanövern erst einmal etwas Eingewöhnungszeit brauchen.

MIt unseren Drohnen sorgen wir zuerst für Übersicht, bevor wir entscheiden wie wir vorgehen!
MIt unseren Drohnen sorgen wir zuerst für Übersicht, bevor wir entscheiden wie wir vorgehen!

Easter Eggs und Multiplayer…

Was der Spielwelt hingegen Leben einhaucht, sind kleine Easter Eggs. So gehen wir einmal auf die Jagd nach dem berüchtigten und real existierenden Zodiac-Killer oder finden das Alien von Ridley Scott. Google und Facebook-Doubles haben wir ja bereits erwähnt.

Was der Spielwelt hingegen wieder Leben nimmt sind Framerate-Einbrüche und Pop-Ups, die je nachdem häufiger oder weniger häufig auftreten. Alles in allem stören sie die Immersion aber stark.

Zuletzt gibt es noch einen Blick in den Multiplayer: Dieser ist wieder „nahtlos“, jederzeit, sofern nicht deaktiviert, können fremde Hacker in unsere Welt eindringen und unsere Daten stehlen. Das können wir ihnen natürlich gleich tun und für ordentlichen Stress sorgen. Die Action belohnt uns dann mit Geld, Punkten und einer gehörigen Portion Adrenalin, wenn wir versuchen dem Gehackten aus dem Weg zu gehen, damit er uns nicht stört. Zusätzlich können wir auch Rennen fahren oder Kopfgeldjäger-Missionen abschließen. Aufgrund der Steuerung ist ersteres aber sehr mühsam bespielbar, die Kopfgeldmissionen hingegen sind lustig. Gemeinsam mit anderen Hackern sorgen wir dafür, dass ein negativ aufgefallener Spieler das zeitliche segnet. Haben wir keine Lust auf Online-Action können wir diesen auch deaktivieren, um nicht gestört zu werden. Im Koop können wir auch ran und besondere Missionen erledigen. Das macht Spaß und ist richtig fordernd, alleine sehen wir meistens kein Land.

Der Multiplayer bietet Koop und
Der Multiplayer bietet Koop und „Nahtlosen Multiplayer“!

Fazit

Watch Dogs 2 ist das genaue Gegenteil des Erstlings. Aus düster wird hell, aus introvertierterem mache einen extrovertierten Protagonisten. Datenschutz wird zum Hauptthema und ersetzt die Rache als Prämisse. Bunt statt grau. Das alles steht Watch Dogs 2 sehr gut, generell hat sich das Spiel an sämtlichen Belangen weiterentwickelt. Hacking ist deutlich flexibler, mit zwei Spielzeugen bieten sich noch mehr Möglichkeiten. Optisch aufpoliert und viel zu tun, dass sich nicht nur nach Sammelaufgaben anfühlt. Es macht Lust mehr zu spielen. Schade, dass die Story wieder nicht richtig zünden kann und im Desinteresse verkommt, Framerateeinbrüche die Immersion stören und verschiedene Fahrzeuge sich immer noch fahren wie ein Einziges. Dennoch: Watch Dogs 2 ist besser als der Erstling und bietet vieles Neues und vergisst für viele Momente die Ubisoft-Formel. Weiter so!

Was haltet ihr von Watch Dogs 2?

 

 

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