Hands-On: Everspace

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Mit Everspace bringen uns die deutschen Entwickler von Rockfish Games zurück in den Weltraum! Auf Basis der Unreal Engine 4 werden sie dabei von Microsoft als Publisher unterstützt und wollen packende Weltraumaction für den PC und die XboxOne liefern. Dank Early Access Programm konnten wir uns bereits jetzt ein Bild einer noch frühen Version des Titels machen und verraten euch, ob uns der Titel gepackt hat.

Der Weltraum, unendliche Weiten…

Die in Hamburg ansässigen Entwickler Rockfish Games haben in der Vergangenheit mobile Games entwickelt, wie die Galaxy of Fire Reihe und damit bereits erste Weltraumluft geschnuppert. OK, Luft gibt es in dem Sinne wohl nicht im Weltraum, aber zu sagen sie hätten einen Fuß in den Weltraum gesetzt wäre genauso unpassend, schließlich wäre der in Sekundenschnelle abgefroren. Und ein schnelles Ende wünsche ich dem Studio hinter Everspace keinesfalls und glaube fest daran, dass sie sich, ausgehend von meinen ersten Runden in einer frühen Version von Everspace, in Zukunft noch öfter erfolgreich um Titel für Konsolen und PCs kümmern werden.

Der positive Grundton hat es wohl schon verraten: JA, Everspace hat es mir definitiv angetan! Die Roguelike Weltraumaction hat mich erstaunlich schnell begeistert, auch wenn die Storyelemente im zufallsgenerierten Universum derzeit noch fehlen bzw. für uns in der Vorabversion noch nicht spielbar sind. Worum es also abseits des Gameplays geht, kann ich euch heute noch nicht verraten. Bis zum angepeilten Release im 2. Quartal 2017 auf PC und XboxOne wird es aber in dieser Richtung bestimmt noch ein paar Informationen geben.

Zu Beginn suchen wir uns eines von drei Raumschiffen aus, wobei die aktuelle Version nur zwei Raumgefährte in der spielbaren Variante mitbringt. Kaum die Auswahl bestätigt, landen wir auch schon ohne lange Umschweife im Cockpit unseres Raumgleiters, mitten im All. Hier vermittelt uns das Tutorial zunächst die Grundlagen des Spiels und das sehr erfolgreich.

Die Steuerung ist sowohl mit Maus und Tastatur als auch mit dem Gamepad angenehm flott und einfach und weit von einer Simulation entfernt. Hoch, runter, links rechts, bremsen, beschleunigen, Waffen wechseln und feuern- perfekt! Das geht super schnell von der Hand und macht aufgrund des äußerst ansehnlichen Universums auf Basis der aktuellen Unreal Engine 4 sofort Laune.

Doch kurz nach dem Tutorial gibt es bereits ordentlich was auf das virtuelle Cockpit und es hat mich und mein Schiff in Weltraumstaub zerbröselt. Ich sollte mich vielleicht doch nicht dazu hinreißen lassen, auf ein mit einem Totenkopf markiertes, neutrales fremdes Schiff mal ebenso das Feuer zu eröffnen. Diese Quittung habe ich verstanden und finde mich nun aber nicht auf einem klassischen Game Over Bildschirm wieder, sondern darf die erbeuteten Credits nun in verschiedene Fähigkeiten investieren und erneut in die Weiten des Alls rasen.

Gegen den Einsatz von Credits können wir zwischen den Ausflügen ins All unsere Fähigkeiten verbessern.
Gegen den Einsatz von Credits können wir zwischen den Ausflügen ins All unsere Fähigkeiten verbessern.

Wo soll die Reise hingehen?

Genau das ist auch das grundlegende Spielprinzip von Everspace: mit jedem Ableben kommen wir stärker zurück und reisen erneut über eine Weltraumkarte auf unterschiedlichen Wegen von Sektor zu Sektor, um im letzten Sektor mit einem Sprungtor zur nächsten Karte zu gelangen. Worauf wir in den Sektoren treffen wissen wir zunächst nicht. Die entsprechende Fähigkeit aufgelevelt, werden uns aber zumindest bei der Sektorauswahl die Gefahrenstufen der Sektoren angezeigt. So können wir versuchen, einen möglichst sicheren Weg zum nächsten Tor zu finden. Aber warten in den gefährlicheren Sektoren nicht auch spannendere Abenteuer auf uns? Gehen wir das Risiko ein, erneut drauf zu gehen und von vorne zu starten?

In spannenden Kämpfen setzen wir dabei Raketen und unterschiedliche Waffen geschickt ein. Während die Energiewaffen meist besonders effektiv gegen Schilde sind, helfen uns Projektilwaffen feindliche Schiffshüllen zu zerstören. Unterwegs sammeln wir Credtis, Waffen und andere Gegenstände ein und kämpfen dabei, zumindest zu Beginn, mit dem noch knappen Laderaum. Lassen wir uns Gatling liegen und nehmen dafür eine langsamere, aber stärkere Waffe auf und montieren sie auf unser Schiff? Setzen wir eine unserer Sonden ein und decken damit alle interessanten Punkte in diesem Sektor auf oder sparen wir uns die Sonden lieber für einen anderen Sektor auf?

Was uns dort vorne wohl erwartet?
Was uns dort vorne wohl erwartet?

Mein Tag als Weltraumpilot

Ich kann nicht anders und habe alsbald ganz schnell meine Sonden verbraucht und dadurch zwar viel Fracht sammeln können, allen voran Kristalle, die ich an hierfür vorgesehenen Stellen durch Beschuss von Asteroiden gelöst habe. Aber dafür bin ich nun in meinem System mit erstaunlich viel Flugverkehr und habe erstmal keine Ahnung, wer mir hier gut und wer mir böse gesonnen ist. Kurze Zeit später habe ich auch schon drei Piratenschiffe auf mich aufmerksam gemacht und während ich die ersten beiden noch erledigen konnte und mich dann in das Innere eines Asteroiden vor dem dritten Feind retten konnte, atme ich durch. Was tun? Meine Hülle ist schwer beschädigt, Material zum Reparieren ist nicht da und hier gibt es zwar eine Handelsstation, an der ich mein Schiff auch reparieren könnte, aber draußen wartet irgendwo immer noch Pirat Nummer 3 auf mich. Hm, dass Sprungtor zum nächsten Kartenabschnitt ist dafür sehr nahe, allerdings muss ich in der Nähe des Tores meinen Sprungantrieb erst einige Sekunden lang auf Betriebstemperatur bringen, bevor der Sprung mich (hoffentlich!) in Sicherheit bringt.

Eines der beiden Schiffe, die derzeit in der Early Access Version zugänglich sind.
Eines der beiden Schiffe, die derzeit in der Early Access Version zugänglich sind.

OK, ich sammle jedes Fünkchen Mut, entscheide mich für das Sprungtor und fliege langsam zum Ausgang aus dem Asteroiden. Ich erspähe den Piraten, locke ihn zum Eingang und fliege dann durch den Asteroiden auf der gegenüberliegenden Seite heraus, rausche an weiteren Felsbrocken vorbei in Richtung Tor und schaffe es tatsächlich, den Sprungantrieb zu laden. Doch bei 89% trifft mein Schild die geballte Wut des anrauschenden Weltraumpiraten, löst sich in Wohlgefallen auf und mit dem letzten bisschen Resthülle schaffe ich den Sprung in das nächste System. Herrlich! Keine Sprungenergie, beinahe zerstört und da ich keine Sonden mehr habe, bin ich im Grunde blind. Mal sehen was hier auf mich wartet!

 

Fazit

Rockfish Games liefert bereits in der Vorabversion mit Everspace einen tollen Weltraumactiontitel ab, der mich in Erinnerungen an die gute alte Zeit mit Titeln wie Freelancer und Starlancer schwelgen lässt. Alles fühlt sich irgendwie vertraut an und sprüht durch die frische Spielmechanik rundum das stärkere, skillbasierte Respawnen und das vor allem in den ersten Sektoren vorherrschende Gefühl der permanenten Gefahr und diesem „Jeder Schritt könnte der letzte sein“ Gedanken vor Charme. Doch was ist mit der Geschichte hinter dem Spiel? Welche Motivation wird es abseits des Diablo-Prinzips und der damit verbundenen Jagd nach besserer Ausrüstung und dem verbessern der Fähigkeiten geben, die Sektoren zu erkunden? Wenn das, was Rockfish Games für uns an Story und Storymissionen noch bereithält, an die Qualität der Optik und des Gameplays der aktuellen Vorabversion heranreichen kann, erwartet uns hier ein Titel der sich trotz Indientwickler nicht vor großen AAA-Produktionen verstecken muss. Darüber hinaus wird das Spiel sowohl die VR Brille von Oculus als auch die Vive zum Release unterstützen. Ich bin gespannt und freue mich auf das finale Ergebnis! Dank Release für PC und XboxOne ist Everspace auch Teil der Play Anyhwere Reihe von Microsoft. Wer den Titel also digital auf der Xbox One oder im Windows Store kauft, kann auf beiden Plattformen spielen und sogar die Spielstände könnt ihr dabei mitnehmen.

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