Spiel des Jahres 2016: Die Highlights der Redaktion

Das Jahr 2016 ist Geschichte. Im Bereich Gaming bot sich ein aufregendes und vielseitiges Jahr. Welche Spiele die Redaktion besonders gefesselt hat, könnt ihr hier lesen!

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Das Jahr 2016 ist Geschichte und somit ist es Zeit für das Spiel des Jahres. Im Bereich Gaming bot sich ein aufregendes und vielseitiges Jahr. Auch unsere Redaktion hatte ihre ganz persönlichen Highlights. Soviel sei bereits verraten: Einigkeit herrschte nicht!

So sieht Daniel das Gaming-Jahr 2016:

Leute, wie jedes Jahr ist es unfassbar schwierig das eine Spiel des Jahres zu küren. Zu viele Spiele, zu viele Genres, zu viele unvergleichbare Komponenten. Doch irgendwann muss man sich entscheiden, und das habe ich getan.

Wo vielleicht Forza Horizon 3 eine Top-Wertung einstreicht, hat sich mir aber ein ganz anderes Spiel in diesem Jahr angeboten…

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Dem Hype gerecht zu werden, dass ist die Kunst. Viele sind daran zerbrochen. Watch Dogs, The Division, Mafia 3 in diesem Jahr. Doch ein Spiel konnte in diesem Jahr dem Hype gerecht werden: Battlefield One. Schnell die DVD eingeworfen, bemerkte ich, wie mich das Spiel von A bis Z in seinen Bann zog. Die Kampagne planungsgemäß beiseitegelassen (und selbst die, herrje, ist für ein Battlefield aller Ehren wert) begab ich mich an die Multiplayer-Front. Team-Deathmatch zum warm werden, Eroberung und Rush für große Massenschlachten.
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32 gegen 32, Stellungswechsel, überollt von Panzern, zerschossen von bemannten Flugzeugen, gewaltige Explosionen, ein Piepen, Staub und ein Mann, wie er schreiend mit dem Bajonett im  Anschlag auf mich zuläuft. Atmosphärisch ist Battlefield One ein Meisterwerk! Noch nie wurde ich tiefer in den Sog des Krieges gezogen, noch nie war das Spielerlebnis immersiver. Battlefield Momente, ein abstürzendes Luftschiff, explodierende Häuser, eine Windmühle, die in sich zusammenfällt. All das kombiniert mit qualitativ hochwertigen Maps UND diese Optik!!! Meine Güte, ich spiele auf der Xbox verdammt nochmal und es sieht so fantastisch aus.

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Was ich mir wünsche: Ein bisschen weniger Bugs, wie schwarze Screens oder plötzliche Rauswürfe. Und das die DLCs mich genauso wegblasen.

Klare Kaufempfehlung Leute!

 

Chris dagegen hatte seine helle Freude mit dem Smartphone:

2016 ist bald Geschichte und es wurde einiges an Futter für die verschiedenen Plattformen geboten. Einige Spiele haben mir dabei gut gefallen, ein paar wenige fand ich aber auch absolut überragend.

Zunächst sei das neue World of Warcraft-Addon Legion genannt, welches Blizzard dem mittlerweile 12 Jahre alten MMORPG spendiert hat. Mir hat die Story super gefallen und die Länge war absolut angemessen. Mit den neuen Levelstufen von 101 bis 110 war man lange beschäftigt und man konnte gewohnt höchst unterschiedliche Gebiete bereisen. Neu war hierbei, dass es keine festgelegte Reihenfolge gab. Die Gegner in jedem Gebiet skalieren mit dem Level des eigenen Helden. Auch der Lategame Content kann überzeugen. Der erste Schlachtzug ist nach ein paar Anläufen problemlos zu schaffen. Im zweiten Schlachtzug zieht der Schwierigkeitsgrad merklich an. Alles in allem ist es im Vergleich ein sehr starkes Addon, welches auch dank der neu eingeführten Artefaktwaffen zum mehrmaligen Spielen animiert.

Ein weiteres Spiel welches zweifelsohne das Prädikat „überragend“ verdient hat, ist das vierte Abenteuer von Nathan Drake. Spielerisch schließt Uncharted 4: A Thiefs End nahtlos an die großartigen Vorgänger an.  Aber auch graphisch weiß der erste Ableger für die PS4 absolut zu überzeugen. An der Steuerung musste Naughty Dog ebenfalls keine großen Veränderungen vornehmen, sodass die Spieler der Reihe problemlos einsteigen konnten.

Nun kommen wir aber zu meinem persönlichen Spiel des Jahres. Hierbei handelt es sich um ein Spiel, welches einen unglaublichen Hype ausgelöst hat, der es bis in die Nachrichtensendungen des Landes gebracht hat. Wer den Sommer nicht im Fuchsbau verbracht hat, wird bereits wissen, von welchem Spiel ich rede: Pokemon Go. Es wird relativ ungewöhnlich sein, dass ein Mobile Game bei der Konkurrenz gewinnt, aber ich möchte meine Gründe nennen, warum das Augmented Reality-Game mein Spiel des Jahres ist. Als Kind der 90er, welches Pokemon Rot und Gelb wirklich bis zum Explodieren des Gameboys gesuchtet hat, wurde ein kleiner Traum war. Ich konnte endlich die Wanderstiefel schnüren und selbst auf die Jagd gehen.

Glücklicherweise gab es nur die niedlichen bunten Pokemons aus der ersten Generation, sodass es ein wahres Flashback war. Neben dem emotionalen Wert, den das ganze hatte, war ich auch absolut begeistert vom Hype. In jeder halbwegs großen Stadt tummelten sich Unmengen an Pokemontrainern auf den Marktplätzen oder den Parks. Das war für mich ein besonderes Gefühl, ein Spielgefühl, welches bisher äußerst wenige Spiele vermittelt haben. Es war ein Gefühl des distanzierten Zusammenhalts. Es war lustig anzusehen, wenn beispielsweise ein Familienvater das Smartphone leicht versteckt hielt, aber man genau wusste, was er da macht. Das Spiel selbst lebt hierbei von der simplen Spielidee immer und überall die Möglichkeit zu haben, seinen Pokedex zu erweitern. Pokemon Go hat diesen Sommer so maßgeblich geprägt, dass für mich kein Weg an diesem Spiel als Spiel des Jahres vorbeiführte.

Thomas sieht folgendes Game als Spiel des Jahres:

Eine weitere Siedlung braucht deine Hilfe!

Mein absolutes Highlight 2016 war Fallout 4, auch wenn es noch im November
2015 erschienen ist. Weit über 200 Stunden habe ich in das Spiel samt DLCs
investiert und hab dabei sogar noch meiner ab und zu aufflammenden
Trophäensucht nachgegeben und das Spiel auf der Playstation 4 auf 100% und
Platin gespielt. Inklusiver der drei absolut hochwertigen Story-DLCs
Automatron, Far Harbor und Nuka World. Warum ausgerechnet dieses Spiel mein
Highlight 2016 war? Weil es mich von der ersten Minute an begeistert hat und
das mit den DLCs weiter intensivieren konnte.

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Ja, alle die Einträge auf Reddit, in Foren und Kommentarbereichen von
Gamingseiten haben schon Recht: es ist deutlich einsteigerfreundlicher als
die vorangegangenen Teile. Böse Zungen nehmen hier sogar das Wort
„Casualisierung“ in den Mund. Wirklich negativ aufgefallen ist mir das aber
nicht und hat definitiv an keiner Stelle meinen Spielspaß getrübt. Ganz im
Gegensatz zu den teils langen Ladezeiten. Fallout 4 funktioniert aber
einfach tadellos nach dem bekannten Bethesda Rezept, welches schon Skyrim
zum absoluten Zeitkiller hat werden lassen: eine riesige, stimmungsvolle
Welt frei erkunden, in der es an jeder Ecke etwas zu entdecken gibt und in
der man sich trotz Karte samt Questmarkern unterwegs immer wieder gerne vom
eigentlichen Ziel ablenken lässt.

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Das Erkunden des postnuklearen Ödlands und das Kennenlernen seiner Bewohner und Fraktionen bieten gefühlt unendliche Möglichkeiten, Begegnungen, egal ob im Kampf oder in Dialogen, unter Einsatz verschiedenster Fähigkeiten zu beeinflussen. Mal hilft rohe Gewalt oder das Knacken eines Schlosses, um an neue Informationen zu kommen und nicht immer
geht es um im Tagebuch erfasste Quests im klassischen Sinne. Immer wieder
habe ich ganz besondere Momente im Spiel erlebt und Geschichten mitbekommen,
ohne dass ich von einem Questgeber mit der Nase drauf gestoßen wurde. So
habe ich in einer der Siedlungen eine Tür aus reiner Neugierde geknackt, nur
um plötzlich einem Serienkiller auf die Schliche zu kommen.

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Mein absolutes Highlight über meine gesamte Spieldauer hinweg war, dass ich beim Verlaufen
in Boston ein Haus gefunden habe, auf dem ganz weit oben doch tatsächlich
ein echtes Segelschiff saß. Das Bild wirkte total surreal, als ob ein
Wirbelsturm das Schiff beinahe unbeschädigt mitten in der Stadt abgesetzt
hat. Nach einiger Zeit des Suchens konnte ich das Schiff endlich betreten
und habe…nein, ich verrate nicht, was ich an Bord gefunden habe. Aber so
viel sei verraten: hier wartet eine tolle, lustiger Questreihe auf euch
deren Ende euch mit einer besonders schönen Aussicht belohnt.

Bethesda fiel es schon immer schwer, eine fesselnde Hauptstory zu schreiben.
Dennoch gelingt Fallout 4 in diesem Punkt aufgrund einiger Storyanwendungen
durchaus ein kleiner Quantensprung, zumindest im Vergleich mit Skyrim,
Fallout 3 und Oblivion. Die Hauptstory hat mich von Beginn an sehr
motiviert, auch wenn ich sie aufgrund der schieren Aufgabenflut und des
Entdeckerdrangs immer wieder links liegen lassen musste.

Schon Skyrim war seinerzeit ein Quell schier unendlicher Memes aufgrund von
zwei Dingen: dem Drachenschrei Fus Roh Da und dem Standardsatz der
NPC-Wachen „Früher war ich auch ein Abenteurer, aber dann habe ich ein Pfeil
ins Knie bekommen!“. Der Minuteman Preston Garvey in Fallout 4 hat unendlich
viele Nebenmissionen für uns auf Lager und leitet diese ein mit „Eine
weitere Siedlung. benötigt deine Hilfe!“. Anfangs ganz nett und dafür umso
schneller extrem nervig, wird Preston Garvey noch lange im Gedächtnis der
Fallout 4 Spieler bleiben und auch das Internet vergisst ihn nie!  Und hey,
in welchem Spiel kann man denn sonst eine per Taschendiebstahl eine scharfe
Granate in die Hosentasche seines Gegenübers schmuggeln? Unbedingt
nachholen! Entweder auf die Game of the Year Edition warten oder Hauptspiel
und Season Pass einzeln kaufen!

Den Abschluss bildet Redaktionschef Alexander mit seinem Spiel des Jahres 2016:

Für mich fiel die Wahl des Spieles dieses Jahr recht eindeutig aus: Uncharted 4! Der Abschluss der Saga erfüllte all meine hohen Erwartungen. Alles was diese wunderbare Serie ausmachte, vermochte man in diesem fulminanten Finale zu vereinen. Lange Spielzeit von 15 + Stunden? Check! Tolle, packende und schlüssige Story? Check! Wunderbar abwechslungsreiche Spielorte? Check! Sympathischer Alter Ego mit dem man wortwörtlich „mitlebt“? Check! Bombastische Grafik wie man sie so noch nie auf einer Konsole erleben durfte? Check! Kurzum: Dieses Epos war tatsächlich jeden cent wert und ich verneige mich vor Naughty Dog und bedanke mich ganz persönlich für dieses Meisterwerk der Videospielkunst! (Ich freue mich übrigens schon wie ein Schnitzel auf die angekündigte Einzelspielererweiterung die wohl schon in den Startlöchern steht).

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PS. Nicht unerwähnt lassen möchte ich an dieser Stelle meine persönliche „Hardware des Jahres“: Die Playstation VR! Für 400 Euro können Besitzer einer PS4 mit Kamera in die Zukunft des Gaming eintauchen. PC Nutzer müssen mindestens 600 Euro nur für die Brille hinlegen (von einem potenten PC um die 800 Euro ganz zu schweigen). Das LineUp an Games ist Spitze und es ist für jeden etwas dabei. Die Preisgestaltung reicht dabei von fair bis etwas dreist – hier lohnt ein Blick in unsere Tests oder die diversen Foren. So ist der Marsianer keinesfall 20 Euro wert….Batman Arkam VR hingegen definitiv. Aber eine der besten VR Erfahrungen gibt es GRATIS (wenn man im Besitz von Battlefront ist). Die X-Wing VR Mission! 15-20 Minuten dauert sie nur, aber JEDEM SW Fan treibt sie die Gänsehaut den Nacken herunter und beweist EINDRUCKSVOLL wozu VR in der Lage ist…eine Art „Breaking Bad“ für VR-Fans – man MUSS es gesehen haben!

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PPS. Meine „bessere Hälfte“, ohne die es dieses Projekt vielleicht nicht mehr gäbe, bat mich noch ihr persönliches Gaming-Highlight herauszustellen: Bei unserem Besuch zur Eröffnung des Klugheim Themenparks im Phantasialand konnten wir Chris Sawyer, den Vater der Rollercoaster Tycoon Serie, treffen und ein Interview mit ihm führen. Damals vor etwa 6 Monaten versprach er uns eine mobile Version seines Klassikers und vor etwa 2 Wochen (also noch binnen Jahresfrist) hat er Wort gehalten. Für 7 Euro haben Fans nun eine liebevoll und sauber programmierte mobile Version des Klassikers immer dabei.

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Wie eingangs angekündigt, herrscht absolut keine Einigkeit. Zu vielseitig war das Spielejahr 2016. Somit können sich gleich fünf Games die TAG-Krone zum Spiel des Jahres 2016 aufsetzen. Überraschenderweise haben es gleich zwei Mobile Games in diese Riege geschafft:

Battlefield 1, Pokemon Go, Fallout 4, Uncharted 4 sowie die mobile Portierung von Rollercoaster Tycoon!

Herzlichen Glückwunsch!

Die Redaktion von Talk About Games wünscht allen Lesern ein glückliches und gesundes Jahr 2017!

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